Das teuerste Auto der Welt

Wer, wenn nicht Rolls Royce, könnte ein Auto für 14 Millionen Euro bauen? Was steckt drin im Sweptail?
Von vorne sieht der Sweptail aus, wie eine Klippe.
Ein Rolls Royce der Superlative. Teuer, Groß, ein Kunstwerk.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 30.05.2017

Rolls Royce war noch nie dafür bekannt, Autos für den Massenmarkt herzustellen. Jedes Auto, das aus dem Werk im britischen Goodwood rollt, ist ein Einzelstück, nach Kundenwunsch zu großen Teilen von Hand gefertigt. Was aber, wenn ein Rolls Royce einfach nicht ausreicht? Es gibt besondere Kreise, in denen normalsterbliche Menschen einfach nicht verkehren. Exklusive Clubs für die reicheren Superreichen, in denen man sich morgens entscheiden muss, welchen Rolls Royce man nimmt, um auf den eigenen Golfplatz zu fahren. Für einen solchen Kunden hat Rolls Royce das teuerste Auto aller Zeiten gebaut. Das ultimative Auto trägt den Namen Sweptail und soll, Gerüchten zufolge, mehr als 12 Millionen Pfund, also fast 14 Millionen Euro gekostet haben.

###Basis aus der Serienproduktion

Die Basis für den Sweptail bildet der Phantom, der nicht nur das Flaggschiff der aktuellen Rolls-Royce-Flotte ist, sondern auch zur ältesten noch gebauten Modellreihe gehört: Seit nunmehr 92 Jahren rollen Phantoms vom Band. Unter der Haube leisten also 12 Zylinder ihren Dienst. Über allem wacht, wie immer, der Geist der Extase, wie die Kühlerfigur von Rolls Royce übersetzt heißt. Kühlergrill und Scheinwerfer werden von einem rechteckigen Rand eingerahmt.

###Kühlbox und Regal statt Rücksitz

Erinnert eher an ein Boot: Der Innenraum des Einzelstücks.
Erinnert eher an ein Boot: Der Innenraum des Einzelstücks.

Der Sweptail könnte nicht nur das teuerste (neue) Auto der Geschichte sein, er ist auch der größte Zweisitzer der Welt: Wo im Phantom die Fondpassagiere Platz finden, befindet sich jetzt eine Ablage für diamantenbesetzte Aktenkoffer oder Golfschläger aus Elfenbein oder was auch immer Menschen, die ein solches Auto fahren, so alles in greifbarer Nähe haben müssen. Obwohl nur ein Passagier neben dem Fahrer Platz findet, ist ein Kühler für den Jahrgangschampagner mit an Bord. Zum Glück ist das Armaturenbrett soweit reduziert, dass man es auch nach gründlichem Alkoholgenuss noch gut bedienen kann: Auf Kundenwunsch fristen die meisten Schalter ein Schattendasein im Handschuhfach.

Ein Sektkühler neben dem Fahrersitz: Was soll da schon schief gehen?
Ein Sektkühler neben dem Fahrersitz: Was soll da schon schief gehen?
Eine Ablage für materielles ersetzt die Rücksitze.
Eine Ablage für materielles ersetzt die Rücksitze.

###Der Wert der Handarbeit

Die Form der Karosserie soll an die Modelle der dreißigerjahre erinnern.
Die Form der Karosserie soll an die Modelle der dreißigerjahre erinnern.

Der Beruf des Karosseriebauers ist heute weitgehend verschwunden. Massenproduzierte Metallteile sind günstiger und können leicht zu Tausenden hergestellt werden. Bei Rolls Royce arbeiten einige der talentiertesten Karosseriebauer der Welt, aber auch diese Experten wussten zunächst nicht, wie sie die Wünsche des reichen Kunden erfüllen sollten: Fast über die gesamte Länge des Sweptail zieht sich das Glasdach. Was aussieht wie aus einem Guss, ist tatsächlich das Resultat monatelanger Entwicklungsarbeit. Über den Sinn eines Fahrzeuges wie dem Sweptail lässt sich sicherlich ausgiebig diskutieren. Eines aber lässt sich nicht leugnen: Das Fahrzeug zeigt auf beeindruckende Weise, dass (noch) keine Maschine einem echten Karosseriebauer das Wasser reichen kann. Wenn wirklich jede Naht sitzt, die Holzmaserung der Karosserieform folgt und kein noch so kleiner Kratzer zu sehen ist, dann haben die Sattler, Karosseriebauer, Akustiker und viele andere Rolls-Royce-Mitarbeiter an einem Projekt gearbeitet

Rolls Royce gefällig? Gebrauchten Luxus gibt’s auf PKW.de


Weitere Artikel zu diesem Thema