Flügelwesen

BMW 3.0 CSL Hommage auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este
BMW CSL 3.0 Hommage
So schön, so einzigartig: Den BMW 3.0 CSL Hommage wird es nicht als Serienmodell geben.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 26.05.2015

Köln, 26.05.2015 – Hersteller wie BMW tun es mit besonders viel Hingabe und Aufwand: Mit imposant inszenierten Studien glorifizieren sie die eigene Vergangenheit. Zusätzlich wird der Retro-Zauber noch mit ein wenig Zukunfts-Chichi aufgepeppt. Dieser Kommunikationstradition ist auch der Desingertraum 3.0 CSL Hommage verpflichtet, der Ende Mai 2015 auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este Premiere feierte. Das knallgelbe Flügelwesen ist sowohl ein klarer Verweis auf einen gleichnamigen 6er-Vorläufer aus den 1970er-Jahren als auch eine Zurschaustellung jüngerer serientechnischer Errungenschaften des Autokonzerns.

Da wären zum Beispiel die Scheinwerfer, die den seit Jahrzehnten etablierten Böseblick mit Doppelringen zitieren, dank Lasertechnik aber eine neue Kompaktbauweise-Stufe erklimmen. Im Gegensatz zum monströsen, chromblitzenden Doppelnieren-Kühlergrill wirken die Augen fein, dezent und technisch hochwertig. Gleiches gilt auch für die Rückleuchten, wobei man in diesem Fall sogar von einer Rückleuchte sprechen kann, denn eigentlich handelt es sich um ein sich über die ganze Breite des Heckflügels schlängelndes rotes Leuchtenband.

Breitenbetonung: Die LED-Heckleuchte(n).
Breitenbetonung: Die LED-Heckleuchte(n).

Dieser Heckflügel ist dann auch das dominierende Designelement, welches, abgesehen von der gesamten Silhouette eines großen Coupés, der wohl deutlichste Querverweis auf die legendäre Starkversion des CSL aus den 70er-Jahren ist. Dieser einstige Gran Turismo zeichnete sich nicht nur durch elegante Formen und Leichtbaumaßnahmen aus, er konnte in einer Topversion sogar gehobenes Sportniveau bieten. In einer zwischen 1973 und 1975 entstandenen Kleinauflage mit etwas über 200 PS sorgte ein überdimensioniertes Heckflügel-Doppel für extraviel Anpressdruck an der Hinterachse. Das war gut für die Performance, allerdings in dieser Form für den Straßenverkehr nicht zulässig. Und so durfte das mächtige Leitwerk nur auf Rennstrecken für schnellere Rundenzeiten und protzige Optik sorgen.

Ein Hooydonk-Baby

In der jetzt aufgebauten und maßgeblich unter Aufsicht von Chefdesigner Adrian van Hooydonk entstandenen Hommage-Studie sorgt vor allem das Aerodesign für einen spektakulären Auftritt. Neben dem Heck- und dem markanten Dachflügel sorgen auch ein dreidimensional herausgearbeiteter Frontsplitter, fehlende Außenspiegel oder die aufgeplusterten Radhäuser mit großen Luftein- wie auch -auslässen für eine muskulöse, hochgeschwindigkeitskompetente Optik. Dank der mächtigen Radhäuser gibt sich das Fahrzeug zwischen den Achsen auffällig schlank tailliert. Dramatisch inszeniert wird der Wagen außerdem noch mit mächtigen wie filigran gearbeiteten 21-Zoll-Rädern und den vermutlich markant schallenden Sidepipes.

Herrlich retro: BMW 3.0 CSL Hommage.
Herrlich retro: BMW 3.0 CSL Hommage.

Der 3.0 CSL Hommage ist nicht nur Schein, sondern auch sein: Laut BMW pocht unter der Haube ein hochpotentes Doppelherz. Neben einem aufgeladenen Dreiliter-Reihensechszylinder kommt ein E-Motor zum Einsatz, dessen Batterien hinter den Vordersitzen montiert wurden. Eine genaue Spezifizierung und mögliche Fahrwerte werden nicht genannt, doch angesichts der hohen Leistung von deutlich über 500 PS und dank des Carbon-Leichtbaus sollten diese über jeden Zweifel erhaben sein.

Aufgeräumter Innenraum

Während die Außenhaut einige historische Zitate und ein fast schon ziseliert anmutendes Feinheiten-Feuerwerk bietet, präsentiert sich der Innenraum aufgeräumt. Die vorderen beiden Gäste sitzen auf Sportschalensitzen. Ansonsten dominiert hier das Leichtbaumaterial Carbon. Statt eines Armaturenbretts wurde lediglich ein optisch mit einem breiten Holzdekor-Paneel aufgewerteter Carbon-Querträger montiert, der noch eine kleine digitale E-Boost-Anzeige beherbergt. Zusätzlich befindet sich auf der Lenksäule ein größeres Farbdisplay, welches alle fahrrelevanten Informationen anzeigen kann. Eine Feuerlöscher-Anlage und Rennhelmhalterungen im Fond runden wiederum den historischen Brückenschlag zu dem gerne auf Rennstrecken eingesetzten historischen Vorbild ab.

Im Hommage regiert der Leichtbau.
Im Hommage regiert der Leichtbau.

Dass ein solches Flügelwesen Begehrlichkeiten weckt, versteht sich von selbst. Doch wer jetzt beim Lesen bereits nervös auf dem Stuhl hin- und herrutscht, um nun endlich die Preisansage lesen zu können, muss enttäuscht werden: Der Hommage ist ein unverkäufliches Einzelstück fürs Museum ohne Ausblick auf ein Serienmodell. Gut möglich, dass vielleicht die Scheinwerfer in nächster Zeit auch bei anderen BMW-Neuheiten in ähnlicher Form zum Einsatz kommen. Doch ansonsten durften sich beim 3.0 CSL Hommage die Designer austoben und einen Traum erschaffen, von dem man nur träumen können wird.

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(Bildmaterial: BMW)


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