Am 16. April 2015 wurde verstärkt geblitzt.
Über drei Millionen Fahrzeuge wurde beim Blitzmarathon 2015 kontrolliert.

War was?

Abschlussbilanz zum Blitzmarathon 2015

Köln, 21.04.2015 – Das Medienecho war mal wieder gewaltig: Am 16. April 2015 fand der dritte bundesweite Blitzmarathon statt, auf den die Verkehrsteilnehmer in allen Nachrichtenkanälen intensiv eingestimmt wurden. Einige haben die omnipräsenten Warnungen allerdings scheinbar überhört, denn insgesamt hat die Polizei an diesem Tag über 90.000 Temposünder registriert. In den allermeisten Fällen kam es nur zu geringfügigen Überschreitungen, manche Raser werden allerdings für längere Zeit ihren Lappen abgeben dürfen.

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von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 21.04.2015

Wirklich erstaunliche Zahlen hat der jüngste Blitzmarathon wieder einmal nicht liefern können. Im Großen und Ganzen bewegten sich Auto- und Motorradfahrer an diesem Tag recht gesittet auf den deutschen Straßen. Wobei es interessante regionale Unterschiede gab: Während im Stadtstaat Hamburg lediglich 2.060 Tempoverstöße registriert wurden und damit nur 0,5 Prozent aller kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren, wurde in Berlin bei 4,8, in Bremen bei 4,9 und im Saarland sogar bei 6,0 Prozent aller Kontrollen ein Verstoß festgestellt. Dass hier zwischen den relativ hohen “Raser”-Quoten und den jeweils klammen Haushaltskassen eine gewisse Parallelität besteht, könnte Zufall sein.

Interessant ist der Vergleich zum Blitzmarathon im Jahr 2013: Hier waren bundesweit 2,8 Prozent aller gemessenen Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs, 2015 stieg der Anteil auf 3,2 Prozent. Im Schnitt geht es also während eines Blitzmarathons halbwegs zivilisiert auf unseren Straßen zu, wenn auch 2015 wieder einmal einige absurde Geschwindigkeitsübertretungen gemessen wurden. So war auf der A1 bei Köln ein Autofahrer mit 204 statt der erlaubten 100 km/h unterwegs, während in Aachen eine Frau mit 71 km/h gemessen wurde, obwohl nur 30 erlaubt waren. Solche Ausreißer blieben allerdings die Ausnahme.

Angesichts der deftigen Strafen werden diese wenigen erwischten Extrem-Raser wohl künftig, zumindest wenn sie ihren Führerschein wiederbekommen haben, etwas aufmerksamer fahren. Doch ob der Blitzmarathon das deutsche Autofahrervolk allgemein zur Räson bringen kann, darf bezweifelt werden. Raser gehören zum Straßenverkehr wohl leider dazu. Das Risiko, erwischt zu werden, wird für Temposünder jenseits der Blitzmarathon-Tage weiterhin niedrig bleiben.

(Bildmaterial: Polizeidirektion Göttingen)


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