Die Rettungsaktion kam leider zu spät.
Kam leider zu spät: Die Rettung eines Boxers aus einem Auto in Spanien.

Wenn Hitzetod im Auto droht

Das Auto als Todes-Sauna: Lassen Sie Kinder und Hunde nie im Pkw warten.

Köln, 03.07.2015 – Angesichts der Extremhitze mit Werten bis 40 Grad ist das Auto, so denn die Klimaanlage läuft, ein Ort, an dem man es gut aushalten kann. Wird das kühlende Belüftungssystem ausgeschaltet, kann das Auto allerdings zur Todesfalle werden. Oft schneller als man denkt. Die sich wieder häufenden Berichte über dramatische und leider manchmal erfolglose Rettungsaktionen verdeutlichen, dass hier weiterhin Aufklärungsbedarf besteht.

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von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 03.07.2015

Die Situation ist vor allem Eltern und Hundebesitzern allzu bekannt: Man will nur kurz in den Supermarkt, doch der Nachwuchs schlummert friedlich im Kindersitz oder der Hund darf nicht mit rein. Also öffnet man das Fenster einen kleinen Spalt und plant eine baldige Rückkehr. Doch der Einkauf zieht sich in die Länge und die tatsächliche Gefahr der Treibhaussituation im Auto wird unterschätzt. Bereits wenige Augenblicke nach dem Abstellen des Fahrzeugs ist es bereits brütend heiß im Pkw. 60 Grad sind keine Seltenheit. Das kann man ein paar Sekunden ertragen, aber nicht über mehrere Minuten.

Hund stirbt qualvoll

Wenn es gar Stunden werden, wie jüngst in einem Auto einer französischen Familie auf einem spanischen Ikea-Parkplatz, ist die Katastrophe unausweichlich. Als sich die Franzosen nach einem Hochzeitsgeschenk umschauen wollten, ließen sie ihren jungen Boxer vier Stunden bei brütender Hitze zurück. Trotz einer dramatischen Rettungsaktion mit eingeschlagenen Fenstern kam für den überhitzten und dehydrierten Hund jede Hilfe zu spät.

Mutter aus Hennef lässt Kinder bei 32 Grad im Auto allein

Vier Stunden? Das ist in der Tat eine extrem unverantwortlich lange Zeit. Doch auch 20 Minuten reichen, um sich zumindest großen Ärger einzuhandeln. Das musste etwa Anfang Juli 2015 nach einem Bericht des Rhein-Sieg-Anzeigers eine junge Mutter in Hennef bei Bonn erleben, die ihre beiden Kinder (2 und 5) nur kurz im Auto zurückließ. Als ein aufmerksamer Passant die Kinder im Auto entdeckte, alarmierte er die Polizei, die umgehend die Mutter per Handy kontaktieren konnte. Die Kinder wurden noch an Ort und Stelle ärztlich untersucht. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung wurde zum Glück nicht festgestellt, doch es hätte wohl nicht mehr lange gedauert, bis ernste Konsequenzen gedroht hätten. Diese drohen allerdings der Mutter, denn es wird geprüft, ob sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hat.

Einfache Regeln

Ob nur 20 Minuten oder 4 Stunden – das Auto kann zur Todesfalle werden, und da ist jedes Risiko zu hoch. Wer im Sommer mit dem Auto unterwegs ist, vor allem mit Kindern, sollte in jedem Fall ausreichend Getränke mitführen. Doch noch wesentlich wichtiger: Bei sommerlicher Witterung warten Kinder und Haustiere schlichtweg nicht unbeaufsichtigt im Fahrzeug. Da darf es kein Wenn und Aber geben. Es muss nicht gleich zum Schlimmsten kommen, aber sieht die Polizei Gefahr, werden auch mal kurzerhand die Scheiben des Fahrzeugs eingeschlagen. Den Schaden hat dann der Besitzer.

(Bildmaterial: YouTube Screenshot)


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