Die vielen Gesichter des VW Bulli

Diese Remakes des VW Bulli sind leider nie in Serie gegangen. Oder?
Der Anfang und das vorläufige Ende des VW Bulli
Links der alte, rechts der neue Bulli. So enwickelte sich der Kulttransporter.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 28.06.2017

Legendäre Autos gibt es viele, aber nur eins transportiert neben Menschen und Waren auch so stark ein Lebensgefühl wie der erste Transporter von VW. Als Auto war der Minibus nie sonderlich gut: Die erste Version kam mit einem 25-PS-Motor daher, von Null auf Hundert konnte der den Bus nie beschleunigen: Bei 85 km/h war Schluss. Sobald die Landschaft etwas hügeliger wurde, ging das große Zittern los: Schafft der Bus es über die nächste Kuppe, oder rollt er einfach rückwärts wieder herunter? Trotzdem wurde der Original-Bulli der beliebteste Transporter seiner Zeit, besonders, weil er für seine Größe sehr günstig war. Heute ist der T1 einer der beliebtesten Oldtimer aller Zeiten, die Preise für gut erhaltene Exemplare übersteigen häufig 50.000 Euro. Neben einem Auto bekommt man dafür aber auch ein Lebensgefühl und das Erbe einer Zeit, die vielen Menschen einfacher erschien. Und natürlich haben Designer und Fantasten über die Jahre mit dem kulturellen Erbe des T1 gespielt. Das sind die vielen Gesichter des VW Bulli:

###VW Bulli für die Jahrtausendwende: Der Microbus

Auch Volkswagen weiß um die Popularität des Bulli und wollte das Konzept immer wieder aufleben lassen. 2001 stellte der Konzern auf der NAIAS in Detroit den Microbus vor, der das Erbe des ehrwürdigen T1 in Amerika antreten sollte. Nach durchgehend positiven Reaktionen auf der ganzen Welt rechnete VW zunächst mit einem jährlichen Produktionsvolumen von 80.000 Einheiten. Letzten Endes sollte es nie dazu kommen: Zu schwer und zu teuer sei der Microbus während der Entwicklung geworden. Trotzdem, das Konzeptfahrzeug sieht sogar 16 Jahre später noch cool aus und hätte ein echter Erfolg werden können.

So hätte der Bulli um das Jahr 2000 ausgesehen. VW Media
So hätte der Bulli um das Jahr 2000 ausgesehen. VW Media
So stellte man sich im Jahr 2000 modernes Retrodesign vor. VW Media
So stellte man sich im Jahr 2000 modernes Retrodesign vor. VW Media

###VW baut einen i-Bus: Der Budd-E

Wenn Designer von Apple und VW nach einer Messe unter dem Einfluss von Testosteron und Gin and Tonics wilde Orgien feiern, dann ist das Ergebnis dieser unheiligen Allianz sicher so etwas wie der VW Budd-E. Die Verwandtschaft zum Ur-Bulli ist nur noch ganz entfernt zu sehen und auch das Innenleben hat sich radikal verändert: Mehr als 300 elektrische Pferdestärken zerren an dem Konzeptfahrzeug, in unter 7 Sekunden ist man bei 100 km/h. Hat mit dem T1 nicht mehr viel zu tun, ist trotzdem cool.

Passend zum iPad, iPod und iKlo sollte der Budd-E die Designerherzen erobern. Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com
Passend zum iPad, iPod und iKlo sollte der Budd-E die Designerherzen erobern. Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com
Touchscreens und Tablets statt Schalter und Knöpfe. Ist das noch ein Auto? Miro Vrlik Photography / Shutterstock.com
Touchscreens und Tablets statt Schalter und Knöpfe. Ist das noch ein Auto? Miro Vrlik Photography / Shutterstock.com

###Hat das noch Charme? Der I.D. Buzz

Der ID Buzz ist eine Weiterentwicklung des Budd-E und hebt sich von allen anderen Konzeptstudien durch einen wichtigen Unterschied ab: Er geht in Serie. Volkswagens Baukastenprinzip für Elektroautos macht die Konstruktion simpel und ein Auto mit hohem Nostalgiefaktor ist genau das richtige, um über schwarze Dieselwolken hinweg zu trösten. Wie viel von dem Charme zwischen Touchscreens und Head-up-Displays am Ende noch übrig bleibt, muss sich aber zeigen.

Bulli des 21 Jahrhunderts. Mit LED, ElektroALLES und extra schicken Strandfotos. VW Media
Bulli des 21 Jahrhunderts. Mit LED, ElektroALLES und extra schicken Strandfotos. VW Media
Steuerung per Tablet und Lenkrechteck. Ob der meditierende Gartenzwerg zur Serienausstattung gehört, ist aktuell nicht bekannt. VW Media
Steuerung per Tablet und Lenkrechteck. Ob der meditierende Gartenzwerg zur Serienausstattung gehört, ist aktuell nicht bekannt. VW Media

###Der Wunschtraum: VW T1 revival

Hier hat VW seine Finger ausnahmsweise nicht im Spiel. Da wundert es kaum, dass das Designkonzept von David Obendorfer genau das ist, was sich viele Fans des Bulli wünschen. Etwas größer als das Original, runde Scheinwerfer und ein Innenraum, der die Elemente des T1 aufgreift und weiterdenkt. So muss ein Revival aussehen! Volkswagen, bauen Sie dieses Auto!

Warum nicht gleich so: Wunderschönes Konzept, dass leider ein Fantasieprodukt bleiben muss. David Obendorfer
Warum nicht gleich so: Wunderschönes Konzept, dass leider ein Fantasieprodukt bleiben muss. David Obendorfer
Stimmiger Innenraum nach Vorbild des Urahns. David Obendorfer
Stimmiger Innenraum nach Vorbild des Urahns. David Obendorfer

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