Sommerreifen: So sorgen Sie für beste Fahrvoraussetzungen

Was Sie beim Umgang mit den Schönwetter-Pneus beachten sollten
Die berühmten 1,6 mm Profiltiefe sind laut Experten nicht genug.
Durch das spezielle Gummi sind die Sommerreifen perfekt für warme Tage. Chuchawan/Shutterstock.com
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Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 11.07.2018

Sommer: Die Ferien sind da und das Wetter ist schön. Auf den Straßen sind viele Autofahrer unterwegs, ob nur für eine Spritztour, einen Roadtrip oder in die weite Ferne Richtung Urlaub. Damit Ihr Auto trotz der hohen Temperaturen sicher fahren kann, sind die passenden Reifen wichtig! PKW.de hat für Sie zusammengefasst, was Sie über Sommerreifen wissen sollten.

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Sommerreifen sind zwar nicht Pflicht, aber sehr zu empfehlen

Sommerreifen heißen nicht nur einfach so, sondern sind im Vergleich zu Winter- und Allwetterreifen perfekt auf die heiße Jahreszeit eingestellt. Durch die Wahl des Materials ist das Fahrverhalten auch beim schnellen Fahren angenehm und dank einer speziellen Gummiart wird verhindert, dass der Reifen bei hohen Temperaturen weich und somit der Bremsweg verlängert wird.

In Deutschland existiert keine Pflicht für Sommer-, sondern nur für Winterreifen. Diese sollten auch rechtzeitig aufgezogen werden, da Sommerreifen nicht für die rutschigen Verhältnisse der kalten Jahreszeit ausgelegt sind und das Fahren mit dem Pkw dadurch gefährlich werden kann. Wir empfehlen Ihnen aber ebenso, Sommerreifen für die entsprechende Jahreszeit zu verwenden, da Sie mit der richtigen Reifenwahl den Geräuschpegel, den Kraftstoffverbrauch und die Abnutzung so gering wie möglich halten können.
Zum rechtzeitigen Wechsel gilt die Faustregel „Von O bis O“, also, dass die passenden Reifen jeweils zu Ostern und Oktober aufgezogen werden. Wichtiger als dieser Merksatz sind jedoch die Wetterbedingungen, denn wenn noch Schnee liegt oder niedrige Temperaturen herrschen, sind die Sommerreifen auch nach Ostern sinnlos.

Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe reicht kaum aus

Neben dem speziellen Material macht auch das Profil des Sommerreifens diesen aus. Durch ein gutes Profil kann der Reifen Aquaplaning, auch Wasserglätte genannt, verhindern, da das Wasser durch die Rillen abgeleitet wird. Ebenfalls bietet das Profil Halt, wodurch der Bremsweg gering gehalten und mehr Kontrolle über das Auto gewährleistet wird. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Sommer- und Winterreifen beträgt zwar 1,6 mm, Experten raten jedoch zu deutlich mehr. Für gute Fahrtsicherheit sollte die Profiltiefe im Hauptprofil des Sommerreifens mindestens 3 mm und im Winterreifen 4 mm betragen. Als Hauptprofil bezeichnet man die breiten Rillen in der Mitte des Reifens, die bis zu ¾ der Reifenfläche ausmachen können.

Warum die Profiltiefe so wichtig ist, wird anhand eines Tests klar. Im Vergleich zu neuen Reifen mit einer Profiltiefe von 8 mm, weisen Sommerreifen mit 3 mm schon nur noch 30 % und mit 1,6 mm nur noch 10 % der Wasserleitung auf. Da die Reifentiefe eine hohe Auswirkung auf die Fahrsicherheit hat, kann es je nach Versicherungsvertrag auch vorkommen, dass im Falle eines Unfalles Ihre Versicherung nicht für den Schaden aufkommt, wenn die Reifen abgefahren sind, und Sie somit grob fahrlässig handeln. Hierbei hängt die Entscheidung davon ab, ob das fehlende Profil als konkrete Unfallursache angesehen wird bzw. ob das richtige Profil diesen hätte vermeiden können.

Reifen können nicht unbegrenzt genutzt werden

Sommerreifen sind keine Investition für die Ewigkeit. Es gibt zwar keine konkret festgesetzte Lebensdauer, allerdings sollten Sie Ihre Reifen nie länger als zehn Jahre nutzen. Spätestens dann ist die Mindestprofiltiefe nicht mehr vorhanden, selbst wenn der Reifen im Jahr nicht viel gefahren wurde. Die meisten Hersteller empfehlen jedoch schon, ein Alter von sechs Jahren nicht zu überschreiten – und bei einem Kauf von Pneus sollten diese nicht mal älter als drei Jahre sein.

Das Herstellungsdatum Ihres Reifens können Sie der dot (Department of Transportation)-Nummer an der Reifenseite entnehmen. Das Datum ist hier in den letzten vier Ziffern der Nummer kodiert, wobei die ersten beiden davon für die Kalenderwoche und die letzten beiden für das Jahr stehen. So bedeuten zum Beispiel die Endziffern 1312, dass der Reifen in der 13. Woche des Jahres 2012 hergestellt wurde.
Eine Sonderregelung bezüglich des empfohlenen bzw. erlaubten Reifenalters existiert für Anhänger mit einer Zulassung für 100 km/h. Wenn deren Reifen ein Alter von sechs Jahren überschritten haben, dürfen die Anhänger nur noch mit einem Tempo von 80 km/h bewegt werden.

Wie lange Sie Ihre eigenen Sommerreifen sicher fahren können und sollten, hängt allerdings auch stark von Ihrem Fahrstil, der Kilometeranzahl und den genutzten Fahrbelägen ab. Als wichtigster Indikator für die Reifenqualität gilt hierbei die Profiltiefe. Bei Unsicherheit können Sie das Niveau Ihres Reifens aber auch von einem Kfz-Experten prüfen lassen.
Der Erwerb komplett neuer Sommerreifen bringt auch noch den Vorteil mit sich, dass technische Neuerungen und die ständige Weiterentwicklung beachtet und somit die Sicherheit erhöht wird.

Teurer heißt nicht gleich besser

Nicht jeder Reifen passt auf jedes Auto, aber selbst wenn Sie die Auswahl der möglichen Sommerreifen auf Ihr Auto beschränken, bleibt diese groß. Die Entscheidung zwischen Reifen von Michelin, Goodyear, Dunlop und vielen mehr liegt letztendlich bei Ihnen. Mit dem Hersteller variiert aber natürlich auch der Preis und die Qualität. In diversen Reifentests von Auto Bild und Co. können Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis der verschiedenen Pneus vergleichen. Ein hoher Preis allein ist nämlich nicht direkt auch eine Leistungsgarantie.

Einige der im ADAC Sommerreifentest dieses Jahres gut abgeschnittenen Pneus liegen preislich zwischen 35 und 50 €, andere Exemplare können aber auch 200 € kosten. Wir empfehlen Ihnen, mehrere Tests zu vergleichen, um leistungsstarke Sommerreifen zu einem fairen Preis zu bekommen.

Der richtige Kauf zur richtigen Zeit kann Ihnen Geld einsparen

Der Preis Ihrer neuen Sommerreifen hängt jedoch nicht nur vom Hersteller ab: Auch der Zeitpunkt, zu dem Sie die neuen Pneus kaufen spielt eine große Rolle! Es scheint logisch, dass die Sommerreifen am billigsten sind, wenn die Nachfrage am geringsten ist, also im Winter. Eine Statistik von Idealo zeigt allerdings, dass dem nicht so ist. Laut dieser Daten war im Jahr 2017 die erste Aprilwoche der beste Zeitpunkt, um in neue Sommerreifen zu investieren. Obwohl die Nachfrage kurz vor Ostern ihren Höhepunkt erreicht hatte, waren die Preise Anfang April, also nur zwei Wochen davor, am niedrigsten. Die Preise für Sommerreifen steigen allerdings auch schnell wieder, sodass Sie im vergangenen Jahr schon vier Wochen später durchschnittlich 20 € mehr hätten zahlen müssen. Im Vergleich zum Jahresende hätten Sie 2017 im Durchschnitt sogar 50 € sparen können. Dieser empfohlene Kaufzeitpunkt gilt auch für hochwertige Reifen: Im letzten Jahr waren die gleichen vier Michelin Sommerreifen im Dezember 125 € teurer als im März desselben Jahres.
Wir empfehlen Ihnen, clever zu kaufen und anstatt das Geld unnötig rauszuwerfen, dieses lieber rechtzeitig für neue Pneus auszugeben, wenn Ihre alten es nicht mehr bringen.

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