Brabus PowerXtra B50 Hybrid.
Ein Pseudo-Ökomobil mit Pseudo-Tuning: Brabus PowerXtra B50 Hybrid.

Bad-Boy-Stromer

Brabus macht aus Mercedes S 500e den PowerXtra B50 Hybrid

Köln, 28.05.2015 – Eigentlich gehört Brabus zu denjenigen Tunern, die bereits gnadenlos schnelle Autos zu wahren PS-Giganten aufrüsten. Das man in Bottrop auch anders kann, hat Brabus einst mit einem Tuningpaket für den Smart Electric Drive bewiesen. Jetzt ist noch ein (Teilzeit-)Stromer von Mercedes in die Brabus-Mangel gekommen: Der S 500 Plug-in-Hybrid, den der Tuner ob seiner Umwandlung in PowerXtra B50 Hybrid umbenannt hat.

mario
von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 28.05.2015

Der Namen PowerXtra macht bereits klar, worum es hierbei geht: Um eine Leistungsspritze, die sich allerdings für Brabus-Verhältnisse durchaus in Grenzen hält. Nötig hätte es der S 500 Plug-in-Hybrid ohnehin nicht, denn mit seinem V6-Benziner und einem potenten E-Motor an Bord kann der 2,2-Tonner 442 PS und 650 Newtonmeter Systemleistung in den Vortrieb werfen. 5,2 Sekunden beim Sprint und 250 km/h Topspeed sollten eigentlich auch anspruchsvollere Fahrer befriedigen.

Dicke-Hose-Hybrid von Brabus.
Dicke-Hose-Hybrid von Brabus.

Die Mannen von Brabus ticken da ein wenig anders und sorgen für unvermeidliche Extraportion Power. Im Vergleich zum Rocket 900 fällt der Leistungsschub allerdings moderat aus: Spezielle Kennfelder für Einspritzung und Zündung und ein erhöhter Ladedruck kitzeln aus dem Benziner 52 PS und 70 Newtonmeter mehr Leistung. Wobei Brabus die Leistungseckdaten von Benziner und E-Motor einfach addiert und deshalb nach eigenen Angaben auf Leistungswerte von 500 PS und 890 Newtonmeter kommen will. Allerdings ergibt die Addition der Leistung beider Antriebsmotoren eine eigentlich etwas andere Rechnung. So werden bei Mercedes etwa die 480 plus 340 Newtonmeter Drehmoment zu einer Systemleistung von lediglich 650 Newtonmeter addiert. Kämen noch 70 Newtonmeter von Brabus obendrauf, hätte man eigentlich nur 720 Newtonmeter. Entscheidend für die Systemleistung ist vor allem die begrenzte Leistungsfähigkeit der Batterie, die es verhindert, das der E-Motor sein volles Potenzial in den Vortrieb einbringen kann.

4,9 Sekunden, 2,8 Liter Verbrauch

Auch den Innenraum kann Brabus aufhübschen.
Auch den Innenraum kann Brabus aufhübschen.

Doch wenn auch schön gerechnet, so sorgt die Leistungsspritze dennoch für einen messbaren Vorteil beim Sprint: Statt der 5,2 Sekunden, die Mercedes als Wert angibt, soll der PowerXtra nur 4,9 Sekunden benötigen. An der Endgeschwindigkeit wird allerdings nicht gerüttelt, denn die ist hier wie dort auf 250 km/h beschränkt. Ebenfalls unverändert bleibt der Verbrauch, der allerdings den verzerrenden Wert eines Plug-in-Hybriden aufweist: 2,8 Liter Benzin heißt der nur bedingt praxisnahe Wert, der einen hohen Anteil rein elektrischer gefahrener Strecke voraussetzt. Am Stück kann der S 500e bis zu 33 Kilometer mit einer Batterieladung weit stromern. Wer allerdings am Stück erst die Batterie und dann noch den 70-Liter-Tank leer fährt, dürfte praktisch kaum mehr als 700 Kilometer weit kommen und dann neben etlichen Kilowattstunden im Schnitt rund 10 Liter Sprit pro 100 Kilometer verfahren haben.

Wie es sich für einen Brabus gehört, wird neben der Leistungssteigerung noch ein umfangreiches Veredelungsprogramm mit neuen Anbauteilen und einigen Verfeinerungs-Optionen für den Innenraum angeboten. Riesenfelgen (bis 22 Zoll) kann man sich außerdem montieren lassen. So kann aus der gut 150.000 Euro teuren Basisversion ein fast 200.000 Euro teures Pseudo-Öko-Auto mit kleinem Pseudo-Tuning werden. Ob der um 0,3 Sekunden kürzere Sprint wirklich was bringt und einen derart hohen Mehrpreis rechtfertigen kann, darf bezweifelt werden. Dann doch lieber gleich einen Rocket 900. Der ist einfach nur konsequent brutal und brutal teuer.

Lesen Sie hier mehr über die Mercedes-Benz S-Klasse auf PKW.de

(Bildmaterial: Brabus)


Alle Artikel in: Autonews

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