Lada Samara – der Wolga-Porsche

Mit dem Lada Samara brachte der russische Hersteller AwtoWAS im Jahr 1984 einen Kompaktwagen auf den Markt, der als erster Lada überhaupt einen Frontantrieb aufwies. In Russland gilt der Samara bis heute als Kult, was sich zum einen auf die sehr Golf-artige Form zurückführen lässt. Zum andern stecken unter der Haube des kompakten Russen Triebwerke von Porsche, die damit beweisen, dass sie durchaus auch bodenständige Motoren bauen können. Neben einer drei- und fünftürigen Version als Kombilimousine wurde der Lada Samara auch als Cabrio angeboten – der Kastenwagen und die Cabrio-Pick-up-Kombination Bohemia Fun findet man hierzulande hingegen nur in absoluten Ausnahmefällen als Gebrauchtwagen. Der Lada Samara fügt sich durch seine vertrauten Formen problemlos ins deutsche Straßenbild ein und macht dank seiner für einen älteren Kompaktwagen doch recht straffen Motorisierung auch durchaus Spaß.

Außen Lada, innen Porsche: Der Lada Samara macht als Gebrauchtwagen Laune

Durch seine in der Vergangenheit doch eher rustikalen Designs ruft der russische Hersteller AwtoWAS hierzulande zwar keine künstlerischen Begeisterungsstürme hervor, punktet dafür aber mit zuverlässigen und langlebigen Karossen. Der im Jahr 1984 auf den Markt gekommene Kompaktwagen Lada Samara bringt zusätzlich die für den Deutschen an sich gewohnten Formen des VW Golf mit. Eine flache Motorhaube, schmale Schultern, große Fenster und viereckige Scheinwerfer stehen dem russischen Wagen ganz vorzüglich. Nimmt man noch den quadratischen Kühlergrill hinzu, fügt sich der Samara gut in das hiesige Straßenbild ein. Der Clou: Unterm Blechfrack des Lada Samara verstecken sich waschechte Porsche-Motoren, denn der Wagen wurde in einer Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Konzern entworfen. Natürlich fegt der Kompaktwagen trotzdem nicht mit über 200 Sachen über den Asphalt; zuverlässig ist er durch seine knackigen, mit russischer Widerstandsfähigkeit kombinierten Motoren aber allemal.

Wer sich den Lada Samara als Gebrauchtwagen zulegen möchte, erwischt in der Regel die in Deutschland noch bis 1998 vertriebenen und für den russischen Markt noch bis 2004 produzierten Drei- oder Fünftürer der ersten Generation, während die seit 1997 produzierte zweite Generation auf dem hiesigen Gebrauchtwagenmarkt praktisch nicht zu finden ist. Einen ganz besonderen Leckerbissen stellen Samaras dar, die ihren Weg von Russland aus hierher gefunden haben, denn diese tragen die kyrillischen Buchstaben Спутник (Sputnik) auf der Heckklappe – den Namen, welchen der Samara ursprünglich bekommen sollte. Merke: Auch in Russland ist der Wagen ganz normal unter dem Namen Samara erhältlich. Der schicke Schriftzug prangt trotzdem am Heck. Ebenfalls selten, aber mit ein wenig Aufwand durchaus aufzutreiben, ist der Lada Samara in der Cabrioversion aus dem Jahr 1997. Sondermodelle wie z. B. der Kastenwagen oder der Bohemia Fun sind hierzulande hingegen extrem selten. Schafft man sich den Lada Samara als Gebrauchtwagen an, darf er im Gegensatz zu Spezialfällen wie z. B. dem Lada Nova auch bedenkenlos als Langstrecken- und Alltagswagen auf die Straße geführt werden.

Der Lada Samara packt als Gebrauchtwagen den Porsche unter die Haube

Wie bereits erwähnt, haben es sich unter dem Blechkleid des Samara echte Porschemotoren gemütlich gemacht, die den Wagen auch in gewohnter Zuverlässigkeit antreiben. Da die Russen hier nicht selbst Hand angelegt haben, kommt der Kompaktwagen mit einer etwas größeren Motorisierungsvielfalt daher. Durch die Seltenheit der Ost-Modelle findet man den Lada Samara als Gebrauchtwagen in der Regel mit dem in Deutschland angebotenen 1,1-l-Benziner oder mit einem 1,5i-Motor unter der Haube. Nimmt man den kleinen Samara, bietet dieser seinem Fahrer immerhin 39 kW bei 5.000 U/min. und ein maximales Drehmoment von 78 Nm bei 3.000 U/min. – auf 100 km/h kommt der Kompaktwagen damit in gemütlichen 22,0 Sekunden. Verbleibt der Fuß auch weiterhin auf dem Gaspedal, erreicht der Lada Samara früher oder später 139 km/h und damit seine Maximalgeschwindigkeit. Ganz klar: Auch wenn AwtoWAS einen Porsche-Motor unter die Haube des Samaras packt, glänzt dieser eher durch Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, als durch brutale Kraft.

Etwas knackiger kommt der auch in der Cabrioversion verbaute 1,5i-Motor rüber, denn dieser legt 52 kW bei 5.100 U/min. und ein maximales Drehmoment von 118 Nm bei 3.200 U/min. auf den Tisch. Damit schafft der Lada Samara den Sprint auf 100 km/h in erheblich sportlicheren 14,5 Sekunden und erreicht maximal 158 km/h. Für einen älteren Kompakten sind das absolut vertretbare Werte. Wer sich den Lada Samara als Gebrauchtwagen für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben zulegen möchte, kann zwar auch zur kleineren Motorisierung greifen, aufgrund seiner besseren Längsdynamik ist der 1,5er aber die deutlich attraktivere Variante.

Im Alltag kommt man mit dem Samara dank Servolenkung leichter durchs Leben; Technik-Chichi wie ein ESP oder eine Traktionskontrolle sucht man bei der alten Karosse allerdings vergebens. Wichtig: Standardmäßig bringt der Lada Samara nur vier Gänge mit, wer die Straße mit fünf Gängen unsicher machen möchte, schaut vor dem Gebrauchtwagenkauf auf die Ausstattungsliste, denn alternativ wurde auch dieses feiner abgestufte Getriebe angeboten.

Bequemer Gebrauchtwagen: Der Lada Samara macht sich als Altagsheld sehr gut

Die Ausstattung im Inneren umfasst, wie man es von einem Lada erwartet, nur das Nötigste: Das Lenkrad ist verstellbar, die Heckscheibe kann beheizt und die Scheinwerfer in ihrer Leuchtweite reguliert werden; auch ein Ecometer, welches dem Fahrer das Spritsparen erleichtern soll, ist an Bord. Elektrische Fensterheber oder eine vollintegrierte Audioanlage sollte man nicht erwarten. Immerhin wurden ab 1997 Fahrer- und Beifahrerairbags verbaut.

Vorne und hinten bietet der Lada Samara als Gebrauchtwagen Sitze mit einem eher rustikalen aber durchaus bequemen Stoffbezug, nur der Seitenhalt ist dank der weichen Sitzwangen nicht sonderlich ausgeprägt. Schlimm ist das jedoch nicht, denn der Lada Samara mag schnell durchfahrene Haarnadelkurven ohnehin nicht sonderlich gerne. Als Alltagsheld macht der Wagen jedoch eine gute Figur, denn neben seinem niedrigen Gebrauchtwagenpreis ab 400 € kann der Lada Samara mit einem Kofferraum von 330 l und gutem Federungskomfort überzeugen.

Lada Samara
Produktionszeitraum1984–2004
Preis (Gebrauchtwagen)ab 400 €
Höchstgeschwindigkeit139–158 km/h
0–100 km/h22,0–14,5 Sek.
Verbrauch (kombiniert)6,6–6,2 l/100 km
CO₂180–172 g/km
Zylinder/Ventile4/8
Hubraum1.100–1.499 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)39/53 bei 5.000; 52/71 bei 5.100
Drehmoment (Nm bei U/min.)78 bei 3.000; 118 bei 3.200
Maße (L x B x H)4.006 mm x 1.380 mm x 1.620; 4.115 mm x 1.443 mm x 1.620
AntriebFront
Tankinhalt43 l
TreibstoffBenzin
Leergewicht1.370–1.380 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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