Der Roadtrip Ihres Lebens, Teil 2: Route 66

Schmecken Sie die Freiheit zwischen Chicago und Santa Monica.
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Zeugnis des vergangenen Amerika. Natalia Bratslavsky / Shutterstock.com
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Einleitung von Christoph Sedlmaier, Redakteur bei PKW.de 23.02.2018

Straßen sind mehr als nur asphaltierte Landstriche. Sie verbinden Staedte genauso wie die Menschen, die in ihnen leben. Und manche haben ihre ganz eigenen Geschichten. Jeden Freitag schickt die PKW.de Redaktion ihre Leser auf einen virtuellen Roadtrip über die interessantesten und schönsten Straßen der Erde. Nach dem Highway One in Down Under führt uns unsere Reise auf die Route 66, die berühmteste Straße im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Vom Lake Michigan an den Pazifik

Gemini Gigant. Steve Lagreca / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Gemini Gigant. Steve Lagreca / Shutterstock.com

Für eine Reise von Chicago nach Los Angeles benötigen Sie etwa 5 Stunden. Doch warum sollten Sie sich in ein Flugzeug setzen und hoch über den Wolken die Vereinigten Staaten überqueren, wenn es auf vier Rädern ein längerer, aber umso schönerer und interessanterer Trip ist? Um ganze 50 Stunden und 3945 Kilometer (2451 Meilen) länger, um es treffender zu sagen. Die 1926 eröffnete und berühmteste Fernstraße der USA beginnt in einer westwärts ausgerichteten Einbahnstraße an der Ecke Michigan Avenue / Adam Street, direkt gegenüber des Art Institute of Chicago und durchquert 8 Bundesstaaten und 3 Zeitzonen. Bis zum 27.06.1985 verband sie Chicago mit der Westküste und findet am Santa Monica Pier ihren Abschluss.

Mit Träumen im Gepäck nach Westen

Die Zeit sollte der Route 66 zu ihrer Berühmtheit verhelfen, als die Große Depression und der Dust Bowl viele Menschen zwang, mit ihrem Hab und Gut sowie Träumen im Westen des Landes nach neuen Möglichkeiten zu suchen. John Steinbeck‘s 1939 veröffentlichter Roman „Die Früchte des Zorns“ und diverse andere mediale Rezeptionen (Easy Rider) sollten die nun als Mother Road berühmte Straße tief im kollektiven Bewusstsein der Amerikaner verankern. Auf seinem Weg nach Westen folgt man den Spuren derer, die mit ihren Träumen beladen durch Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico sowie Arizona nach Kalifornien gereist sind. Besonders die 1956 eröffnete Interstate 44 verläuft neben der Route 66 parallel von St. Louis bis Oklahoma City.

Ein Roadtrip der Nostalgie

Haben Sie sich entschieden, die Reise an die Westküste auf der ehrwürdigen Verbindungsstraße von Ost nach West anzutreten, werden Sie sich auch auf eine Fahrt der Nostalgie begeben und Orte kennenlernen, wo die Zeit scheinbar stehenblieb. Überdimensionale Werbefiguren, die Muffler Men, erregen aufgrund ihrer Prägung des Straßenbildes der Gemeinde Wilmington, Illinois, die Neugier des Vorbeifahrenden. Auf dem weiteren Weg erreichen Sie den Gateway Arch, das übergroße Wahrzeichen von St. Louis und Tor in den amerikanischen Mittelwesten.

Diner mit dem Look und der Atmosphäre der 1960er Jahre begleiten Sie auf Ihrem Weg nach Kalifornien. Ebenso werden Sie an den nostalgischen Tankstellen eine Pause einlegen und in Oklahoma an die Geschichte als einer der größten Ölförderer der USA erinnert. Texas wartet wiederum mit der Cocono Gas Station auf, die eine Referenz in Disney‘s Animationsfilm Cars erfuhr. Ebenso dürfen Sie in Armadillo an der Cadillac Ranch 10 im Boden steckende Autowracks bewundern und sich selbst künstlerisch verewigen sowie den Mittelpunkt der Route 66 bei der Kleinstadt Adrian passieren. In New Mexico erreichen Sie mit Albuquerque eine Stadt, die in den 1950ern von zahlreichen Motels und Restaurants geprägt war, von deren Existenz heute nur noch die verwitterten Werbeschilder an der 30 Meilen langen Central Avenue zeugen. Jüngere Berühmtheit hat die Stadt als Handlungsort der erfolgreichen und mehrfach prämierten US-Fernsehserie Breaking Bad, erlangt.

In Arizona bewundern Sie hingegen die weitreichenden Naturparks des Bundesstaates, allen voran den sagenhaften Grand Canyon. Sie verlassen die parallele Fahrt zu den Interstates und bewundern die schönen Häuser der Ortsansässigen, die weiterhin die Schönheit der Route 66 bewahren wollen. Mit dem Verlassen von Arizona nähert sich der Roadtrip nun auch langsam seinem Ziel: dem Santa Monica Pier in Kalifornien, an dessen Fuße das Ende der Fernstraße erreicht ist. Es wird empfohlen, die Fahrstrecke nicht in 50 Fahrstunden durchzupeitschen, sondern sich 14 bis 16 Tage Zeit zu nehmen, um die Tour über die Verbindung von Chicago nach Santa Monica genießen zu können.

Welches Auto wird auf der berühmtesten Straße der USA gefahren?

Zwei Ikonen der US-Cars: Der Camaro und Mustang. Art Konovalov / <a href='http://www.shutterstock.com/'>Shutterstock.com</a>
Zwei Ikonen der US-Cars: Der Camaro und Mustang. Art Konovalov / Shutterstock.com

Welches Auto sollte der Fan der Route 66 für diesen Roadtrip wählen? PKW.de empfiehlt hier zwei amerikanische Ikonen: Den sportlich-bissigen Chevrolet Camaro SS oder den zeitlosen Ford Mustang. Beide Wagen sind Stars der Muscle Cars – leistungsstark, aber auch komfortabel genug, um die Route 66 zu erkunden und die Fahrt durch ein Stück amerikanischer Geschichte unvergesslich zu machen. Und da beide trotz mächtigem Motor über ein ausreichendes Tankvolumen und einen moderateren Verbrauch verfügen, müssen Sie sich auch sicher keine Sorgen über die Reichweite und das Finden der nächsten Tankstelle machen.


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