Die Karren der Mächtigen

Große Autos für wichtige Menschen: So lassen sich die Staatschefs der G20 durch Hamburg kutschieren
Lang, schwer, teuer: Die Staatskarossen der G20
Außer Deutschland, Russland und der Türkei dient der Maybach S600 Pullmann Guard auch in Indonesien, Saudi Arabien, Indien
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 10.07.2017

Hamburg steht Kopf. Eine solche Konzentration von Macht hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Aus allen Ecken der Welt kommen Staatschefs und deren Entourage nach Deutschland, um über das Schicksal der Welt zu entscheiden. Wie aber transportiert man die 20 mächtigsten Menschen der Welt? Was, wenn Vladimir Putin zusammen mit Erdogan die Reeperbahn unsicher machen will? Natürlich reisen die Spitzenpolitiker der Welt nicht wie der gemeine Pöbel in normalen Autos an, nein, sie bringen ihre eigenen Spezialfahrzeuge mit. Und die haben es in sich: Eine Panzerung, die selbst einen Roadtrip durch die Krisengebiete der Welt zu einer Spazierfahrt machen würde, gehört da schon zur Grundausstattung. Wer rüstet seine Staatskarossen mit Waffensystemen aus, und wer mag es lieber unauffällig? Die Autos der Staatschefs im Check.

Maybach von Russland bis in die Türkei

Gegen die Außenhaut des S600 Guard ist kaum ein Kraut gewachsen. Maybach Media
Gegen die Außenhaut des S600 Guard ist kaum ein Kraut gewachsen. Maybach Media
Könnte man auch drin wohnen: Der Innenraum des S600. Maybach Media
Könnte man auch drin wohnen: Der Innenraum des S600. Maybach Media

Reisen wie Putin? Kein Problem, mit PKW.de.

Was haben Vladimir Putin, Angela Merkel und Erdogan gemeinsam? Nicht viel. Trotz allem politischen Zwist eint diese drei Staatschefs nur die Wertschätzung deutscher Autos, denn sie alle haben den Mercedes-Maybach Pullmann S600 Guard zu ihrer Staatskarosse erkoren. Der Hersteller bezeichnet den Edelpanzer nüchtern als Sonderschutzfahrzeug, aber nicht nur die Sicherheit ist besonders: Während draußen die Welt untergeht, können die Fahrgäste trotzdem in extrabreiten Massagesesseln perfekt temperierten Champagner genießen. Dabei ist die Karosserie nach Richtlinie ERV2010 gegen Sprengsätze gesichert. Was das genau bedeutet, kann nur durch eine „begründete Anfrage“ eingesehen werden. Als sicher gilt aber: Es ist ein ganzer Haufen Sprengstoff.

Frankreich gibt sich bodenständig

Fährt gern oben offen: Emmanuel Macron im DS7 Crossback. DS Media
Fährt gern oben offen: Emmanuel Macron im DS7 Crossback. DS Media

Fahren wie der König in Frankreich?

Etwas bodenständiger kommt Emmanuel Macron daher. Anstelle einer gepanzerten Stretchlimousine lässt sich der französische Präsident in einem ganz normalen SUV zum Gipfel nach Hamburg fahren. Ein DS 7, natürlich aus französischer Produktion, dient dem Staatsoberhaupt als Fahrzeug. Die einzige Sonderausstattung, die als sicher gilt, ist ein Sonnendach: Französische Präsidenten haben die Angewohnheit, sich auf Paraden sehr offen zu zeigen. Natürlich ist der Wagen trotzdem gepanzert. Ob Macrons Staatskarosse aber wirklich über keine weitere Sicherheitsausstattung verfügt, ist nicht bekannt.

Trumps Staatskarosse – so unauffällig wie ein Flugzeugträger

Hält Bomben, Granaten und politsche Realitäten draußen: Cadillac One. betto rodrigues / Shutterstock.com
Hält Bomben, Granaten und politsche Realitäten draußen: Cadillac One. betto rodrigues / Shutterstock.com

Tremendous Cars! Best website ever!

Donald Trump ist nicht gerade für seine subtile Art bekannt. Und genau das spiegelt sich auch in seiner Staatskarosse wider. Von der „1“, die groß auf dem Nummernschild prangt, bis zum Gewicht von, schätzungsweise, 5 bis 9 Tonnen schreit alles an diesem Auto: „Ich bin wichtig!“ Spätestens seit John F. Kennedy wissen die Amerikaner: Präsidenten sollten nicht Cabrio fahren. Darum hält die Karosserie allen nur erdenklichen Kampfmitteln stand: Gewehrkugeln, Sprengstoff, Granaten und chemischen Kampfstoffen. Ob die Panzerung nur dazu dient, Explosionen draußen zu halten, oder ob sie speziell verstärkt werden musste, um Trumps Ego drinnen zu halten, ist nicht bekannt. Wenn sich der Präsident mal beim Twittern die Finger verletzt, befinden sich im Kofferraum des „The Beast“ genannten Wagens Blutkonserven zur direkten Transfusion. Und wenn alle Stricke reißen und man sich doch einmal mit sanftem Nachdruck seinen Weg durch eine friedlich demonstrierende Menschenmenge bahnen muss, schaffen Tränengasgranaten unter dem Kühlergrill schnelle Abhilfe. Gerüchten zufolge befinden sich noch weitere, weniger harmlose Waffensysteme an Bord des Luxuspanzers. Tremendous. Huge. Best Car Ever.


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