Ferrari F12tdf: Rasen wie Gott in Frankreich

Ferrari bringt den F12tdf als eine Hommage an die Tour de France automobile
Ferrari F12tdf (2016).
Am 8. November soll der Ferrari F12tdf der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
carlos
Einleitung von Carlos Gabriel Klein Schindler, Redaktionsleister bei PKW.de 14.10.2015

Wer bei dem Begriff “Tour de France” erstmal zunächst Radfahrer denkt, befindet sich sicher in guter Gesellschaft, lässt aber das traditionsreiche Autorennen außer Acht, das von 1899 bis 1986 mit deutlich höheren Geschwindigkeiten ausgetragen wurde. Insbesondere in den goldenen fünfziger und sechziger Jahren konnte Ferrari mit dem Ferrari 250 GT Berlinetta etliche Titel für sich entscheiden. An diese glorreichen Tage möchten die Italiener mit dem nun angekündigten Sondermodell F12tdf anknüpfen.

Der Ferrari F12tdf will maximale Performance und einfaches Handling verbinden.
Der Ferrari F12tdf will maximale Performance und einfaches Handling verbinden.

Als ein legendäres Rennen, bei dem auf verschlungenen Strecken längs- und vor allem querdynamisch alles von den Boliden gefordert wurde, möchte Ferrari der Tour de France gedenken und schickt mit dem F12tdf genau 799 Exemplare eines Supersportlers ins Rennen, der maximale Performance mit einfachem Handling verbinden soll und sich sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke zu Hause fühlen darf.

Der F12tdf ist dem Basismodell deutlich überlegen

Technisch basiert der Ferrari F12tdf auf dem seit 2012 produzierten F12berlinetta, der bereits eine Zeit lang mit der schnellsten Rundenzeit auf der hauseigenen Testrennstrecke in Fiorano angeben konnte. Mit der Spezialbehandlung, die ihm die Ferrari-Ingenieure nun haben angedeihen lassen, kann sich der F12tdf aber von diesem noch mal ein ganzes Stück absetzen. Neben einem überarbeiteten, deutlich rennstreckenorientierteren Design finden sich zahlreiche technische Innovationen an Motor, Aerodynamik und Fahrzeugdynamik.

Deutlich rennstreckenorientierter und aerodynamischer: Der Ferrari F12tdf.
Deutlich rennstreckenorientierter und aerodynamischer: Der Ferrari F12tdf.

Der aus dem F12berlinetta bekannte 6,3-Liter-V12-Saugmotor legt noch einen Zacken drauf und wirft jetzt 780 statt 740 PS und 705 statt 690 Nm in den Ring. Gemeinsam mit der 110-kg-Abspeckkur, die ihm Ferrari u. a. durch viel Carbon hat zukommen lassen, bedeutet dies einen noch schnelleren Sprint: Die 100-km/h-Grenze wird nun in unter 3 Sekunden erreicht, die 200 sind nach 7,9 Sekunden geknackt. Damit ist er immerhin 0,2 bzw. 0,6 Sekunden schneller als der F12berlinetta und liegt jenseits dessen 340 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Fiorano-Rundenzeit des F12berlinetta von 1:23 Minuten toppt der F12tdf noch mal um 0,2 Sekunden. Das liegt einerseits an dem modifizierten Doppelkupplungsgetriebe, das schnellere Gangwechsel verspricht, insbesondere aber an Ferraris Maßnahmen zur Steigerung der Kurventauglichkeit.

Querdynamik mittels mitlenkender Hinterachse und Extra-Abtrieb

Eine modifizierte Chassis-Dynamik soll für maximale Querbeschleunigung und Reaktionsfreudigkeit sorgen und den F12tdf damit deutlich schneller durch Kurven bringen. Die Vorderreifen wurden um 20 auf 275 mm vergrößert und sitzen nun auf 10” breiten Felgen. Erstmalig kommt das intelligente “Virtual Short Wheelbase System” zum Einsatz, das Übersteuerungen durch eine mitlenkende Hinterachse verhindert.

Für eine bessere Aerodynamik wurden Aerobridge und Frontschürze neu designt.
Für eine bessere Aerodynamik wurden Aerobridge und Frontschürze neu designt.

Damit der F12tdf auch bei Tour-de-France-artigen Kurven nicht ins Zittern gerät, wurden außerdem zahlreiche aerodynamische Maßnahmen zur Verbesserung des Abtriebs umgesetzt. Dieser konnte so um 87 % erhöht werden und erreicht 230 kg bei 200 km/h. Dazu tragen unter anderem der vergrößerte Heckspoiler, eine neu designte Frontschürze mit Splitter, Dive-Planes und Lüftungsschlitzen, die umgestalteten Luftkanäle (“Aerobridge”) an Front und Flanken, Strakes am Unterboden sowie der umgestaltete Heckdiffusor mit drei aktiven Flaps bei.

Auch der umgestaltete Heckdiffusor mit aktiven Flaps trägt zu einer verbesserten Aerodynamik bei.
Auch der umgestaltete Heckdiffusor mit aktiven Flaps trägt zu einer verbesserten Aerodynamik bei.

Kompromisslose Sportlichkeit auch im Inneren

Das Cockpit spiegelt die radikale Sportlichkeit des F12tdf wider. Wer hier einsteigt, darf keinen Luxus erwarten – selbst auf das Handschuhfach wurde zugunsten der Gewichtseinsparung verzichtet. Statt Fußmatten gibt’s Alu, statt Leder Alcantara und Sitze aus technischem Textil. Stilecht spartanisch sind auch die in Carbon gefassten Instrumentengehäuse.

Das Cockpit des F12tdf zeigt kompromisslose Sportlichkeit.
Das Cockpit des F12tdf zeigt kompromisslose Sportlichkeit.

Ganz und gar nicht spartanisch hingegen ist der Spritverbrauch, der von Ferrari mit 15,4 l auf 100 km angegeben wird. Zum Preis haben sich die Italiener noch nicht geäußert, doch ist wohl mit einem Aufpreis von mindestens 40.000 € auf die bereits sehr unspartanischen 270.000 Euro des Basismodells zu rechnen. Am 8. November wird der F12tdf der Öffentlichkeit vorgestellt, dann wissen wir mehr.

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(Bildmaterial: Ferrari)


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