Getuntes Auto kaufen – worauf es dabei zu achten gilt

Wir geben Ihnen Tipps, damit Ihr Gebrauchtwagenkauf nicht zum Reinfall wird
Warum der Kauf von getunten Autos mit Risiken verbunden ist
©Andremartinhobbs
sascha
Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 10.04.2015

Ob Sportflitzer, Kleinwagen oder SUV, das Tuning von Autos erfreut sich durch alle Fahrzeugsegmente sehr großer Beliebtheit. Wer aber einen getuntes Auto kaufen möchte, sollte nicht leichtsinnig zugreifen. Worauf man beim Kauf eines getunten Gebrauchtwagens achten sollte, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Ein getuntes Autos kaufen – hier gilt besondere Vorsicht!

Von einem getunten Auto spricht man, wenn Teile wie ein Heck- oder Frontspoiler neu angebracht werden oder aber die werkseitige Innen- und Außenausstattung eines Kfz verändert wird. Wer sein Fahrzeug tunt, möchte ihm dabei eine ganz individuelle Note verleihen. Häufig zeigt sich dies äußerlich durch eine auffällige, spezielle Wagenlackierung oder etwa an einer extremen Fahrzeugniveau-Absenkung sowie einer modifizierten Lichtanlage.

Die meisten Halter möchten ihrem Auto per Tuning vor allem eine sportlichere Optik verleihen und dynamischere Fahreigenschaften erreichen. Doch nicht immer werden Änderungen am Fahrzeug dabei fachgerecht ausgeführt und nicht immer sind diese TÜV-konform. Und nicht immer sieht man gleich auf den ersten Blick, ob ein Auto von seinem Vorbesitzer getunt wurde. Wer ein getuntes Auto kaufen möchte, sollte daher immer ganz genau hinschauen und im Zweifel beim Verkäufer nachfragen.

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Leistungssteigerung und Co.

Wer einen getunten Gebrauchtwagen kaufen will, sollte sich also im Klaren sein, dass möglicherweise nicht nur das werksseitige Design geändert wurde, sondern auch der Motor eine Leistungssteigerung etwa per Chiptuning (Veränderung der elektronischen Motorsteuerung) erhalten hat. Hierbei sollte man beachten, dass sich dies auf die Langlebigkeit einzelner Motorkomponenten auswirken kann, aber auch der Verschleiß an Bremsen, Kupplung und Getriebe wird dadurch erhöht. Nicht selten kann dann eine kostspielige Instandsetzung nötig werden.

Für leistungssteigernde Maßnahmen am Motor, die mehr als 5 Prozent von der Serienversion abweichen, ist sogar eine TÜV-Abnahme erforderlich, da weitere Umbaumaßnahmen etwa an der Bremsanlage nötig sind, um die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs zu garantieren. Kann der Halter die TÜV-Genehmigung nicht nachweisen, ist vom Kauf abzuraten, da das Fahrzeug nicht im Straßenverkehr bewegt werden darf. Im schlimmsten Fall kann dann die Stilllegung des Fahrzeugs drohen.

Vorsicht ist auch bei Änderungen angeraten, die die Fahrzeugdynamik betreffen. So kann ein tiefer gelegtes sowie härter abgestimmtes Fahrwerk unter anderem für einen höheren Verschleiß sowie beeinträchtigen der Karosserie sorgen. Außerdem kann durch die veränderten Fahreigenschaften ebenso die Fahrsicherheit eingeschränkt werden.

Nicht alles was verbaut wird, ist auch erlaubt!

Bereits eine nicht standardmäßige Bereifung oder Befelgung kann ohne gültige Betriebserlaubnis zum Problem werden. Eine nachträgliche Abnahme beim TÜV kostet zusätzliches Geld. Daher gilt es, wenn man ein getuntes Auto zu kaufen gedenkt, darauf zu achten, ob alle nicht werksseitigen Teile in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 eingetragen oder per Allgemeiner Betriebserlaubnis (kurz ABE) freigegeben sind.

Auch bei Umbauten, die die Elektrik betreffen – etwa bei leistungsstarken Soundanlagen – schaut man besser sorgfältig hin. Hier sollten alle Kabel ordnungsgemäß verlegt worden und die Sicherungen in ausreichender Zahl vorhanden sein, um einem möglichen Kabelbrand entgegenzuwirken.

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Privat getunte Fahrzeuge genau unter die Lupe nehmen

Oftmals stecken Tuning-Fans viel Liebe und Geld in ihr Fahrzeug, manchmal fehlt beim Umbau allerdings das nötige Fachwissen. Gerade bei getunten Autos sollte man beim Kauf genauer hinschauen und das Fahrzeug ausgiebig inspizieren. Wurden etwa Karosseriearbeiten ordnungsgemäß und sauber ausgeführt? Wenn Sie ein Fahrzeug bei einem Hobby-Bastler kaufen, lassen Sie es am besten von einem Kfz-Sachverständigen prüfen. Das ist zwar mit Kosten verbunden, könnte Ihnen aber möglicherweise teure Rückbaumaßnahmen ersparen.

Die beste Variante ist es, wenn das Fahrzeug in einer professionellen Tuning-Werkstatt modifiziert wurde. Hier kann man sicher sein, dass alle vorgenommenen Veränderungen mit der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung konform gehen. Lassen Sie sich aber auf jeden Fall für alle nachträglich ausgeführten An- und Umbauten alle Nachweise sowie bei zulassungspflichtigen Modifikationen die entsprechende TÜV-Abnahme vorzeigen.


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