Autoleasing – Vorsicht vor der Kostenfalle

Ein Auto zu leasen, lohnt sich für Privatleute kaum. Eine günstige Finanzierung macht dann mehr Sinn.
Kostenfalle Autolesing.
Leasingangebote klingen verlockend. Oft lohnt sich das Finanzgeschäft am Ende aber nicht.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 18.07.2017

Egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen, ein Auto ist meistens eine große Anschaffung, die mit entsprechend hohen Kosten verbunden ist. Autohäuser werben teilweise mit Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Da werden für einen neuen Twingo 50 Euro im Monat verlangt. Der gutgläubige Kunde bekommt dafür ein Auto, das er benutzen kann, als wäre es seins. Oder? Leasingangebote entwickeln sich schnell zur Kostenfalle. Also: Augen auf beim Autoleasing.

Leasingkunden haben nicht die Rechte von Autobesitzern

Leasing funktioniert prinzipiell wie eine Langzeitmiete, mit dem Unterschied, dass der Leasingnehmer (also der Fahrer des geleasten Autos) bei Weitem nicht denselben Service erfährt. So muss sich der Fahrer selber um die Wartung des geleasten Fahrzeuges kümmern. Meistens ist im Vertrag festgelegt, bei welchen Werkstätten der Kunde sein Auto warten lassen muss, und die bitten Leasingkunden gerne kräftig zur Kasse. Wichtig ist auch, dass ein geleastes Auto nicht in den Besitz des Fahrers übergeht. Anstatt eines Autos bekommt der Kunde für sein Geld nur die Erlaubnis, das Auto benutzen zu dürfen. Und zwar nur so, wie es der Leasingfirma passt.

Teure Extrakilometer durch Autoleasing

Mal eben einen Roadtrip durch Europa machen? Nicht im Leasingwagen. In den Verträgen ist eine maximale Laufleistung für das Auto angegeben, die der Kunde nicht überschreiten sollte. Je nach Leasingfirma und Automodell kann jeder Extrakilometer 10 bis 50 Cent kosten. Im schlimmsten Fall kann die Fahrt von Hamburg nach Berlin 144 Euro kosten.

Leasingvertrag ausgelaufen. Jetzt wird es teuer.

Besonders teuer wird es häufig, wenn der Leasingvertrag endet. Bei Vertragsabschluss wird ein Restwert für das Fahrzeug festgelegt. Der Kunde kann den Wagen dann entweder für diesen Restwert erstehen oder hoffen, dass der Zustand des geleasten Autos nach Vertragsende noch gut genug ist. Ein kleiner Kratzer im Lack oder ein Fleck auf dem Sitz kann dann schnell sehr teuer werden, besonders wenn der Prüfer von der Leasingfirma bezahlt wird oder der Restwert des Wagens bei Vertragsabschluss viel zu hoch angesetzt wurde, wie es immer wieder vorkommt.

Leasing oder Finanzierung?

Privatleute sollten kein Auto leasen. Die Angebote richten sich eher an Geschäftsleute und Firmen, die die Leasingraten steuerlich absetzen können. Wenn Geld allerdings keine Rolle spielt und Sie Wert darauf legen, immer mit dem neuesten Auto vorzufahren, kann Leasing die Lösung sein. Indirekt können aber auch Privatleute von geleasten Fahrzeugen profitieren: Leasingrückläufer werden meist extrem gut gepflegt und werden zu sehr fairen Preisen gebraucht verkauft. Mit einem kompetenten Partner, der die Finanzierung übernimmt, ist der Kauf eines Gebrauchtwagens oft günstiger als Autoleasing. Und das ganz ohne Kilometerbegrenzung und Werkstattzwang.


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