Hart, härter, ACR

Dodge bringt Viper als Rennwagen mit Straßenzulassung
Dodge Viper ACR.
Spoiler- und Hubraum-Monster: Dodge Viper ACR.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 19.05.2015

Köln, 19.05.2015 – Nein, die Dodge Viper gehört weiterhin nicht zu den filigranen, feingeschliffenen Premium-Racern. Ihr Metier ist eher das Grobe – trotz moderner LED-Tagfahrleuchten. Beinharte Performance kann die Viper ab dem Modelljahr 2016 sogar härter denn je zuvor bieten, denn mit der Version ACR kommt das V10-Monster in seiner bisher schärfsten Form.

Obwohl eine Version mit Straßenzulassung, hat die Sonder-Viper ACR (American Club Racer) eine ganz klare Rennstrecken-Präferenz. Das bringt sie mit ihrem Spoilerwerk ziemlich unmissverständlich zum Ausdruck. Zweck dieser augenfälligen Aerodynamik-Maßnahmen, die sich durch einen Leitwerk-Wust an der Front und einen fast zwei Meter breiten Riesenflügel am Heck auszeichnet, ist maximaler Abtrieb. Dodge spricht hier von einer stolzen Tonne bei Höchstgeschwindigkeit. Entsprechend viel Grip und Traktion wird der giftige Ami-Renner selbst in extremen Fahrsituationen bieten.

Ganz schon mächtig: Heckspoiler der Dodge Viper ACR.
Ganz schon mächtig: Heckspoiler der Dodge Viper ACR.
Motorseitig wurde hingegen wenig geändert. Es bleibt natürlich beim 8,4 Liter großen V10-Motor, der statt der sonst üblichen 648 nunmehr 654 PS leistet. Getriebetechnisch ist weiterhin klassische Handarbeit angesagt, denn das Triebwerk ist an eine manuelle Sechsgang-Schaltung gekoppelt. Die Sprintzeit dürfte damit bei rund 3,5 Sekunden liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 285 km/h. Der Verbrauch wird, wie bei der “normalen” Viper, bei knapp über 15 Litern liegen.

 

Bilstein-Fahrwerk und Brembo-Keramik-Stopper

Trotz der kaum erwähnenswerten Leistungssteigerung dürfte die Viper in der ACR-Version deutlich schnellere Runden auf Rennstrecken erlauben als die klassische Variante. Mit diesem Ziel wurde auch das justierbare Bilstein-Fahrwerk (10 Settings) mit härteren Federn und mehr Negativsturz auf bessere Kurvenperformance hin optimiert. Die serienmäßige Carbon-Keramikbremsanlage mit Sechskolben-Zangen von Brembo sowie spezielle Sportreifen von Kumho (295/25/19 vorne, 355/30/19 hinten) erlauben zudem bessere Negativ- und Querbeschleunigungswerte (1,5 g).

Im Innenraum der Viper hat Dodge ein paar Kilo eingespart.
Im Innenraum der Viper hat Dodge ein paar Kilo eingespart.
Zudem wurde noch in einigen Details auf das Gewicht geachtet. So bieten die mit Alcantara bezogenen Sportschalensitze nur eine manuelle Verstellbarkeit. Außerdem gibt es innen Leichtgewicht-Fußmatten und eine Audioanlage, die mit nur noch drei Lautsprechern auskommen muss.

118.000 US-Dollar wird Dodge für seine bereits bestellbare Viper ACR in den USA verlangen. Umgerechnet entspricht das rund 106.000 Euro. In Deutschland wird die Viper offiziell weiterhin nicht vertrieben. Man könnte sie allerdings auf eigene Faust importieren, wobei dann noch Transportkosten und Steuern obendrauf kämen, was wohl einen Preis von mindestens 150.000 Euro provozieren würde. Bleibt abzuwarten, ob Geigercars ein paar von den ACR-Vipern nach Deutschland bringt und welchen Preis der US-Car-Spezialist aus München dann für diese abruft.

(Bildmaterial: Dodge)


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