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Markenbeschreibung

Honda: Traditionsautobauer aus Japan

Japan ist neben Deutschland, den USA und Südkorea eine der großen Automobilbau-Nationen der Welt, woran Honda einen großen Anteil hat. Das Unternehmen wurde im Jahr 1948 gegründet und hat sich zu einem der wichtigsten Hersteller der Branche in Japan und in der ganzen Welt entwickelt. Heute beschäftigt Honda über 178.000 Mitarbeiter (Stand: 2008) und erzielt einen Umsatz von 12 Bio. Yen bzw. 72,5 Mrd. EUR (Stand: 2007). Neben Automobilen fertigt der Konzern auch Motorräder sowie Motoren und viele andere Industriegüter.

Mit der Honda Deutschland GmbH ist der japanische Konzern auch in Deutschland vertreten. Der Firmensitz befindet sich in Frankfurt am Main, etwa 162 Mitarbeiter werden hier beschäftigt. Von großer Bedeutung ist zudem die in Deutschland ansässige Forschungsabteilung mit dem Namen Honda R&D Europe, die sich in Offenbach am Main befindet.

Eine Besonderheit in der Firmengeschichte von Honda ist darin zu sehen, dass sich das Unternehmen trotz vielfältiger Restrukturierungen in der Automobilbranche während der 1990er und 2000er Jahre seine Unabhängigkeit stets bewahren konnte und nicht mit einem der großen Konkurrenten fusionieren musste. Erwähnenswert ist zudem das erfolgreiche Engagement Hondas in der Formel 1 als Motorenhersteller insbesondere in den 1980er Jahren mit Fahrern wie Ayrton Senna und Alain Prost.

Überblick über die Geschichte Hondas

Der Grundstein für das Unternehmen Honda wurde in den 1930er Jahren von Soichiro Honda gelegt. Honda begeisterte sich ein Leben lang für Automobile und hegte den Wunsch, Japan den Aufstieg in die Riege der großen Herstellerländer für Automobile zu verhelfen. Anfänglich als einfacher Mechaniker beschäftigt, fasste Honda 1937 den Entschluss, eine eigene Firma zu gründen. Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrungen mit dem Tuning von Fahrzeugen sammeln können und nahm mit Eigenentwicklungen sogar an verschiedenen Rennveranstaltungen teil. Die Geschäftstätigkeit beschränkte sich anfänglich auf die Herstellung und den Vertrieb von Kolbenringen für Fahrzeuge, war jedoch von keinem großen Erfolg gekrönt. Honda sammelte weitere Erfahrungen an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und bereiste ganz Japan, um in Fertigungshallen von Toyota zu lernen, wie eine höhere Qualität bei der Fertigung von Kolbenringen erreicht werden konnte.

Während der Kriegsjahre verlor Honda seine Position als Präsident seines Unternehmens, das unter staatliche Kontrolle geriet und teilweise von Toyota übernommen wurde. Honda knüpfte während dieser Zeit enge Kontakte zu Managern bei Toyota und arbeitete auch dem Militär zu, das er bei der Produktion von Fahrzeugen unterstützte. Nach Bombenangriffen und einem Erdbeben im Jahr 1945 wurde die Unternehmung stark zurückgeworfen und Honda startete mit der Gründung des Honda Technical Research Institutes 1946 einen weiteren unternehmerischen Versuch. Anfänglich waren hier nur 12 Personen beschäftigt, das Unternehmen nahm Verbesserungen an Motorrädern vor und machte sich auf dem Markt bald einen Namen. Aufgrund dieser Aktivitäten begann das Unternehmen auch damit, Motoren speziell für Motorräder zu fertigen.

Heute ist Honda mit einer Jahresproduktion von 22 Millionen Einheiten der größte Motorenhersteller weltweit mit 30 verschiedenen Fertigungsstätten. Die in den 1940er Jahren gefertigten Motoren konnten an Fahrrädern befestigt werden; das erste eigene Modell von Honda hörte auf den Namen Honda Model A und erhielt den Spitznamen Bata Bata, was auf den Klang des Motors verwies. Mit Hilfe der Erlöse aus dem Verkauf dieser Forschungseinrichtung konnte Honda schließlich im Jahr 1949 die Honda Motor Co., Ltd. gründen.

Entwicklung von Honda in der Nachkriegszeit

Mit dem Model D gelang es dem noch jungen Unternehmen im Jahr 1949, ein erstes vollständiges Motorrad aus Eigenentwicklung vorzustellen, bei dem nicht nur der Motor, sondern auch der Rahmen selbst gefertigt war. Es folgten viele weitere und zum Teil heute legendäre Modelle im Bereich der Motorräder und auch der Automobile. Hierzu gehören zum Beispiel der Pick-up T360 aus dem Jahr 1963, der Sportwagen S500 und in den 80er Jahren der erfolgreiche Acura, der erstmals 1986 präsentiert wurde. Mit der Marke Acura stieg Honda in den Markt für Luxusfahrzeuge ein und konnte sein Geschäftsfeld entscheidend erweitern. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Entwicklung des NSX, eines modernen Sportfahrzeugs, das 1991 vorgestellt wurde und Honda zu mehr Ansehen in Bereich des Motorsports verhalf.

Eine Krise durchlebte Honda nach dem Tod des Gründers Soichiro Honda im Jahr 1991. Das Unternehmen reagierte später als andere Hersteller auf den Trend der aufkommenden SUV; der damalige CEO Nobuhiko Kawamoto reagierte jedoch umgehend und trieb Entwicklungen solcher Modelle wie des Odyssey oder des CR-V voran, mit denen Honda wieder Markterfolge feiern konnte. 1995 schließlich stieg Honda mit der Gründung der Honda Aircraft Company auch in die Fertigung eigener Flugzeuge ein.

Prägende Automodelle von Honda

Honda hat über die Jahrzehnte hinweg eine Vielzahl von wegweisenden Automodellen vorgestellt, von denen viele weltweit große Erfolge feiern konnten und bis heute in immer neuen Generationen fortgesetzt werden. Hierzu gehört sicherlich auch der Honda Civic, der eines der am meisten verkauften Atommodelle aller Zeiten ist. Beim Civic handelt es sich um ein Fahrzeug der Kompaktklasse, das ab 1972 verkauft wurde. Über 18,5 Millionen Einheiten konnten hiervon gefertigt werden und es ist die Marke Civic, mit der viele Konsumenten auf dem Automarkt den japanischen Autobauer Honda in Verbindung bringen.

Honda ist jedoch nicht nur im Bereich der Kompaktwagen, sondern auch der SUV erfolgreich, die das Konzept des Kompaktwagens um eine gewisse Geländegängigkeit erweitern. Hierzu gehört insbesondere der Honda CR-V, der im Jahr 1996 vorgestellt wurde. Im Jahr 2012 folgte dann bereits die vierte Generation dieses Erfolgsmodells, das auch mit einem sehr wirtschaftlichen 2.2-i-DTEC-Dieselmotor verfügbar ist.

Wichtige Motorradmodelle

Noch mehr als mit Automobilen wird Honda seit jeher mit der schier unüberschaubaren Anzahl an hochwertigen Motorradmodellen in Verbindung gebracht, die jeweils zu ihrer Zeit neue Maßstäbe setzen konnten. Honda ist der größte Produzent von Motorrädern in Japan, eine Position, die der Konzern seit der Fertigung der ersten Motorradmodelle im Jahr 1955 verteidigen konnte. Hierzu gehören die besonders leistungsstarken Supersportler wie etwa die Honda CBR250R, die im Jahr 2011 in den Markt eingeführt wurde. Das Motorrad erreicht 146 km/h und stellt ein Topmodell unter den Sportmotorrädern dar.

Honda ist jedoch nicht nur bei den Supersportlern erfolgreich, sondern bei der ganzen Bandbreite an Motorrad-Typen. So stellt Honda auch Tourer und Naked Bikes her, Enduros und Chopper sowie Cruiser, Motorroller und Leichtkrafträder. Ein bekanntes Modell im Bereich der Naked Bikes, das sich auch in Deutschland gut verkauft hat, ist zum Beispiel die Honda XBR 500, die in den 1980er Jahren produziert wurde und als Konkurrenzprodukt zur damals erfolgreichen Yamaha SR 500 positioniert wurde. Zu den Oldies wiederum gehören Kleinkrafträder wie die Honda CY 50, die Honda CB 100 aus den 1970er Jahren und das Enduromodell XL 500, das um 1980 herum gebaut wurde. Bei dieser Aufzählung handelt es sich nur um einen sehr kleinen Ausschnitt aus der gesamten Motorrad-Produktion Hondas im vergangenen und diesem Jahrhundert.

Der wichtigste Markt ist dabei wie bei allen anderen Honda-Produkten der US-amerikanische Markt. Erst mit weitem Abstand folgt Japan, der Rest Asiens und dann Europa. Die wichtige Expansion im Hinblick auf den Verkauf von Motorrädern hat Honda dabei ab den 1960er Jahren vorgenommen, Erfolgsfaktoren waren hier geringe Produktionskosten aufgrund der entsprechenden Skaleneffekte.

Seinen Höhepunkt in der Fertigung von Motorrädern erlebte Honda im Jahr 1982. In diesem Jahr konnten drei Millionen Einheiten hergestellt werden, ein Wert, den auch Honda selbst in den Folgejahren nicht mehr halten konnte. Grund hierfür sind veränderte Marktbedingungen und eine allgemein geringere Nachfrage nach Motorrädern. Dennoch ist Honda auch heute noch der größte Hersteller von Motorrädern in Japan mit einer jährlichen Produktion von 550.000 Einheiten (Stand: 2006).