Die Fahrzeuge von Free-Floating-Anbietern wie DriveNow findet man in vielen Städten an zahlreichen Orten.
Die Fahrzeuge von Free-Floating-Anbietern wie DriveNow findet man in vielen Städten an zahlreichen Orten.

Für wen lohnt sich Carsharing? Pkw.de macht den Check!

Der Markt boomt, das Angebot ist groß - doch was gilt es zu beachten?

Carsharing ist inzwischen ein stetig wachsender Sektor, indem sich mittlerweile 150 Anbieter in 540 deutschen Städten einen engen Konkurrenzkampf um Tarife und Kunden liefern. Während einige Dienstleister ihre Fahrzeuge nur lokal zur Verfügung stellen, operieren einige größere Anbieter sogar global. Besonders im städtischen Raum ist das Angebot nicht selten breit gefächert. Neben den alt-etablierten Größen DriveNow von BMW und car2go von Daimler stehen weltweit bereits zahlreiche Hersteller und Konzerne wie General Motors oder Bosch in den Startlöchern, um einen eigenen Anteil an dem noch recht jungen Dienstleistungssektor zu erobern. Denn die Unternehmen wissen selbst, dass das eigene Auto im Schnitt etwa 95 Prozent der Zeit ungenutzt steht.

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von Fredereick Petkovski, Redakteur*in bei PKW.de 28.09.2017

Lohnenswert oder nicht?

Im Grunde ist der Dienst besonders für Kunden interessant, die für ein paar Stunden ein flexibles Fortbewegungsmittel in Anspruch nehmen wollen. Ob nun der wöchentliche Einkauf im Getränkemarkt oder der spontane Besuch eines Konzerts – mit Carsharing lässt sich bei kurzen Strecken gerade in Innenstädten nicht selten bare Münze sparen, da die Kurzmiete meist deutlich günstiger ausfällt als die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxen. So könnten vor allem jüngere Leute wie etwa Studenten angesprochen werden, die keinen eigenen Pkw unterhalten wollen oder können, aber hin und wieder dennoch nicht auf die Vorteile verzichten möchten.

Doch das Carsharing zahlt sich üblicherweise nur aus, sofern man den Wagen unregelmäßig und für eine kurze Dauer bzw. eine kürzere Strecke in Anspruch nimmt. Denn bei regelmäßigen oder längeren Touren ist immer noch der eigene Wagen die smartere Lösung. Steht kein eigenes Auto zur Verfügung, sollte bei Wochenendtrips oder Urlauben lieber auf einen konventionellen Mietwagen zurückgegriffen werden.

Stationsbasiert oder Free Floating

Grundsätzlich werden mit stationsbasiertem Verleih und „Free Floating“ zwei verschiedene Sharing-Konzepte angeboten. Während das stationsbasierte Carsharing, bei dem man sein Fahrzeug wie an einer Mietstation abholt und wieder abgibt, als konventionelle Methode am weitesten verbreitet ist, steht beim Free Floating das Fahrzeug an der Stelle, an der es der letzte Kunde abgestellt hat. Nach der eigenen Nutzung kann man es praktischerweise auch wieder an beliebiger Stelle in einem bestimmten Sektor parken. Letztere Methode kommt auch bei den zwei Branchenprimen DriveNow und car2go zum Einsatz und wird grundsätzlich auch von mehr Kunden genutzt. Gleichzeitig ist das Smartphone unterwegs ein hilfreiches Gadget, um spontan den nächsten Wagen zu finden und zu reservieren.

###Tarife im Überblick: Die Preise und deren Staffelung variieren je nach Anbieter deutlich

Die Abrechnung und Preisstaffelungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter teils stark. Hier die verschiedenen Konditionen im Überblick:

• Cambio: ab 1,10 Euro/Stunde + 21 Cent/Kilometer, 21 Euro/Tag
• car2go: 24 Cent/Fahrminute, 19 Cent/Parkminute, 13,99 Euro/Stunde
• DriveNow: 31 Cent/Fahrminute, 15 Cent/Parkminute, 29 Euro/drei Stunden
• Flinkster: ab 2,30 Euro/Stunde + 18 Cent/Kilometer
• Multicity: 0,28 Cent/Fahrminute, 199 Kilometer inklusive, 39 Euro Tagespreis (nur in Berlin)
• Stadtmobil: 25 Cent/Kilometer, 3 Euro/Stunde

###Was passiert beim Unfall oder im Schadensfall?

Für Zwischenfälle und Schäden hat der Anbieter meist eine eigene Regelung sowie eine Art Bußgeld- oder Servicekatalog. Zudem sind die Kunden dazu verpflichtet, vor der Nutzung eine kurze Inspektion vorzunehmen – also das Fahrzeug auf offensichtliche Mängel zu untersuchen und diese gegebenenfalls an den Anbieter weiterzugeben. Wichtig: Üblicherweise darf der Wagen nur vom Mieter selbst gefahren werden. Die Haftung für Schäden ist auch unterschiedlich geregelt. Beträgt sie beim BMW-Dienst Drive Now etwa 350 Euro, sind es bei Daimlers car2go schon zwischen 500 und 1.000 Euro. Richtig teuer wird’s bei der Tochter der Deutschen Bahn, Flinkster, mit 1.500 Euro. Außerdem können zahlreiche kleinere Sanktionsposten, wie Bearbeitungsgebühren im Falle von Verkehrsverstößen und Ordnungswidrigkeiten, anfallen. Für die unerlaubte Weitergabe der Kundenkarte veranschlagt Drive Now sogar eine happige Strafe von 150 Euro. Etwas Positives zum Abschluss: Tanken muss man den Wagen in der Regel nicht. Bei niedrigem Benzinstand kann es für Nutzer aber auch Pflicht sein, den Sprit wieder aufzufüllen, doch entfällt an der Tankstelle die herkömmliche Bezahlung. Vielmehr muss in diesem Fall eine Tankkarte vorgelegt werden, die im Handschuhfach zu finden ist. Teilweise gibt es auch lockende Angebote fürs Volltanken, so sollen etwa 30 Freiminuten die Nutzer dazu motivieren, frischen Sprit nachzufüllen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

(Bildmaterial: ©DriveNow GmbH & Co. KG)


Alle Artikel in: Autonews

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