VW T4: Der Transporter wird neu aufgelegt

Der VW T4 bezeichnet die vierte Generation des VW Transporters, welche 1990 in den Markt kam und den VW T3 ersetzte. Mit dem T4 ging nach 40 Jahren die Ära des Heckmotors beim Bulli endgültig zu Ende: Die vierte Auflage war eine völlig neue Konstruktion mit einem Frontantrieb und quer eingebauten Reihenmotoren. Zwar brachten die Änderungen ihre Vorteile mit, nahmen dem Transporter jedoch sein kultiges Aussehen. Der geräumige Familienwagen ist eine gute und bezahlbare Option als Gebrauchtwagen, ganz ohne Fehler ist der VW T4 jedoch nicht.

Fontantrieb und TDI-Diesel ziehen in den VW T4 ein

Als der VW T4 im Sommer 1990 in den Markt kam, brach er mit den Traditionen seiner drei Vorgänger: Die vierte Auflage des VW Transporters war eine völlig neue Konstruktion und kam erstmalig mit einem Frontantrieb und neuen Motoren daher. Die Neuerungen brachten Vorteile, sodass der T4 dank Frontantrieb endlich mit einer durchgehenden Ladefläche dienen konnte. Außerdem gab es bei Modellen mit Fünfzylindermotoren, beim Caravelle GL sowie auch beim Multivan die Servolenkung schon serienmäßig, bis sie ab 1995 für alle VW T4 serienmäßig wurde. In dieser Generation feierte außerdem der erste TDI-Diesel seinem Einzug in den Transporter und wurde gleich zum Verkaufshit: Rund die Hälfte aller T4 wurde in Verbindung mit dem neuen Fünfzylinder-Dieselaggregat geordert. Entsprechend häufig ist er als Gebrauchtwagen zu finden.

Die Karosserievarianten des VW T4

Angeboten wurde der VW T4 in vier Karosserie- sowie mehreren Ausstattungsvarianten. Als Gebrauchtwagen kann er daher als Transporter, Caravelle, Multivan oder Wohnmobil erhältlich sein. Als Transporter ist der T4 als Gebrauchtwagen in verschiedenen Ausführungen erhältlich – ob als Kastenwagen, Pritsche mit Doppelkabine oder Kombi mit bis zu neun Sitzplätzen und einfacher Ausstattung, für gewerbliche Zwecke ist diese Variante am besten geeignet. Die Großraumlimousine Caravelle ist das perfekte Beförderungsmittel für kleine Gruppen oder Mannschaften. Die Caravelle kommt optisch dem Transporter Kombi sehr nahe, verfügt jedoch im Wageninneren über eine hochwertige Vollverkleidung mit gepolstertem Dachhimmel sowie serienmäßige Kopfstützen auf den hinteren Sitzplätzen.

Reisefreudige Familien, die an einem VW T4 als Gebrauchtwagen interessiert sind, wählen am besten das Freizeitmobil Multivan. Bei dieser Variante handelt es sich um einen sechssitzigen Van mit diversen Annehmlichkeiten, die spontane Reisetrips mit Übernachtungsmöglichkeit im Auto ermöglichen. Zur Serienausstattung des VW T4 Multivan zählen eine Vollverkleidung mit Isolierung und einem Holzboden, ein drehbarer Fahrersitz, einknöpfbare Vorhänge für alle Fenster, zwei Schiebefenster sowie eine Kühlbox. Wer etwas mehr Geld in einen gebrauchten T4 investieren kann, nimmt besser den Multivan Classic bzw. Allstar. Diese Variante weist eine bessere Serienausstattung auf und bietet einen zusätzlichen, siebten Sitzplatz. Die Passagiere freuen sich über den durchgehenden Stoffboden sowie ein Kassettenradio mit Lautsprechern vorn und hinten, während der Fahrer die Außenspiegel elektrisch einstellen kann und die Reise auch bei Nebel dank serienmäßiger Nebelscheinwerfer nicht vorzeitig enden muss.

Ein weiterer Sprössling der T4-Familie ist das Camping- und Reisemobil California. Dieses kommt in verschiedenen Ausführungen daher und trägt je nach Baujahr und Ausstattung die Zusätze Coach, Highway und Exclusive. Bei der Coach-Variante handelt es sich beispielsweise um ein einfaches Campingmobil mit verschiedenen Dachformen. Die gängigsten sind das Hochdach mit Nase sowie das Klappdach – diese beiden Varianten bieten bis zu vier Schlafplätze. Besser ist jedoch die Exclusive-Variante: Diese hat ein festes Alkoven-Hochdach und kommt mit einem verlängerten Radstand daher. Als Gebrauchtwagen kann der VW T4 California Exclusive bspw. mit einem CD-Player, einer Standheizung und einer Klimaanlage ausgestattet sein und ist ab knapp 15.000 Euro erhältlich.

Darum ist der VW T4 in modellgepflegter Ausführung emfehlenswerter

Als Gebrauchtwagen empfiehlt sich der VW T4 in modellgepflegter Ausführung. 1996 spendierte Volkswagen dem geräumigen Fahrzeug ein Facelift, das optische und technische Modifikationen umfasste. Zum einen wurde der Vorderwagen bei Multivan, Caravelle und California um acht Zentimeter verlängert, zum anderen wurden die Scheinwerfer dynamischer gestaltet und bekamen weiße statt gelber Blinker. Im Zuge der Modellpflege wurden selbst die einfachen Transporter-Modelle mit neuen, elastischeren Stoßfängern samt zweier Nebelschlussleuchten ausgestattet. Der VW T4 bekam außerdem Scheibenbremsen auch an der Hinterachse sowie neue Sitzbezüge, Zifferblätter und Innenverkleidungen. Große Pluspunkte sammelt der modellgepflegte T4 als Gebrauchtwagen vor allem aufgrund mit der Karosserie verschraubter Kotflügel, besserer Geräuschdämmung innen und vieler verzinkter Komponenten. Des Weiteren wurde die Motorenpalette überarbeitet und der erste TDI-Diesel hielt Einzug in den VW T4.

VW T4 als Gebrauchtwagen: Welcher Motor ist zu empfehlen?

In Verbindung mit dem neuen TDI-Dieselmotor wurde der VW T4 am häufigsten verkauft – dieses Triebwerk realisiert 102 PS, womit der T4 schon ausreichend motorisiert ist, und ist relativ genügsam im Verbrauch (8,6–9,4 l/100 km kombiniert). Eine gute Alternative zum TDI ist der 2.4 D, welcher anfangs 78 und ab 1997 75 PS realisierte, denn er gilt als robuster Langläufer und macht nur selten Ärger. Die gesamte Motorenpalette aller T4-Baujahre umfasst Benzin- und Dieselmotoren mit vier bis sechs Zylindern. Auf Benzinerseite stehen 1,8- bis 2,8-l-Ottomotoren mit Leistungen zwischen 67 und 204 PS; auf Selbstzünderseite findet man 1,9- und 2,4-l-Saugdiesel mit 60 bis 78 PS sowie 2,5-l-TDI-Diesel mit 88 bis 151 PS. An Getriebe standen dem T4 je nach Motorisierung Fünfgang-Schaltgetriebe und Vierstufen-Automatikgetriebe zur Wahl.

Wer sich für einen VW T4 als Gebrauchtwagen in Verbindung mit einem Dieselmotor entscheidet, sollte unbedingt auf einen regelmäßigen Zahnriemenwechsel des Vorbesitzers achten und das vorgeschriebene Intervall von 120.000 km selbst nicht überschreiten. Bei den Fünfzylinder-Dieseln sind defekte Luftmassenmesser ebenfalls ein Problem. Weniger problemanfällig sind hingegen die Benzinmotoren mit vier und fünf Zylindern (84 bis 110 PS). Im Vergleich zu den Dieseln sind sie außerdem günstiger im Unterhalt, ihre größte Schwäche ist der höhere Verbrauch. Vor allem die V6-Benzinaggregate schlucken teilweise um die 13 Liter pro 100 Kilometer (kombiniert), treiben den VW T4 allerdings je nach Modell und Leistung mit Tempo 173 bis 194 sehr flott voran. Zwar wird der VW T4 grundsätzlich über die Frontachse angetrieben, ab 1993 war für die vierte Baureihe optional und nur in Verbindung mit den Fünfzylindermotoren (ausgenommen 2.5 TDI mit 88 PS) der Allradantrieb Syncro erhältlich.

VW T4
Produktionszeitraum1990–2003
Preis (Gebrauchtwagen)ab 590 €
Höchstgeschwindigkeit128–194 km/h
0–100 km/h24,7–12,5 Sek.
Verbrauch (kombiniert)12,6–7,1 l/100 km
CO₂312–197 g/km
Zylinder/Ventile4/8; 5/10; 6/12
Hubraum1.781–2.792 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)44–150/60–204 bei 3.500–6.200
Drehmoment (Nm bei U/min.)127–295 bei 1.700–5.500
Maße (L x B x H)4.707–5.107 mm x 1.840 mm x 1.940–2.430 mm
AntriebFront; perm. Allrad
Tankinhalt80 l
TreibstoffBenzin, Diesel
Leergewicht1.520–2.441 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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