Trotz toller Technik nur zweite Liga

Lexus bringt für IS neuen Turbo-Vierzylinder-Benziner 200t
Lexus IS 200t.
Mit Turboaufladung und Einspritzung gerüstet: Lexus IS 200t.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 30.06.2015

Köln, 30.06.2015 – Mit Hybrid allein kommt man in der Mittelklasse gegen die jüngst aufgefrischten Marktführer [BMW 3er](https://www.pkw.de/ratgeber/autonews/bmw-3er-facelift) und [Audi A4](https://www.pkw.de/ratgeber/autonews/audi-a4-limousine-avant-b9-modelljahr-2016) nicht an. Deshalb bietet Lexus seinen IS zum Modelljahr 2016 mit einem neuen Turbo-Vierzylinder-Benziner 200t an, der mit einigen technischen Kniffen hohes Leistungsniveau mit mäßigem Verbrauch vereint, der Konkurrenz allerdings weiterhin hinterherfährt.

Ein Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum klingt zunächst nicht sehr verführerisch, doch wie schon die deutschen Premium-Mitbewerber setzt mittlerweile auch Toyota auf Turboaufladung und Direkteinspritzung, um satten Vortrieb zu gewährleisten. Der Twin-Scroll-Lader mit flüssiggekühltem Ladeluftkühler kitzelt immerhin 245 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment aus der kleinen Maschine.

Der Lexus IS 200t kann sich sehen lassen.
Der Lexus IS 200t kann sich sehen lassen.

Serienmäßig ist das die Hinterräder antreibende Aggregat gekoppelt an eine achtstufige Automatik. Damit soll der IS immerhin in glatt sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten und maximal 230 km/h ermöglichen. Ein 4-in-2-Krümmer im Zylinderkopf soll unter anderem dazu beitragen, ein hohes Drehmoment über ein breites Drehzahlband zu erlauben. Zudem soll eine Direkteinspritzung in allen Betriebszuständen für eine optimale Verbrennung sorgen.

Fährt auch im Atkinson-Zyklus

Schließlich verhilft dem 200t die variable Ventilsteuerung VVT-i für die Auslass- und VVT-iW für die Einlassventile zu einer besseren Leistungsausbeute und einem satteren Drehmoment. Zugleich erlaubt diese Technik eine Umstellung vom Otto- in den Atkinson-Zyklus bei geringer Last, was laut Lexus für weniger Verbrauch sorgen soll.

Im Heck des Lexus 200t künden zwei Auspuffrohre vom gehobenen Leistungsniveau.
Im Heck des Lexus 200t künden zwei Auspuffrohre vom gehobenen Leistungsniveau.

Unterm Strich gibt Lexus einen Verbrauchswert von glatt sieben Litern Benzin auf 100 Kilometer an. Angesichts der Fahrleistungen klingt das nach einem durchaus niedrigen Wert. Die Konkurrenz ist allerdings besser aufgestellt: BMWs 330i hat einen Turbobenziner mit gleicher Hubraumgröße und Zylinderzahl, der mit 252 PS einen Sprint in 5,9 Sekunden erlaubt und nur 6,1 Liter verbrauchen soll. Ein ähnliches Bild bietet der Mercedes C 300 mit 245 PS, 5,9 Sekunden und 6,3 Litern Spritkonsum. Noch besser wird es beim Audi A4 aussehen, der mit neuem 2.0 TFSI in der 252-PS-Version nur 5,7 Liter verbrauchen soll. So ganz ausgedient haben dürfte der Hybrid bei Lexus angesichts des stark aufgestellten Wettbewerbs dann wohl doch nicht.

(Bildmaterial: Lexus)


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