Weit jenseits aller Vernunft

Brabus motzt den Mercedes S 65 AMG zum Rocket 900 auf
Brabus Rocket 900.
Wenn schon, denn schon: Mit dem Brabus Rocket 900 kommt der S 65 AMG erst richtig auf Touren.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 12.05.2015

Köln, 12.05.2015 – Das Protzgehabe ist des Tuners Steckenpferd. Doch nur wenige Fahrzeugveredler treiben es mit dem Aufmotzen derart auf die Spitze wie Brabus. Absolut spitze ist zum Beispiel der frisch aufgelegte Rocket 900, bei dem die Bottroper sowohl leistungstechnisch als auch bei der Ausstattung ganz dick auftragen.

Basis für den 900 ist die keineswegs untermotorisierte Mercedes-Benz S-Klasse in der AMG-Zwölfzylinder-Variante S 65. Doch der hochpotente V12-Biturbo geht nach der Brabus-Kur noch einen spür- und messbaren Schritt weiter in Richtung Vortriebswahnsinn. 900 PS und 1.200 Newtonmeter werden allein an die zwischenzeitlich gewiss überforderten Hinterräder weitergeleitet. Praktisch ist der Rocket sogar für 1.500 Newtonmeter gut, doch wurde diese Urgewalt elektronisch auf ein noch vertretbares Maß begrenzt.

Die spezielle Auspuffanlage des Rocket 900 dürfte für krassen Sound sorgen.
Die spezielle Auspuffanlage des Rocket 900 dürfte für krassen Sound sorgen.
Entsprechend fix kommt der 2,3-Tonner aus den Startblöcken: 3,7 Sekunden dauert der 100-km/h-Sprint, während die 200 km/h schon nach 9,1 Sekunden fallen. Zum Vergleich: Der S 65 AMG braucht für den Sprint 4,3 Sekunden. Allerdings: Würde der Rocket 900 über Allradantrieb verfügen, sollte die Sprintzeit wohl noch deutlich kürzer ausfallen. Stärker ausgereizt hat man hingegen die Möglichkeiten bei der Höchstgeschwindigkeit, die laut Brabus jenseits von 350 km/h liegen soll. Bleibt die Frage, wo man diesen Wert jemals ausfahren soll.

Massiver Umbau des Motors

Eine Leistungssteigerung um 270 PS im Vergleich zur Serienversion des S 65 erreicht man nicht mehr durch einfaches Chiptuning. Brabus hat deshalb in umfangreicher Weise auch die Motorhardware umgekrempelt. Neben einer Hubraumvergrößerung von 5,5 auf 6,3 Liter wurden auch die beiden Turbolader größer dimensioniert. Eine aus dem Vollen gefräste Spezialkurbelwelle, Spezialpleuel und geschmiedete Kolben wurden dem V12 eingepflanzt. Neue Auspuffkrümmer und eine Brabus-eigene Auspuffanlage mit einer über eine Lenkradtaste regelbaren Klappensteuerung runden den reinen Motorumbau ab. Desweiteren musste der Antriebsstrang auf die neue Power hin angepasst werden. Die serienmäßige Siebengang-Automatik wurde verstärkt und ein spezielles Sperrdifferenzial mit 40-prozentiger Sperrwirkung montiert.

Auf Wunsch kann man die Sitze von Brabus noch feiner beledern lassen.
Auf Wunsch kann man die Sitze von Brabus noch feiner beledern lassen.
Eine Fahrwerksabsenkung und ein Aerodynamik-Paket sorgen darüber hinaus für eine optimierte Straßenlage und ein optisch souveräneres Auftreten. Wer noch Karbon-Keramik-Stopper wünscht, kann diese bereits bei Mercedes-AMG ordern. Eher als eine Art Verschlimmbesserung könnte man die Anbauteile aus Karbonlaminat werten. Zusammen mit den bis zu 22 Zoll großen Leichtmetallrädern ist der Rocket dank dieser Umbaumaßnahmen allerdings eine auffällige Erscheinung.

Sechsstelliger Aufpreis

Zeigen, was man hat, lautet das Lebensmotto der meisten Brabus-Kunden. Und haben muss man in der Tat viel, denn zusätzlich zu der über 230.000 Euro teuren Basis des Mercedes S 65 AMG kostet die Brabus-Spezialkur nochmal rund 50 Prozent Aufschlag. Diesen Preis kann man noch deutlich in die Höhe treiben, denn neben feinen Lederbezügen bietet der Tuner aus Bottrop noch Holz- und Carbon-Applikationen für den Innenraum und ein spezielles Multimedia-Entertainment-System an. Und dabei muss es nicht bleiben, denn Brabus erfüllt auch sehr individuelle Wünsche, bei denen Geld eine eher untergeordnete Rolle spielen darf.

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(Bildmaterial: Brabus)


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