Mercedes Oldtimer kaufen – worauf gilt es zu achten?

Welche Modelle mit dem Stern sind besonders gefragt und was sollte man bei den alten Fahrzeugen unbedingt wissen?
Der 300 SL gilt als einer der Klassiker von Mercedes-Benz.
©S.Nendza
sascha
Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 12.05.2015

Oldtimer-Fans, die Wert auf Prestige und Qualität legen, wissen die Vorzüge eines alten Mercedes-Benz zu schätzen. Wer einen Mercedes Oldtimer kaufen möchte, sollte aber keinesfalls zu blauäugig an den Kauf herangehen. Wir verraten Ihnen, welche Modelle beliebt sind und was man beim Kauf beachten sollte.

Mercedes Oldtimer kaufen – hierauf gilt es zu achten!

Die Beliebtheit der Mercedes-Oldtimer hat sicherlich verschiedene Gründe. Beim Anblick des aufregenden Designs der Oldies geraten nicht nur Nostalgiker schnell ins Schwärmen. Der individuelle Zauber der Fahrzeuge lässt bei vielen Autofans die Leidenschaft für Historisches entfesseln und den Wunsch aufkeimen, einen Mercedes Oldtimer zu kaufen. So scheint es kaum verwunderlich, dass unter den in Deutschland beliebtesten zehn Oldtimern, gleich sechs Fahrzeuge von Mercedes-Benz rangieren.*

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W123 – das meistverkaufte Mercedes-Modell

Einer der verbreitetsten und beliebtesten Oldies, die der Stuttgarter Autoschmiede entsprangen, ist der Mercedes-Benz der Baureihe W123. Er zählt zur oberen Mittelklasse, die heute der E-Klasse entspricht. Fast 2,7 Millionen Fahrzeuge liefen zwischen 1975 und 1986 vom Band. Nach dem VW Käfer zählt der W123 mit rund 12.000 Zulassungen hierzulande zu den begehrtesten Oldtimern. Und die Tendenz ist weiterhin steigend, denn bis 2016 erreicht noch so mancher Youngtimer das Oldtimer-Alter. Wer einen W123 kaufen möchte, sollte aber ganz genau hinschauen und einen wählen, der das begehrte H-Kennzeichen (“H” steht für historisch) hat bzw. es sicher erhält.

Wer ein gut erhaltenes Fahrzeug mit H-Kennzeichen erwerben möchte, sollte mindestens einen mittleren vierstelligen Betrag in die Hand nehmen. Dafür bekommt man dann einen gut ausgerüsteten Mercedes-Benz Oldtimer zu kaufen, der bereits über Servolenkung, Zentralverriegelung und mitunter sogar über ein Automatikgetriebe verfügt.

Auch das Vorgängermodell des W123, der als Strich-8 bekannt ist, ist nicht minder beliebt bei Liebhabern von alten Autos. Ebenso erfreut sich die Mercedes-Benz “Heckflosse”, die von 1959 bis 1968 als Baureihen W110, W111, W112 produziert wurde, einer großen Anhängerschaft.

Für Mercedes-Liebhaber dürfte auch der Nachfolger des W123 immer interessanter werden. Die ersten Fahrzeuge der ab 1984 gebauten W124-Baureihe haben das Oldtimer-Alter erreicht und gelten bisher noch als Geheimtipp.

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SL-Klasse im Fokus: von Pagode bis Heckflosse

Ganz besonders beliebt, aber auch rar und teuer, sind die sportlichen Roadster der SL-Klasse aus den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren. Ein Klassiker sondergleichen ist der als “Pagode” bezeichnete Mercedes-Benz W 113. Der zwischen 1963 und 1971 gebaute Roadster lässt jedes Männerherz höher schlagen. Von dem begehrten Faltdach-Cabriolet, das es in drei Modellvarianten gab, wurden nur rund 49.000 Exemplare produziert, wovon rund die Hälfte ins Ausland verkauft wurden. Heute sind vom W113 noch etwas mehr als 4.000 Fahrzeuge auf deutschen Straßen als Oldtimer unterwegs. Wer diesen Mercedes Oldtimer kaufen möchte, benötigt allerdings schon eine gut gefüllte Geldbörse. Unter 50.000 Euro bekommt man einen gut erhaltenen W113 kaum.

Ebenfalls ein begehrtes Sammlerobjekt ist der direkte Nachfolger der Pagode, der SL R 107, der von 1971 bis 1989 gebaut wurde. Wichtig ist, dass man bei solchen Mercedes-Oldtimern darauf achtet, das sich die Fahrzeuge in einem originalgetreuen Zustand befinden und keine Umbauten erfolgten. Bei Cabrio-Modellen sollte zudem darauf geachtet werden, dass auch das Verdeck in einem guten Zustand ist.

Wie bei allen älteren Fahrzeugen sollte man besonderen Wert auf eine rostfreie und intakte Karosserie legen. Wer beabsichtigt, einen Mercedes Oldtimer zu kaufen, sollte viel Zeit für die Besichtigung des Fahrzeugs einplanen, denn oft stecken Korrosion und Mängel im Detail und sind dem Auge oft gut verborgen. Manche Ersatzteile sind schwer und kaum zu erschwinglichen Preisen zu erhalten, dies gilt insbesondere für Chrom- und andere Zierteile.

Wer gerne selbst Schraubendreher und Schweißgerät in die Hand nimmt, der sollte sich vor dem Kauf eines Mercedes-Oldtimers vor allem über die Versorgungslage von Ersatzteilen informieren. Für viele Oldies mit dem Stern ist diese zwar relativ gut, die Instandhaltung der Fahrzeuge im vorgerückten Alter aber mitunter kostspielig und aufwendig. Und nur mit der nötigen Fachkenntnis sollte man den alten Klassikern zu Leibe rücken. Größere Veränderungen am Fahrzeug können unter Umständen sogar dazu führen, dass der Wagen nicht mehr als Oldtimer anerkannt wird und die vermeintliche Wertanlage zum Geldgrab mutiert. Denn wer etwa anstelle von Originalteilen Nachbauten verwendet, bekommt kein H-Kennzeichen und setzt damit den Wert des Autos herab.

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Oldtimer von Mercedes-Benz, deren Kauf mit fortschreitender Seltenheit für den Otto-Normal-Bürger kaum noch erschwinglich ist. Erfahren Sie hier, worauf Sie generell achten sollten, wenn Sie einen Oldtimer kaufen möchten.

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*ermittelt anhand der Zulassungsstatistiken von 2014


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