Ford Mustang – welcher Preis fair ist und wie sich die Generationen unterscheiden

Der Ford Mustang hatte schon immer seinen Preis. Einerseits ist das beliebte Ponycar auf dem Gebrauchtwagenmarkt heiß begehrt, andererseits schluckt es für deutsche Verhältnisse eine Menge Sprit. Ob und warum sich die einzelnen Generationen preislich unterscheiden, liegt zum einen an den zur Verfügung stehenden Triebwerken und zum anderen am Design des Mustangs. Als Spiegel der modernen amerikanischen Geschichte passte sich der Mustang dem Schicksal des Landes an und änderte seine Form und seine Motorisierung von Generation zu Generation teils drastisch. Während der Original-Mustang von 1964 Preise von 150.000 € und mehr erzielen kann, bekommt man den Mustang der vierten Generation von 1994 bereits ab 2.500 €. Der Geschmack des interessierten Fahrers spielt natürlich ebenfalls in die Kaufentscheidung mit hinein, doch das ist eben das Schöne am Mustang: Er hält für jeden Fahrertypen das richtige Modell bereit.

Der Ford Mustang bietet starke Ford-Qualität zu einem angemessenen Preis

Er bringt eine Geschichte mit, die sich am Auf und Ab seines Ursprungslandes orientiert und kommt in unzähligen Blechkleidern, Farben und Motorisierungen daher. Da der Ford Mustang Preise erzielt, die seiner Geschichte in Sachen Vielseitigkeit in nichts nachstehen, ist der geneigte Käufer oft überrascht, wenn der Mustang seiner Wahl erheblich teurer oder günstiger daherkommt als erwartet.

Noch bevor auf die einzelnen Jahrgänge eingegangen wird, sollen an dieser Stelle ein Paar grundsätzliche Tatsachen festgehalten werden: Wenn auf dem Wagen der Schriftzug Cobra prangt, kann der Preis für den Ford Mustang durch die Generationen hinweg raketenartig in die Höhe schießen. Seinen Grund findet diese plötzliche Preisexplosion darin, dass die sogenannten Cobra-Modelle die, vom Tuner Shelby bis 1970 unter diesem Signet modifiziert, zunächst nur für Dragrennen und später auf Rundkursen zum Einsatz kamen. Die dementsprechend muskelstrotzden Maschinen sind oft an ihrem silbrigen Kühlergrill und dem Cobra-Label zu erkennen und drücken ihren Fahrer mit aufbrüllendem V8-Motor allerdings so prächtig in den Sitz, dass der hohe Preis für den betreffenden Ford Mustang schnell in den Hintergrund tritt – Preise von 140.000 € sind an dieser Stelle jedoch keine Seltenheit. Wer sich einen echten Cobra zulegen möchte, tätigt definitiv eine größere Investition und sollte auf sein Schätzchen gut achtgeben.

Achtung: Cobra ist nicht gleich Cobra. Ab dem Jahr 1970 wurde der originale Shelby-Cobra eingestellt. Alle weiteren Cobras wurden von Ford in ohne Shelby-Weihen und ohne großartige Modifikationen montiert. Diese Modelle sind zum Teil sehr billig zu bekommen und unterschieden sich in der Hautpsache rein äußerlich von der Standardvariante.

Ein weiterer Garant für hohe Preise ist die Mitwirkung des Tuners Shelby. Bereits bei der Einführung des Mustang im Jahr 1965 meldete sich die kleine Tuningwerkstatt zu Wort und ging ab diesem Zeitpunkt eine für beide Seiten fruchtbare Symbiose mit dem Ford-Konzern ein. Die in Zusammenarbeit mit Ford entstandenen Modelle besitzen entweder die Bezeichnung GT350 oder GT500 im Namen und spendieren dem Ford Mustang neben einem stattlichen Preis auch eine deutliche Leistungssteigerung. Noch teurer wird es bei den After-sales-Lösungen von Shelby selbst: Bringt der Ford Mustang die Bezeichnung GT (ohne 350 oder 500 im Namen), 1000 oder Super Snake mit, steht der Fahrer zum einen vor den leistungsstärksten Mustang. Modellen, die es derzeit auf dem Neu- und Gebrauchtwagenmarkt zu kaufen gibt. Zum anderen erzielt ein Ford Mustang in der Version als Shelby Super Snake einen Preis, der sich mit den Kosten eines kleinen Einfamilienhauses messen kann: Hier fängt man erst ab sportlichen 180.000 € überhaupt mit dem Rechnen an. Wer sich den Mustang also nur ob seines schicken Äußeren zulegen möchte, schaut lieber dreimal auf die Bezeichnung, bevor er sich in ein Fahrzeug verliebt.

Generationenfrage: Der Preis für den Ford Mustang ist auch eine Sache des Kultfaktors

Neben der Motorisierung und eventuellen Spezialmodellen spielt auch der Jahrgang des Ford Mustang stark in den Preis mit hinein. Der Grund dafür ist einfach: Der Mustang ist das kultigste Ford-Modell überhaupt und versprüht vor allem in seinen frühen Erscheinungsformen ein spürbares Flair von Freiheit und Abenteuer. Ein originaler Ford Mustang aus dem Jahr 1964 erzielt deshalb auch Preise von 150.000 € und mehr – kein Wunder, gehört er doch weltweit mit zu den begehrtesten Oldtimern überhaupt. Als Begründer der Gattung Ponycar und mit einem kräftigen V8-Motor ausgerüstet, erntet der Mustang heute ebenso als Fastback wie als Coupé bewundernde Blicke. Die Versionen aus dem Jahr 1967 bis 1970 fangen mit Bastelfahrzeugen für Liebhaber bei ca. 10.000 € an und erreichen bei guter Pflege auch einmal die 90.000-€-Grenze. Die 71er- bis 73er-Mustangs kommen besonders groß und mit kleinen Glasflächen daher. Damals für ihre Größe gerügt, erzielt der 71er-Ford-Mustang einen Preis von bis zu 140.000 € in der Shelby-Version; wer sparen möchte, legt anstelle des Cobra-Jets einen normalen Mustang zu und erhält damit immer noch einen starken V8 für Preise ab 16.000 € aufwärts.

Die zweite Generation schrumpfte gleichermaßen in ihren Ausmaßen und ihrer Motorisierung. Die 4,9-l-Motoren reichen bis zu 134 kW, was im Vergleich mit den maximal 276 kW des Vorgängers nicht gerade viel ist. Trotzdem ist der von 1973 bis 1978 produzierte Ford Mustang seinen Preis wert, denn neben dem schicken Äußeren des Wagens legt der Fahrer hier bei gut erhaltenen Fahrzeugen bis zu 12.000 € auf den Tisch – wer in Heimarbeit ein wenig nachhelfen möchte, findet den Mustang der zweiten Generation bereits ab 9.000 €.

In seiner dritten Generation brachte der Mustang zum ersten Mal einen Vierzylinder mit – der Ölkrise sei dank. Sein Äußeres wandelte sich mit einem im Vergleich sehr kleinen Kühlergrill und viereckigen Scheinwerfern stark, der Kultfaktor des Wagens bleibt jedoch ungebrochen. Wer sich einen Ford Mustang zum kleinen Preis zulegen möchte, erhält mit dem 104 kW starken 2,3-l-Turbo-Vierzylindermotor aus dem Jahr 1979 ab 5.000 € einen echten Oldtimer im schneidigen Blechfrack. Im Jahr 1993 lief die Produktion des dritten Mustang aus; allerdings nicht ohne noch schnell die Cobra-Version mit 171 kW auf den Markt zu bringen. Als Vertreter der nicht von Shelby modifizierten Cobras stellt dieser Ford Mustang stellt mit einem Preis ab 15.000 € eines der günstigeren Cobra-Modelle dar.

Der Ford Mustang ist seinen Preis wert, egal in welcher Generation

Zum 30. Geburtstag des Mustangs kam im Jahr 1994 die vierte Generation auf den Markt und brachte mit bis zu 290 kW Leistung wieder ein wenig mehr Feuer in die Fahrzeugreihe. Das Äußere des Wagens ist mit seinem kleinen Kühlergrill und den langen, schmalen Scheinwerfern klassisch, konnte damals aber nicht jeden Mustang-Fan überzeugen. Heutzutage findet man das Basismodell mit einem 3,6-l-V6-Motor und 108 kW bereits für 2.500 € – der Vierer gehört mit zu den günstigsten Wildpferden und stellt für sparsame Liebhaber von US-Fahrzeugen eine gute Gelegenheit dar, ein wenig echte Mustang-Luft zu schnuppern.

Ganz anders sieht es da schon wieder beim Mustang der fünften Generation aus. Der im Jahr 2004 erschienene Wagen bringt in seiner frühen Erscheinungsform bereits eine lange Motorhaube und deutlich klassischere Formen als seine Vorgänger mit. Dementsprechend steigt der Preis beim 5. Ford Mustang auch bei immer noch vertretbaren 10.000 € ein – in diesem Fall erhält der Fahrer den Ford Mustang als Gebrauchtwagen zumeist in der Einstiegsmotorisierung mit 157 kW und einem 4,0-l-V6-Motor. Im Jahr 2010 erhielt der Mustang eine komplette Überarbeitung und kommt seitdem mit erheblich moderneren Formen daher. Dank seines schicken Blechkleides und des hochwertigen Interieurs wächst der Einstiegspreis auf 16.000 € – soll es anstelle des zahmen V6 ein V8 sein, steigt der Preis des Ford Mustang auf mindestens 19.000 € an. Als besonderes Bonbon bietet der Mustang der fünften Generation ab 2013 in seiner Shelby-Version auch den bisher stärksten Serien-V8 der Welt: 494 kW sind dem interessierten Mustang-Fan auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt mindestens 60.000 € wert. Das Gefühl, auf einem tobenden mechanischen Wildpferd über die Autobahn zu fegen, macht den Preis des Ford Mustang Shelby jedoch allemal wett.

Die seit 2015 in Deutschland angebotene sechste Generation des Ford Mustang erscheint im Vergleich zu seinen Vorgängern eher wie ein Raubtier als wie ein Wildpferd: Die Haifischnase der frühen Versionen wird vom 2015er-Mustang neu interpretiert und durch einen grimmigen Kühlergrill und aggressive Schlitzaugen ergänzt. Als Neuwagen gibt es den neuen Ford Mustang bereits ab 35.000 € – wenn sich der Fahrer mit der sehr knackigen Vierzylinderversion ohne Zusatzausstattung begnügen möchte. Als V8 (welcher gleichzeitig die GT-Version darstellt) kann der Ford Mustang einen Preis von 46.000 € erreichen. Eine Leistung von bis zu 310 kW versüßt dem Fahrer den Kauf allerdings gehörig.

Ford Mustang
ProduktionszeitraumSeit 1964
Preis (Gebrauchtwagen)ab 2.500 €
Höchstgeschwindigkeit148-335 km/h
Verbrauch (kombiniert)16,7–3,5 l/100 km
CO₂306–179 g/km
Zylinder/Ventile4/8; 4/16; 6/12; 6/24; 8/16; 8/32
Hubraum2.300–7.015 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)75/102 bei 5.600; 494/672 bei 5.200
Drehmoment (Nm bei U/min.)212 bei 4.500; 856 bei 3.200
Maße (L x B x H)4.613 mm x 1.732 mm x 1.344; 4.780 mm x 1.920 mm x 1.380
AntriebHeck
Tankinhalt59-75 l
TreibstoffSuper
Leergewicht1.089–1.747 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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