Mitsuoka Roadster.
Kaum zu glauben, doch unter dieser Retrohaut steckt ein Mazda MX-5.

Endlich Europa

Mitsuoka vertreibt nunmehr seine irren Umbauten auch in England

Köln, 02.06.2015 – Ein häufig und gern verwendetes Adjektiv für Autos der japanischen Kuriositäten-Manufaktur Mitsuoka ist das Wort “irre”. Bei Mitsuoka werden aus klassischen Alltagsmodellen in Handarbeit schwülstig-barocke Fahrzeuge aufgebaut, die zumeist kuriose Ähnlichkeiten mit historischen britischen Autos aufweisen. Eines davon ist der Roadster, ein an Jaguar oder Morgan angelehnter offener Zweisitzer auf MX-5-Basis. Jetzt kommt dieser Frischluft-Mitsuoka offiziell nach England und damit theoretisch auch nach Deutschland.

mario
von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 02.06.2015

Bei dem MX-5 geht es allerdings nicht um die derzeit startende Neuauflage als vielmehr um den zwischen 2005 und 2015 produzierten Vorgänger, und auch nicht um die beliebte Stoffdachversion, sondern um das Roadster-Coupé mit einer variablen Festdachkonstruktion. Das ist übrigens so ziemlich das einzige Karosseriedetail, welches in seinen Proportionen an das Original erinnert. Der restliche Körper wurde hingegen bis zur Unkenntlichkeit modifiziert. Das ist allerdings keineswegs schlecht, denn der deutlich gestrecktere Körper erinnert an den britischen Fahrzeugbau der 1950er-Jahre, wie ihn beispielsweise der Jaguar XK 120 in Reinkultur verkörpert. Riesige, rundliche Radkästen vorne laufen beim Mitsuoka in einem schwungvollen Bogen trittbrettartig ins Heck, während vorne ovale Mini-Scheinwerfer (gemeint ist der BMW Mini) und ein üppiger Chromkühlergrill ganz klar auf Formen einer längst vergangenen Automobilbautradition verweisen.

Flotter Hecktriebler mit modernster Technik

Das ist kein Jaguar, sondern ein Mazda MX-5 alias Mitsuoka Roadster.
Das ist kein Jaguar, sondern ein Mazda MX-5 alias Mitsuoka Roadster.

Technisch hingegen ist der Mitsuoka auf der Höhe der Zeit. Das Fahrzeug wird mit einem Zweiliter-Saugbenziner (160 PS, 218 km/h, 7,9 Sek.) in Kombination mit einem manuellen oder automatischen Getriebe mit jeweils sechs Vorwärtsstufen angeboten. Die gediegene Kraft geht nach guter alter MX-5-Tradition lustbetont allein an die Hinterräder. Insofern bietet der Mitsuoka die technischen Grundvoraussetzungen für gehobenen Fahrspaß.

Gehoben ist auch die Sicherheit, denn Front- und Seitenairbags, ABS, DSC, Traktionskontrolle und einige weitere elektronische Hilfssysteme mit drei Buchstaben sind an Bord. Das klingt dann schon wieder gar nicht nach puristischen Fahrfreuden, wie sie ein 50er-Jahre-Roadster eigentlich versprechen sollte. Aber schön ist es dennoch, wenn man sie an Bord hat. Gleiches gilt für die einige Komfortdetails, wie etwa das vollelektrische Dach, beheizbare Ledersitze und eine Klimaautomatik.

Circa 75.000 Euro

So weit, so gediegen, doch jetzt wird es heftig: Den Vertrieb übernimmt die südlich von London beheimatete Firma T W White & Sons, die für einen Mitsuoka Roadster für 53.800 Britische Pfund, also rund 75.000 Euro haben will. Damit kostet der Japan-Umbau in etwa das Zweieinhalbfache von dem, was Mazda für eine entsprechende MX-5-Basis noch bis vor Kurzem verlangt hat. Dennoch: Angesichts seiner Exklusivität erscheint der offene Mitsuoka durchaus ein Schnäppchen zu sein. Sollte sich tatsächlich jemand außerhalb Großbritanniens für den Kauf eines solchen Roadsters interessieren, muss er allerdings auch mit dem Umstand zurecht kommen, dass es einen Mitsuoka nur als Rechtslenker gibt.

Lesen Sie hier mehr über den Mazda MX-5 auf PKW.de

(Bildmaterial: Mitsuoka)


Alle Artikel in: Autonews

Bei denen mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbe- bzw. sog. Affiliate-Verlinkungen. Klicken Sie auf einen solchen Link und kaufen über diesen Link ein, erhalten wir von dem betreffenden Unternehmen hierdurch eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.