Lada Taiga – ein Geländewagen von echtem Schrot und Korn

Mit dem im Jahr 1976 zum ersten Mal erschienenen Lada Taiga legt die russische Autoschmiede einen robusten Geländewagen auf den Tisch, der sich seit seiner Einführung nur im Detail verändern durfte. Der Taiga trägt seinen neuen Namen erst seit dem Jahr 2013, davor hieß er noch Lada Niva. Seit dem Jahr 1995 führt der Taiga stolz ein neues Armaturenbrett zur Schau, ebenso wie ein leicht gesenktes Heck samt niedrigerer Ladekante und Heckleuchten, die nun vertikal statt horizontal angeordnet sind. Im Jahr 2009 erfolgte ein weiteres Facelift samt moderner Elektronik und einem neuen Namen: Der Taiga hieß nun Lada 4x4 und war anstelle eines fünftürigen Modells nur noch als Dreitürer zu haben. Als echter Geländewagen bringt der Taiga auf Wunsch auch Extras wie einen Frontschutzbügel oder eine Gewehrhalterung mit. Merke: Inzwischen wird der Lada 4x4 naben dem Lada Taiga als ausstattungsreduziertes Sparmodell angeboten.

Robust, robuster, Lada Taiga: Ob als Neu- oder Gebrauchtwagen – der Taiga zeigt Haltung

Wenn der Weg des Fahrers oft über nicht asphaltierte Straßen führt, muss ein Geländewagen her, der diese Bezeichnung verdient. Zwar gibt es besser gerüstete und hübschere Fahrzeuge, doch der Lada Taiga bietet seinem Fahrer vor allem eines: Durchhaltevermögen. 1976 wurde der dreitürige Taiga als Lada Niva erstmalig produziert. Damals wirkte seine kastenartige Form mit den großen Fenstern durchaus modern, heute ist der Taiga allerdings eine hoffnungslos veraltete, aber charmante Erscheinung. Dank der erhöhten Sitzposition und seiner robusten Konstruktion findet der Taiga durchaus auch heute noch Freunde. Die mögen auch sein uriges Gesicht, welches dank der über den runden Scheinwerfern angeordneten Blinkern wirkt, als ob der Geländewagen verschmitzt die Augenbrauen hochzieht. Seine Form änderte der mit der internen Bezeichnung Lada 2121 versehene Wagen in seiner langen Karriere nur in wenigen Details. 1993 wurde eine fünftürige Version mit 50 cm längerer Karosserie gebaut, die allerdings offiziell nie in Deutschland angeboten wurde. Dennoch finden sich auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt auch einige der XL-Taigas. 1995 bekam der Lada Taiga zudem ein Facelift, welches mit einem leicht modernisierten Armaturenbrett mit glänzenden Zierelementen sowie einer veränderten Heckpartie einherging. Zum anderen waren die Heckleuchten nun vertikal statt horizontal angeordnet. Das ist Geschmackssache, wirklich praktisch ist beim 95er-Jahrgang jedoch die gesenkte Ladekante des Kofferraumes.

Im Jahr 2009 folgte das zweite Facelift, welches eine Umbenennung des Modells im deutschen Markt in Lada 4x4 nach sich zog und mit einem Update der Fahrzeugelektronik einherging. Interessant: Der Lada Taiga setzt seit 1976 eine selbsttragende Karosserie anstelle einer damals bei Geländewagen eigentlich üblichen Leiterrahmenkonstruktion. Damit könnte der Taiga als Urvater der heutigen SUVs gelten. Aber eben nur fast, denn seine Geländegängigkeit lässt typische SUVs alt aussehen. Und diese Kompetenz bekommt man zum absoluten Sparpreis: Seit 2013 heißt das 10.990 Euro teure Topmodell Taiga 4x4. Parallel gibt es noch den Lada 4x4 als ausstattungsreduziertes Sparmodell ohne Hohlraumversiegelung, Unterbodenschutz und Schutzleisten für 9.990 €.

Mit dem Lada Taiga geht es im Neu- und Gebrauchtwagen über Stock und Stein

Mit der Umbenennung in Lada Taiga im Jahr 2013 hat sich übrigens technisch nichts geändert. Unter dem simplen Blechkleid schlummert immer noch ein vierzylindriges Benzinaggregat mit 1.690 cm³ Hubraum, 61 kW bei 5.000 U/min. und einem maximalen Drehmoment von 129 Nm bei 4.000 U/min. – ein Motor reicht dem Russen. Wozu sollte man auch eine große Auswahl anbieten, wenn das zur Verfügung stehende Triebwerk seinen Zweck ohne zu murren erfüllt? Eine Beschleunigung von 19,0 Sekunden bis Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 137 km/h lassen den Blick von der Schnellstraße in Richtung Gelände wandern. Denn dort kann der robuste Russe zeigen, warum Ladas Erfolgsrezept auch heute noch aufgeht. Im Gelände brettert der Taiga fröhlich drauflos und wird von seinem Fahrer als das eingesetzt, was er ist: Ein praktisch unkaputtbares Werkzeug, welches eine Steigfähigkeit von 58 % und eine maximale Seitenneigung von 48 % mitbringt. Wasserläufe bewältigt der Lada Taiga als Neuwagen oder Gebrauchtwagen mit einer Wattiefe von 65 cm. ESP? Fehlanzeige. Dafür sind im Lada Taiga ein serienmäßiger permanenter Allradantrieb, eine zuschaltbare Differranzialsperre und eine zuschaltbare Geländereduktion enthalten.

Da der Lada Taiga nahezu gänzlich auf Hightech verzichtet und sich solide mechanische Systeme an Bord befinden, können hier handwerklich halbwegs Begabte oft noch selber Hand anlegen. Komplizierte, elektronisch gesteuerte Allradsysteme sucht man hier vergebens. Auch der Motor ist simpel aufgebaut und leistet selbst nach jahrelanger Schwerstarbeit noch seinen Teil. Sollte doch einmal etwas zu Bruch gehen, ist der Schaden schnell entdeckt und behoben. Fast hat man den Eindruck, man könnte den Taiga einfach beim nächsten Dorfschmied abgeben und ihm neue Hufeisen anpassen lassen. Wer sich den Lada Taiga als Gebrauchtwagen zulegen möchte, sollte deshalb auch keine blitzblank gepflegten Schönheiten erwarten. Sicher gibt es auch Liebhaber, die ihren Taiga hegen und pflegen, doch im Allgemeinen wird der Russe ins Gelände geführt und kommt gebraucht mit dem einen oder anderen Kratzer daher. Das macht dem zähen Geländewagen jedoch nichts – wer auch verwegene Fahrzeuge mit der einen oder anderen Narbe akzeptiert, erhält mit einem gebrauchten Lada Taiga einen praktisch unzerstörbaren Freund fürs Leben.

Total rustikal: Der Lada Taiga bringt als Neu- und Gebrauchtwagen alles Nötige mit

Nimmt man im Lada Taiga Platz, fällt der Blick auf ein rustikales Innenleben. Trotz mehrerer Facelifts geben sich die Armaturen im klassischen Kunststoff-Look, während die drei Schalthebel für Gangschaltung, Getriebereduktion und Sperrdifferenzial sich dem Fahrer mit nackten Stahlstangen samt aufgepfropftem Gummiknüppel entgegenrecken. Immerhin: Um hier etwas kaputtzumachen, muss man schon eine Granate ins Auto werfen. Die Sitzbezüge sind aus Stoff und bringen ebenfalls ein eher ursprüngliches Design mit. Es geht rustikal weiter, denn die Fenster sind ebenso wenig elektrisch bedienbar wie die Außen- und Innenspiegel, während die daumendicken Schalter (Lüftung, Warnblinker) in der Mittelkonsole mit einem vernehmlichen Klacken einrasten.

Dementsprechend urig kommt die Zusatzausstattung daher: Von einem Frontschützbügel (umgangssprachlich auch liebevoll Rammschutz genannt) über ein Trennnetz für den 263 l fassenden Kofferraum bis hin zu einer Gewehrhalterung und einer Wildwanne bietet der Lada Taiga als Neu- und Gebrauchtwagen alles Wichtige für den engagierten Forstarbeiter – gegen Aufpreis ist selbst eine Autogasanlage mit Unterflurtank mit an Bord.

Lada Taiga
Produktionszeitraumab 1976
Preis (Neuwagen)ab 10.990 €
Höchstgeschwindigkeit137 km/h
0–100 km/h19,0 Sek.
Verbrauch (kombiniert)9,5 l/100 km
CO₂216 g/km
Zylinder/Ventile4/16
Hubraum1.690 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)61/83 bei 5.000
Drehmoment (Nm bei U/min.)129 bei 4.000
Maße (L x B x H)3.720 mm x 1.680 mm x 1.640
AntriebAllrad
Tankinhalt42 l
TreibstoffSuper/LPG
Leergewicht1.210 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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