Reifendruckkontrollsystem ganz einfach nachrüsten

Nie wieder selbst den Reifendruck kontrollieren
Den Reifendruck im Blick haben
So haben Sie den Reifendruck immer genau im Blick. Paiboon Chooklin / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 13.09.2018

Alle Autofahrer lieben es, wenn ihr Auto so richtig gesprächig wird. Der Tank ist fast leer? Piep! Nicht angeschnallt? DingDing. Sie haben das Licht angelassen? Tuut! Lange keine Pause mehr gemacht? Papa, ich muss aufs Klo. Und seit ein paar Jahren müssen neue Autos ihre Fahrer auch darauf aufmerksam machen, wenn mit dem Reifendruck etwas nicht stimmt. Damit soll man gezwungen sein, regelmäßig frische Luft in die Pneus zu pumpen. Eine Aufgabe, die traditionell so lange aufgeschoben wird, bis der Auspuff über die Straße schleift. Woher weiß das Auto aber, wie viel Luft noch im Reifen ist? PKW.de hat sich dem Druck ausgesetzt und es herausgefunden.

Warum Reifendruckkontrollsysteme nötig sind

Warum muss man Autofahrer immer wieder an die Hand nehmen? Warum müssen sie immer wieder gezwungen werden, sich um ihr Fahrzeug zu kümmern? Die traurige Wahrheit ist, dass viele Führerscheinbesitzer zwar mehr oder weniger Auto fahren können, von Funktionsweise oder grundlegenden Wartungsarbeiten ihres Autos aber nicht die geringste Ahnung haben. Genau für diese Menschen gibt es die ganzen Warnungen. Man nervt sie einfach so lange, bis sie etwas gegen den Alarm unternehmen. Dafür schickt das Kontrollsystem ein Signal an den Bordcomputer, der wiederum den Alarm auslöst. Wie aber funktioniert das?

Drucksensor direkt im Ventil

Reifendruckkontrollsysteme gibt es grundsätzlich in zwei verschiedenen Ausführungen. Auf der einen Seite steht das direkte System, das tatsächlich den Reifendruck misst, auf der anderen Seite stehen indirekte Systeme, die nur die Auswirkungen des falschen Reifendrucks erkennen. Die erste Kategorie ist sehr genau und findet nicht nur im alltäglichen Straßenverkehr Anwendung: Besonders im Rennsport ist die Stabilität der Reifen extrem wichtig. Über ein langes Rennen heizen sich die Gummis teilweise bis auf über 100 Grad auf. Dadurch dehnt sich die Luft aus, der Druck steigt. Reifenplatzer in der Formel 1 sind beeindruckende Angelegenheiten, für Zuschauer und Fahrer aber extrem gefährlich.

Direkte Systeme für den Ottonormalautofahrer gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen: Entweder werden die Druckmesser direkt auf das Ventil geschraubt und ersetzen dort die Ventilkappen, oder sie sind direkt in die Felgen integriert. Die letzte Version kommt vor allem in der Oberklasse zum Einsatz, die Ausführung als Ventilkappe gibt es sogar für wenig Geld zum Nachrüsten für ältere Modelle.

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So funktioniert das Reifendruckkontrollsystem

Indirekte Reifendruckkontrollsysteme messen tatsächlich nicht direkt den Luftdruck, sondern beobachten den Reifen selbst und suchen nach Anzeichen für zu niedrigen Druck. Dafür wird zum Beispiel der Durchmesser des Reifens überwacht, aber auch die die Breite der Auflagefläche. Wird der Luftdruck zu niedrig, verringert sich der Umfang und die Auflagefläche des Reifens nimmt zu. Das ist zwar viel ungenauer, tut seinen Dienst aber gut genug, um in günstigeren Fahrzeugen zuverlässig zu funktionieren. Der Nachteil an einem solchen System: Es lässt sich nicht nachrüsten, sondern muss vom Hersteller nicht nur in die Architektur des Fahrzeuges integriert, sondern auch direkt in den Bordcomputer einprogrammiert werden.

Reifendruckkontrollsysteme passen in fast jedes Auto

Neues Auto? Haben wir!

Wenn Sie ein Reifendruckkontrollsystem nachrüsten wollen, müssen Sie dazu nicht mal sonderlich viel handwerkliches Geschick mitbringen: Die Nachrüstsätze gibt es im Fachhandel oder natürlich online. Sie kommen mit vier Ventilkappen, in die die Barometer integriert sind, und einer Empfangsstation, die irgendwo im Cockpit angebracht wird, daher. Die Sensoren sind mit Batterien ausgestattet, deren Lebensdauer, je nach System, zwischen 6 Monaten und 2 Jahren liegt. Die Empfangsstation des RDKS wird meist über den Zigarettenanzünder betrieben.

Egal, ob Sie auf der Suche nach mehr Sicherheit sind, Rennfahrerambitionen haben, oder einfach nur ein cooles neues Spielzeug wollen, ein Reifendruckkontrollsystem ist eine Investition, die sich durchaus lohnen könnte.


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