Es sollte nur 2.000 Stück geben, angeblich sind es am Ende sogar weniger geworden: Der Smart Crossblade war ein limitiertes Sondermodell des Kleinstwagens Smart, der von Frühjahr 2002 bis Ende 2003 gebaut wurde. Dem Kleinen fehlten Dach und Türen - ein "Spaßauto" also, das zugleich an die allerersten Anfänge des Autos und die Zeiten erinnert, als viele zum Buggy umgebaute Käfer oder dachlose Enten als Freizeitautos unterwegs waren.
Der Smart, seit Ende der 1990er-Jahre in den unterschiedlichsten Varianten unterwegs, ist der erste, ernstzunehmende Versuch von Mercedes Benz, in den Markt der Kleinstwagen vorzudringen. Drei Jahre nach Markteinführung wurde der Smart Crossblade auf dem Genfer Automobilsalon zunächst als Studie vorgestellt: Er ist ein Smart, der sich aller Türen und Fenster entledigt hat.
Doch das war nicht alles. Der Smart Crossblade kam in schicken Farben daher: Die – erhalten gebliebene – Sicherheitszelle ist mit mattem, grauen Pulverlack versehen, genauso wie die Lufteinlassgitter am Front- und Schalldämpfer des Heckspoilers. Auch im Innenraum taucht Grau als Farbe wieder auf. Schwarz abgesetzt sind die sportlichen Panels der Karosserie, die Sitze feuerrot. Der Smart Crossblade ist also überhaupt nicht alltäglich, sondern ein Hingucker.
Das Armaturenbrett des Autos ist mit einem Windabweiser geschützt; der Innenraum so gestaltet, dass Wasser, wenn es denn mal regnet, aus dem Smart Crossblade auch gut ablaufen kann. Mit der entsprechenden Kleidung ließe sich das Auto auch bei schlechtem Wetter fahren, sagen Leute, die mit ihm unterwegs waren.
Doppelt interessant ist der Smart Crossblade, weil das Auto auf 2.000 Stück limitiert war, angeblich sollen nur 1.995 Exemplare entstanden sein. Mercedes bzw. Smart bauten auch nicht selbst, sondern ließen bei einer externen Firma entwickeln und angefangene Fahrzeuge bei einer weiteren zum Smart Crossblade umbauen. Insgesamt ist der Smart Crossblade Teil der Initiative der ersten Smart-Jahre, mehrere Wagen nach dem Smart-Konzept auf die Räder zu stellen. Zeitweise gab es einen Viersitzer (Gemeinschaftsproduktion mit Mitsubishi), ein Coupé – das auch den Ausgangspunkt für den Smart Crossblade darstellt – und einen Roadster. Mehrere Jahre waren dann nur Smarts mit zwei Sitzen im Angebot, erst in neuerer Zeit ist wieder von einem viersitzigen Auto dieses Namens die Rede.
Das kleine Auto ist mit einem knapp 600 cm³ großen Dreizylinder-Motor unterwegs, der satte 70 PS bietet. Bei 135 km/h Höchstgeschwindigkeit greift die Elektronik ein und bremst die kleine Rakete. Das erinnert an den längst verblichenen Trabant: Dessen Zweitaktvariante hatte ebenfalls 0,6 l Hubraum, aber nur zwei Zylinder, mit denen 25 PS erzielt wurden. Der Smart Crossblade ist mit 740 kg Leergewicht ein leichtes Fahrzeug und mit 70 PS durchaus knackig motorisiert. Auch vom Trabant war eine dachlose Variante erhältlich, die zunächst vor allem für militärische Zwecke verwendet wurde.
Aber was passiert mit der Straßenlage des Smart Crossblade, wenn er ohne Fenster, Dach und Türen daherkommt? Muss man nicht fürchten, dass das kleine Auto wackelig und unsicher wird, weil ihm die Steifheit des “normalen” Smart fehlt? Gegen diesen Eindruck spricht ein schmaler Überrollbügel, der vor Verletzungen schützen soll, außerdem gibt es Sicherheitsbügel anstelle der Türen, die sich nach oben öffnen. Die Türausschnitte sind verstärkt, dazu gibt es natürlich ein Rückhaltesystem aus Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie Airbags für Fahrer und Beifahrer, die die übliche Größe aufweisen. Crashtests hat der Smart Crossblade ohne Mühe absolviert. Hinzu kommt, dass der Smart Crossblade wie das Serien-Cabrio sowohl in der Bodengruppe als auch in den A- und B-Säulen mit hochfesten Blechen versteift ist und mit Diagonalstreben unter dem Boden zusätzlich etwas für die notwendige Fahrsicherheit tut – Spaß beim Fahren hin oder her.
Der Smart Crossblade ist – verglichen mit dem Cabrio – um 65 Millimeter tiefer gelegt und etwas breiter, seine Räder sind etwas größer. Gerät das Auto doch einmal in einen Regenschauer, sorgt die Kunststoffwanne am Boden mit ihren Auslaufkanälen dafür, dass die Feuchtigkeit nicht im Auto bleibt. Instrumente und Sitze sind mit wasserabweisendem Kunststoff überzogen. Auch in den Sitzen selbst sind Wasserablaufkanäle vorhanden. Batterie und Leitungssätze sind ebenfalls vor Nässe geschützt. Der 122 Liter umfassende Kofferraum verfügt über eine staub- und wasserdichte Kunststoffabdeckung.
Das französisch-deutsche Spaßauto Smart Crossblade hat seine eigene Internetgemeinde. Dort gibt es regen Austausch untereinander, organisiert werden auch Treffen, die in der Schweiz beginnen und von gemeinsamen Ausfahrten gekrönt sind. Auch “Smartware”-Kleidung, eine Tasche, sogar eine mobile Garage werden gehandelt. Das Konzept, ein Spaßauto für Fans zu bauen, scheint also aufgegangen zu sein.
Blickt man auf die Geschichte von Mercedes Benz, dann wird schnell klar, dass der Smart Crossblade auch eine leise Erinnerung an die Anfänge ist. Ein Fahrzeug, das als der Urtyp des Autos gilt, war der Daimler-Benz-Patent-Motorwagen von 1886. Dieser hatte ebenfalls (noch) kein Dach – und nur drei Räder, weil es zu dieser Zeit noch keine zufriedenstellende Lösung für die Lenkung gab.
Seit einiger Zeit wird wieder ein viersitziger Smart vertrieben, der zusammen mit Renault auf die Räder gestellt wurde. Wer will, kann einen Smart mit E-Antrieb oder aufgemotzt mit dem Nachnamen Brabus kaufen, auch ein E-Bike ist im Angebot. Ein Crossblade ist neu derzeit aber nicht zu haben, anders sieht es wiederum bei den Gebrauchtwagen aus.
| Smart Crossblade | |
|---|---|
| Produktionszeitraum | 2002–2003, limitierte Auflage |
| Preis (Neuwagen) | 24.360 € |
| Höchstgeschwindigkeit | 135 km/h |
| 0–100 km/h | 17 Sek. |
| Verbrauch (kombiniert) | 5,7 l/100 km |
| CO₂ | k. A. |
| Zylinder/Ventile | 3/6 |
| Hubraum | 599 cm³ |
| Leistung (kW/PS bei U/min.) | 70 bei 5.470 |
| Drehmoment (Nm bei U/min.) | 108 bei 2.200–3.500 |
| Maße (L x B x H) | 2.622 x 1.618 x 1.508 mm |
| Antrieb | Heckantrieb |
| Tankinhalt | 33 l |
| Treibstoff | Benzin |
| Leergewicht | 740 kg |