Alle Lada Modelle

Alle Lada-Modelle auf einen Blick

Eine zähe Fahrzeugmarke, wie geschaffen für die russische Kälte

Der Name Lada ist hierzulande bekannt und weit verbreitet. In Hinblick auf Robustheit und niedrige Preise hat die Marke einen legendären Ruf. Dabei sorgt die Namensgebung mitunter für Verwirrung, denn Lada ist nur der Markenname der Fahrzeuge – der eigentliche Hersteller schmückt sich mit der Bezeichnung AwtoWAS. Im Jahr 1966 wurde der Grundstein für den damals noch als “Wolga-Automobilwerk” bezeichneten Konzern gelegt. Im August des Jahres wurde von der damaligen UdSSR-Regierung ein sogenanntes Generalabkommen mit dem Hersteller Fiat geschlossen: Im Gegenzug für den Know-how-Transfair zur Produktion des Fiat 124 sollte das russische Werk fortan mehr als 600.000 Fahrzeuge im Jahr ausstoßen.

Als nationales Vorhaben wurde das enorm große Werk am Wolgaufer gleichzeitig projektiert und gebaut, sodass bereits ein Jahr später das erste Fahrzeug unter den Augen von mehr als vierzig Sowjetministerien vom Band rollte. Damals noch als Schiguli bezeichnet, war der Wagen auf der Basis des Fiat 124 im Vergleich zu seinem italienischen Verwandten mit einer Heizung, einer verstärkten Karosserie und stabileren Stoßdämpfern ausgerüstet – die russische Straßensituation war, ebenso wie die Temperatur, erheblich rauer als die in Bella Italia. Wer sich den urigen Lada übrigens als Gebrauchtwagen zulegen möchte, schaut sich einfach nach dem Lada Nova um – der Wagen wurde in nur leicht abgeänderter Form bis ins Jahr 2012 hinein produziert und gilt heutzutage als moderner Klassiker. Einen originalen Schiguli findet man hingegen eher selten, denn die Fahrzeuge wurden damals in bester Sowjet-Manier zum großen Teil mit rostanfälligem Recycling-Stahl gebaut und werden heutzutage praktisch nur noch von Schweißnähten und einer Menge Liebe zusammengehalten.

Die Spar-Schiffe von der Wolga

Noch im Jahr 1967 wurde der Fiat 124 in Europa zum Auto des Jahres gewählt – eine Ehrung, von der auch sein russischer Verwandter profitierte. Kein Wunder, denn die mit dem Boots-Logo verzierte Karosse war trotz des billigen Stahls günstig und erwies sich als wie geschaffen für das russische Klima. Dank einer Handkurbel konnte der Wagen auch im stärksten sibirischen Winter angelassen werden; eine handbetriebene Hilfskraftstoffpumpe gab es ebenfalls ab Werk mit dazu. Das auch heute noch in leicht abgeänderter Form verwendete Logo der Marke leitet sich übrigens nicht von den russischen Lastschiffen mit dem Spitznamen Ladia ab, denn die Markenbezeichnung Lada (nach der slawischen Liebesgöttin; bedeutet auch “Liebling”) wurde für die Exportmodelle erst im Jahr 1974 eingeführt. Vielmehr lässt sich die Entstehung des Logos auf die Namenswahl des Schiguli zurückführen: Die Berge in der Nähe der Produktionsstätte tragen denselben Namen, ebenso wie die kleinen Wolgaseegelboote, die von den Werken aus Tag für Tag sichtbar waren. Die cleveren Designer der Russen formten das Bootslogo so, dass es gleichzeitig den kyrillischen Buchstaben W für Wolga bildete.

Im Jahr 1970 begann AwtoWAS ganz offiziell mit dem Vertrieb des Schiguli und konnte den Verkauf nach und nach bis Europa ausdehnen – dank einer Vertragsklausel allerdings nicht bis in die Länder, in denen der Fiat 124 angeboten wurde. Das Verbot wurde im Jahr 1974 aufgehoben, was dazu führte, dass der Wagen im Jahr 1977 unter dem Namen Lada 1200S nach ganz Westeuropa exportiert wurde. Den Namen Lada Nova erhielt der Schiguli ganz offiziell erst im Jahr 1979. Neben den Varianten 2101, 2103, 21011 und dem Kombi 2102 wurde seit dem Jahr 1976 auch der Geländewagen Lada Niva angeboten, welcher sich über die Zeit auch mit den Namen WAS-2121 und Lada 4x4 schmücken konnte. In seiner aktuellen Version trägt der Geländewagen den Namen Lada Taiga – wie man es von den Russen gewohnt ist, veränderte sich der Wagen über die Zeit hinweg jedoch nur in kleinen Details. Mit seinem serienmäßigen Allradantrieb, einer Geländereduktion und einer zuschaltbaren Mitteldifferenzialsperre macht sich der Lada Taiga auch als Gebrauchtwagen hervorragend. Selbst in der neusten Version ist kein ESP enthalten, dafür gibt der Taiga dank seines auch im Gelände sehr kräftigen 1,6-l-Motors mit 61 kW abseits der Straße eine gute Figur ab. Wer sich auf die Suche nach einem Gebrauchtwagen macht, darf den Lada auch bedenkenlos in der Niva-Variante erstehen, denn der Motor ist der gleiche.

Neuentwicklungen und ein gleichbleibend niedriger Preis

Im Jahr 1984 brachte der russische Hersteller den Lada Samara auf den Markt, der die erste vollumfängliche Neuentwicklung des Werkes darstellte. Als neues Mitglied in der Lada-Familie bekam der Samara einen Frontantrieb spendiert und war zwischenzeitlich sogar als Cabrio verfügbar. Wer sich den Lada Samara als Gerauchtwagen zulegt, freut sich neben einer deutlich an den VW Golf erinnernden Optik über die Motorisierung des Kompakten: Durch eine Zusammenarbeit mit Porsche trägt der Samara stolz die Motoren der Stuttgarter Top-Marke unter der Haube. Zwar verwandelt sich der Lada dadurch nicht in eine Rennmaschine, doch die Zuverlässigkeit der deutschen Motoren blieb auch im Samara erhalten. Zwei Jahre später rollte der insgesamt zehn millionste Lada vom Band und bescherte dem Hersteller ein verdientes Jubiläum – trotz ihres geringen Preises holten die russischen Fahrzeuge auf und gleichen sich in ihrer Form immer mehr dem westeuropäischen Standard an. Die Zeit des viereckigen Einheitsmobils war endgültig vorbei. Übrigens: Der Samara wurde nach dem Verwaltungsbezirk benannt, zu welchem die Stadt Togliatti gehört. Seit jeher der Sitz von AwtoWAS, wurde die Stadt in Sowjetzeiten nach dem Vorsitzenden der 1921 gegründeten Kommunistischen Partei Italiens benannt – Palmiro Togliatti. Hätte Togliatti nicht den Deal zwischen der UdSSR und Fiat ausgehandelt, würden die AwtoWAS-Werke heute in Stawropol-Wolschskij stehen.

Mit einem der größten Werke der Welt und einem Anteil von 1 % am Bruttonationaleinkommen Russlands im Rücken, produzierte AwtoWAS eine lange Zeit die gleichen Modelle – der Verkauf lief und der Lada an sich war auch als Gebrauchtwagen sehr beliebt. Erst im Jahr 1995 folgten mit dem Lada 110 und seinen Varianten Lada 111 und Lada 112 neue Fahrzeuge, welche hierzulande die Nachfolge des Samara antraten. Nun nicht mehr mit einem Porsche-Motor, dafür aber mit einem optionalen Autogas-Antrieb ausgerüstet, fand der 2110 guten Anklang. Der Im Jahr 2005 auf den Markt gekommene Kleinwagen Lada Kalina verschaffte der Marke mit seiner guten Ausstattung und seinem geschliffenen Äußeren auf dem europäischen Markt endgültig genügend Respekt, um sich gegen andere Spar-Marken wir z. B. Dacia durchzusetzen. Während der Lada Kalina der ersten Generation nur noch als Gebrauchtwagen erhältlich ist, kann der seit 2014 angebotene Kalina 2 in Deutschland auch als Neuwagen bezogen werden. Der Einstiegspreis ist mit 7.490 € gering; die Sparversion schlägt mit 6.950 € zu Buche.

Krise an der Wolga und der Einstieg von Renault

Der im Jahr 2007 erschienene Lada Priora bringt neben einem ABS vor allem eine gewohnt robuste Verarbeitung und ein Dasein als ebenso beliebter wie zuverlässiger Gebrauchtwagen mit sich. Dramatische Neuerungen bietet der Wagen nicht, gebraucht startet der Lada Priora aber bei vertretbaren 3.000 € und bietet, wie inzwischen gewohnt, einen optionalen Autogasantrieb. Im gleichen Jahr wie der Lada Priora setzte jedoch die Finanzkrise ein und erschütterte AwtoWAS schwer. Neben einer Reduzierung des Personals um 22.000 Mitarbeiter resultierten die Schwierigkeiten des Unternehmens im Jahr 2008 darin, dass Renault sich mit einem Anteil von 25 % an AwtoWAS beteiligte.

Diese Beteiligung wuchs sich im Jahr 2012 zu einem Anteil von 74,5 % am Unternehmen aus – im Gegenzug erhielten die Russen von Renault-Nissan 607 Millionen Euro und eine Menge technisches Know-how. Im 2013 erschienenen Lada Granta zeigt sich die hervorragende Zusammenarbeit der beiden Konzerne, die in einem mit 6.750 € extrem günstigen Neuwagen mündete, welcher obendrein mit einem von Renault verfeinerten Innenraum, einem serienmäßigen ESP, einem ABS und modernen Formen aufwartet. Ob neu oder gebraucht: Lada zeichnet sich vor allem durch widerstandsfähige und zuverlässige Fahrzeuge zu geringen Preisen aus.

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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