Lada 1500 – russischer Oldtimer mit Stil

Der im Jahr 1973 auf den Markt gekommene Lada 1500 stellt das dritte Modell der klassischen Schiguli-Baureihe dar. Dabei handelt es sich um den Nachbau der stärkeren Fiat-124-Version Special. Auch eine Vorstellung auf dem New Yorker Autosalon war für den Lada 1500 drin, brachte er doch als erstes Modell der russischen AwtoWAS Chromakzente und ein Armaturenbrett aus Holzimitat mit. In seiner Brust schlug ein 1,5-l-Motor, welcher dem 1500 auch seinen Exportnamen verlieh – in seinem Heimatland lief der Wagen unter der Bezeichnung VAZ 2103. Als Gebrauchtwagen ist der Lada 1500 insbesondere unter Sammlern beliebt, denn die widerstandsfähige Karosse besitzt klassische Formen und konnte die starken Rostprobleme ihrer Vorgänger erfolgreich abschütteln. Eine luxuriösere Version des Lada 1500 war mit dem Lada 1600 erhältlich, welcher im Jahr 1976 als Nachfolger auf den Markt kam. Im Jahr 1984 lief der letzte 1500 vom Band, denn der modernere Lada Nova begann bereits im Jahr 1979 dem Wagen den rang abzulaufen.

Schicker Russe: Der Lada 1500 macht als Gebrauchtwagen auch heute noch Eindruck

Der russische Hersteller AwtoWAS konnte mit dem auch Schiguli bezeichneten Lada 1200 aus dem Jahr 1970 einen gigantischen Erfolg landen – kein Wunder, basierte der Wagen doch auf dem extrem erfolgreichen Fiat 124. Mit dem Lada 1500 aus dem Jahr 1973 baute AwtoWAS an den Erfolg des Schiguli aus und landete mit schlafwandlerischer Sicherheit einen weiteren Hit. Der Wagen basierte auf dem Fiat 124 Special, der mehr Leistung, größere Außenabmessungen und mehr Komfort bot.

Im Vergleich zum schwächeren und kleineren Lada 1200 kommt der Lada 1500 als Gebrauchtwagen kantiger rüber. Die charakteristischen Formen mit flachem Kofferraum und flacher Motorhaube sind zwar noch vorhanden, die Front des Wagens veränderte sich aber. Wo der 1200 noch charmante runde Einzelscheinwerfer besaß, tauscht der Lada 1500 diese gegen wuchtigere Doppelscheinwerfer ein, die in einen großen rechteckigen Kühlergrill eingebettet wurden. Eine Stoßstange mit Stoßstangenhörnern verschafft dem Lada 1500 Respekt, während die Chromakzente dem Wagen einen edlen Touch verleihen. Wobei von Akzenten zu sprechen an dieser Stelle vielleicht untertrieben ist: Der Lada 1500 erhellt als Gebrauchtwagen jede Einfahrt, denn der Oldtimer trägt mehr Chrom auf seinem Blechkleid als so manches moderne Prunkmobil. Neben dem Kühlergrill wurden auch die Fensterrahmen, die Türgriffe und die Zierstreifen auf den Flanken des Wagens verchromt.

Sein souveräner Auftritt verschaffte dem Lada 1500 auch als erstes Modell von AwtoWAS in seinem Erscheinungsjahr einen Auftritt auf dem New Yorker Autosalon und damit die dringend benötigte Publicity, um im Westen Fuß zu fassen. Das gelang AwtoWAS mit einigem Erfolg, denn neben dem flotten Äußeren des Fiat 124 Special besaß der Lada 1500 den Vorteil seiner russischen Widerstandsfähigkeit: Der bereits beim Vorgängermodell zur Anwendung gekommene verstärkte Rahmen und die höhere Bodenfreiheit samt weicher Federung verliehen der Limousine eine für damalige Verhältnisse sehr hohe Leidensfähigkeit und Gemütlichkeit, welche der Lada 1500 auch als Gebrauchtwagen mitbringt. Praktisch: Wer ihn findet, kann sich auch mit der Kombiversion des 1500 vergnügen – obwohl diese auf dem Gebrauchtmarkt kaum anzutreffen ist.

Über die extremen Rostprobleme, welche den Schiguli seit seiner Einführung begleiteten, konnte sich der Lada 1500 erfolgreich hinwegsetzen. Der Grund dafür ist, dass spätestens mit dem modernen 1500 die Verwendung von altem Recyclingstahl endete. Wer sich heute einen gebrauchten Lada 1500 zulegen möchte, sollte sich natürlich trotzdem die üblichen Einfallstellen anschauen: Türunterkanten, Kofferraumdeckel und Aufhängungen wollen besonders genau kontrolliert werden. Sollte sich an diesen Stellen kein Rost zeigen, wird der Oldtimer seinem neuen Halter in der Regel für eine lange Zeit Freude bereiten. Im Jahr 1979 begann der Stern des Lada 1500 übrigens wieder zu sinken – der neumodische Lada Nova begann langsam aber sicher damit, den Wagen vom Markt zu verdrängen. Im Jahr 1984 lief die Produktion des schicken 1500 schließlich aus.

Zwar wird ein im Jahr 1973 erschienener Oldtimer keine neuen Streckenrekorde aufstellen, doch im Vergleich zu anderen Fahrzeugen der Ära konnte sich der Lada 1500 durchaus behaupten. Von seinem großen Vorbild Fiat 124 übernahm der Wagen den 1,5-l-Motor, welcher sich nach ein wenig russischer Zuwendung sogar vor seinen italienischen Vetter setzen konnte: Mit 57 kW bei 5.600 U/min. und einem maximalen Drehmoment von 104 Nm bei 3.400 U/min. erreicht der 1500 seine 100 Sachen in 17 Sekunden. Damit knackte der luxuriöse Lada als erstes Fahrzeug der AwtoWAS die 20 Sekunden-Marke und stellte einen weiteren Firmenrekord auf. Eine Höchstgeschwindigkeit von 152 km/h war für damalige Verhältnisse ebenfalls respektabel und auch heute noch macht es eine Menge Spaß, den Oldie mit seinem charakteristisch rasselnden Motorbrummen über die Straße zu führen.

Ein wenig schwerer zu finden ist der ein Jahr später erschienene 1,3-l-Motor, der aus dem VAZ 21011 übernommen wurde. Dieser bringt immerhin 51 kW bei 5.600 U/min. und ein maximales Drehmoment von 96 Nm bei 3.400 U/min. mit. Den Weg gen Tempo 100 beschreitet der Lada 1500 damit in 21 Sekunden und macht bei 143 km/h Schluss. Wer sich den Lada 1500 als Gebrauchtwagen zulegen möchte, legt in der Regel mehr Wert auf ein gepflegtes Blechkleid und einen starken Auftritt – ein kurzer Blick in den Motorraum ist aber beim Gebrauchtwagenkauf ohnehin anzuraten. Reckt der interessierte Fahrer den Hals ein wenig vor, erspäht er am unteren rechten Ende des Motors die Prägung mit der Motorisierungsangabe.

Gepflegter Gebrauchter: Im Lada 1500 reist es sich königlich

Neben seiner leicht erhöhten Bodenfreiheit und der weichen Federung ermöglicht der Lada 1500 vor allem durch sein Innenleben eine gediegene Reise. Konnte man im eher urigen Lada 1200 noch von Glück sagen, dass die Russen überhaupt ein Armaturenbrett mit in die Planung einbezogen, kommt der Lada 1500 mit Holzimitat und Sitzen mit Lederoptik daher. Die dunklen Armaturen machen den 1500, eine gute Pflege vorausgesetzt, zu einem echten Schmuckstück.

Lada 1500
Produktionszeitraum1973–1984
Preis (Gebrauchtwagen)ab 8.000 €
Höchstgeschwindigkeit143–152 km/h
0–100 km/h21,0–17,0 Sek.
Verbrauch (kombiniert)8,9–8,8 l/100 km
Zylinder/Ventile4/8
Hubraum1.300–1.458 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)51/70 bei 5.600; 57/77 bei 5.600
Drehmoment (Nm bei U/min.)96 bei 3.400; 104 bei 3.400
Maße (L x B x H)4.116 mm x 1.611 mm x 1.446
AntriebHeck
Tankinhalt39 l
TreibstoffBenzin
Leergewicht965–1.030 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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