Einschränkungen beim Kurzzeitkennzeichen

Ab 1. April 2015 brauchen Fahrzeuge für Überführungsfahrten TÜV
Praktisch: Mit diesem Kennzeichen konnte man früher auch Autos ohne TÜV im Straßenverkehr bewegen.
Die lockeren Zeiten sind vorbei: Ein Auto ohne TÜV bekommt auch kein Kurzzeitkennzeichen mehr.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 27.03.2015

Köln, 27.03.2015 – Autokäufer aufgemerkt: Das Überführen von nicht anmeldungsfähigen Autos per Kurzzeitkennzeichen ist ab dem 1. April 2015 in Deutschland nicht mehr möglich. Bislang konnte man sich einfach ein Kurzzeitkennzeichen bei jeder Zulassungsstelle besorgen, welches es für fünf Tage erlaubte, auch Fahrzeuge ohne TÜV im Straßenverkehr zu bewegen. Wer also einen gerade noch verkehrstüchtigen Scheunenfund auf eigener Achse abtransportieren wollte, hatte es damit leicht. Zumindest für private Autokäufer haben sich die Bedingungen hierfür verschärft. Künftig muss man beim Antrag auf eine Fünf-Tages-Zulassung Angaben zum konkreten Fahrzeug machen, die dann maschinell verarbeitet in den Fahrzeugschein eingetragen werden. Hat das Fahrzeug keine gültige HU-Plakette, wird diese Zulassung nicht mehr erteilt.

Eine weitere Einschränkung betrifft den Ort der Kennzeichenausstellung: Demnach kann das Kennzeichen künftig entweder am Wohnsitz des Halters oder am Standort des Fahrzeugs ausgestellt werden. Wer also bereits ein Fahrzeug gekauft hat, kann sich bequem bei seiner heimischen Zulassungsstelle ein Kurzzeitkennzeichen für dieses abholen. Wer hingegen bei einem vom Wohnort weit entfernten Fahrzeug spontan zuschlägt, kann sich auch vor Ort eine Zulassung besorgen. Allerdings muss in jedem Fall das Auto TÜV haben.

Alternativen sind umständlicher und teurer

Wer also, wie bisher gewohnt, einen nicht zulassungsfähigen Wagen auf Achse bewegen will, könnte jetzt in die Röhre schauen. Allein die Fahrt zur Hauptuntersuchung oder zur Zulassungsstelle sind weiterhin erlaubt, selbst wenn das Fahrzeug entstempelte Kennzeichen trägt. Wer ein TÜV-loses Auto von A nach B bringen will, muss künftig einen Hänger-Transport organisieren. Wer kein entsprechendes Gespann hat, kann alternativ auch Überführungsdienste oder Speditionen damit beauftragen, den Transport abzuwickeln. Welchen Weg man auch wählt: Umständlich und teurer sind alle Varianten im Vergleich zur alten Kurzzeitkennzeichenregelung. Der Vorteil für alle aber: Verkehrsuntaugliche Fahrzeuge werden so deutlich seltener im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sein. Für die allgemeine Verkehrssicherheit ist das ein Gewinn.

Autohändler sind von dieser Neuregelung übrigens ausgenommen. Sie können weiter ihr rotes 06er-Kennzeichen nutzen und haben somit weiter reichende Freiheiten beim Transport von Autos.

(Bildmaterial: Wikimedia Commons/Strehi)


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