Android Auto vs. Apple Carplay: Welches System hat die Nase vorn?

Wie Google und Apple um die Vorherrschaft im Auto kämpfen
Android Auto oder Apple Carplay
Wer macht es besser: Android Auto oder Apple Carplay? Bild: Volkswagen.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 18.01.2019

Autos sind echte Wunderwerke der Technik. Sie fahren sich teilweise selbst, hüllen ihre Insassen bei einem Unfall in Luftkissen und erkennen mittlerweile sogar Verkehrsschilder. Warum aber wird all das immer noch von Systemen gesteuert, die aussehen, als hätte sie ein koffeinsüchtiger Teenager Anfang 2003 zusammengewürfelt? Eingebaute Entertainmentsysteme fühlen sich in aller Regel mehr als antiquiert an. Ein Klick auf den Touchscreen braucht mehrere Sekunden, um eine Aktion auszulösen, und die Menüs sind eine Beleidigung für den guten Geschmack. Smartphones können das besser, und seit der Einführung von Apple Carplay und Android Auto scheinen die Autohersteller endlich das Richtige zu tun und die Entwicklung von Navigations- und Unterhaltungssystemen denen zu überlassen, die wissen, was sie tun.

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Apple Car Play und Android Auto gegen veraltete Technik

Eingebaute Navigations- und Entertainmentsysteme müssen viele widrige Bedingungen überstehen. Stark schwankende Temperaturen und dauernde Vibrationen fordern ihren Tribut. Dabei ist ein Autoleben viel länger als die Lebensdauer des durchschnittlichen Smartphones. Darum opfern die Computer im Auto Leistung für Zuverlässigkeit. Sie sind also extrem haltbar, aber niemand will sie wirklich benutzen. Da macht es doch Sinn, den Taschencomputer, den mittlerweile fast jeder Mensch mit sich herumträgt, für diesen Zweck zu nutzen.

Sowohl Android Auto als auch Apple Carplay sind nichts anderes als eine Schnittstelle, mit der eine angepasste Version der Benutzeroberfläche des jeweiligen Smartphones auf dem Touchscreen des Autos dargestellt werden kann. Der Vorteil: Das System ist schick und schnell, immer mit dem Internet verbunden, es kann alles, was ein Entertainmentsystem können muss, und die Spracheingabe funktioniert mittlerweile wirklich gut. Wer hat aber die Nase vorn: Apple Carplay oder Android Auto?

Was kann Apple Carplay, was kann Android Auto?

Im Grunde gibt es zwischen den beiden Systemen keinen großen Unterschied. Die wirklichen Alleinstellungsmerkmale liegen im Detail. Gerade wenn man viel fährt und häufig mit seinem Auto interagieren muss, könnte das Design durchaus ein entscheidender Faktor sein. Natürlich ist das kaum objektiv zu beurteilen. Wir persönlich würden Android Auto Apple Carplay vorziehen. Die Oberfläche erscheint intuitiver, man muss also weniger mit ihr interagieren, um an die gewünschte Information oder Funktion zu gelangen. Das bedeutet, dass man die Augen länger auf der Straße und die Hände länger am Lenkrad halten kann. Letzten Endes ist das Design aber natürlich Geschmackssache.

Apple Carplay und Android Auto: Wie kompliziert ist die Einrichtung?

Auch bei der Einrichtung hat ebenfalls weder Apple Carplay noch Android Auto die Nase vorn. Wenn Ihr Auto beide Systeme unterstützt, ist die Einrichtung kinderleicht: Das Smartphone wird über ein Kabel mit dem Radio verbunden, dann muss der Menüpunkt für das jeweilige System gewählt werden. Fertig. Die echte Herausforderung liegt aber im Funktionsumfang der Angebote selbst, und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Apple neigt eher dazu, die Apps auf seinen Geräten streng zu kontrollieren. Das hat den Vorteil, dass die Apps für Carplay gründlich getestet und angepasst werden, schränkt aber den potenziellen Funktionsumfang stark ein. Android Auto geht damit etwas anders um: Wenn eine App behauptet, für das Auto angepasst und keine Video- oder Fotoapp zu sein, dann wird sie auch dargestellt. Wer also beim Autofahren gerne obskure Dinge hört oder Karten von Drittanbietern nutzen möchte, wird mit der Google-Alternative also wahrscheinlich glücklicher.

Apple Carplay und Android Auto: Das Auto wird kommunikativ?

Und dann wäre da noch die Sache mit dem Sprachassistenten. Apple nennt seine Version liebevoll „Siri“. Weil bei Google echte Kreativgenies arbeiten, heißt der Assistent hier „Google“. Welches System präziser arbeitet, ist schwer zu sagen, aber Siri hat Probleme beim Zugriff auf Apps, die nicht direkt von Apple kommen. Musik mit Spotify abspielen? Fehlanzeige. Navigieren mit Google Maps? Auch nicht. Und hier liegt auch schon das Hauptproblem mit Apple Carplay: Apple Karten fehlen einige Funktionen, allen voran Offlinekarten: Bei der Navigation wird das Kartenmaterial in Echtzeit geladen. Das belastet das Mobildatenvolumen und ohne Empfang ist man schnell orientierungslos. Android Auto erlaubt dem Nutzer, die Karten zu Hause über das WLAN-Netzwerk herunterzuladen. So wird Offlinenavigation möglich. Und dann wäre da noch die Sache mit der Kompatibilität. Viele neue Autos unterstützen beide Systeme, aber: Seit einer Weile kann man Android Auto auch auf dem Handydisplay nutzen. Anstelle eines teuren neuen Radios oder sogar eines neuen Autos kommt man so auch mit einem günstigen Handyhalter in den Genuss, die Zukunft im Auto zu haben. Mit einem Ladegerät für den Zigarettenanzünder und einem Klinkenkabel für das Autoradio läuft die eigene Musik auf älteren Radios und zehrt nicht zu sehr am Akku.

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