12.04.2017

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Die Dodge Viper wird eingestellt. Ein Nachruf

Mit der Viper wollte Dodge europäischen Sportwagen Konkurrenz machen. Jetzt endet die Produktion.
Die letzten Exemplare der Viper werden 2017 gebaut.
Mit der Viper stellt Dodge seinen letzten echten Sportwagen ein.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 12.04.2017

Amerikanische Muscle-Cars haben einen ganz besonderen Reiz, dem sich auch so mancher Spritsparer und viele Fußgänger aus Überzeugung nicht entziehen können. Sie sind Relikte einer anderen Zeit, als das Benzin günstig war und noch kaum jemand etwas von Umweltbestimmungen wissen wollte. Vor allem aber tragen diese Muscle Cars ein ganz besonderes Erbe. Selbst ein moderner Mustang ist ein Stück amerikanische Geschichte. Ohne dieses Erbe verkaufen sich die übermotorisierten Autos kaum noch. Das musste auch Dodge feststellen, denn in diesem Jahr soll die Produktion der Viper nach 25 Jahren eingestellt werden. Damit ist der Supersportwagen auf dem besten Wege, ein moderner Klassiker zu werden.

Dodge Viper mit zwei Zylindern mehr

Die Dodge Viper war in vielerlei Hinsicht ein Exot unter den Muscle Cars. Anstatt des traditionellen V8-Motors, der Mustang, Charger und Co. antrieb, spendierte man der Viper einen von Lamborghini entwickelten V10, der für amerikanische Ohren auf eine ungleichmäßige Zündfolge eingestellt wurde. Der erste öffentliche Auftritt der Viper fand bereits 1991 statt. Niemand Geringeres als Caroll Shelby höchstselbst saß hinter dem Steuer eines Vorserienautos, um das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis zu eröffnen. Die erste Serienviper stand ab 1992 in den Verkaufsräumen der USA und war ein echtes Biest: Traktionskontrolle und ABS waren noch nicht verfügbar, was in Kombination mit 408 PS für Beklemmungsgefühle jenseits der 100 km/h gesorgt haben muss. Die Auslegung für die Rennstrecke ging aber noch weiter: Das Dach war extra so konstruiert, dass das Fahren mit Helm besonders einfach war.

Dodge machte die Viper selbst obsolet

Für lange Zeit war die Viper das stärkste Serienauto von Dodge, aber mit der Einführung der Hellcat-Sondermodelle für Charger und Challenger verlor sie nicht nur bei den Kunden, sondern auch als Prestigeobjekt für den Hersteller immer mehr an Wert. Der Sportwagen wollte sich einfach nicht mehr richtig verkaufen. Dabei war das Auto von der Öffentlichkeit recht gut aufgenommen worden, insbesondere, nachdem sie ihren Auftritt als Filmauto in einer eigenen Fernsehsendung bekommen hatte. Trotzdem: Der Mythos, der Autos wie den Mustang oder den Charger umweht, fehlte bei der Viper, auch wenn Dodge sich redlich bemühte, den Kunden vom Gegenteil zu überzeugen.

Abschied von der Dodge Viper mit Sondereditionen

Zuletzt stellt Dodge noch vier Sondereditionen der Viper her.
Zuletzt stellt Dodge noch vier Sondereditionen der Viper her.

Abseits der Straße konnten Rennteams mit der Viper zwar Erfolge feiern, der Wagen verkaufte sich aber trotzdem nicht besser. In diesem Jahr will Dodge die Produktion einstellen, dann stehen die Chancen gut, dass die Viper ein moderner Klassiker wird. Bevor man sich aber von dem Muscle-Car verabschiedet, kommen noch einmal 5 Sondereditionen auf den Markt, mit dem das Modell ehrenhaft aus dem Poduktkatalog von Dodge entlassen wird. Bye Bye, Viper.


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