Autos im Abo: So soll es funktionieren

Volvo startet ein Abomodell für Autos
Auto per App
Würden Sie ihr Auto per App bestellen? Skepsis ist angebracht. Volvo.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 15.12.2017

Ein Auto zu besitzen, kann ein echter Stressfaktor sein. Steuer, Versicherung, Wartung und TÜV verursachen jeweils einen monumentalen Papierberg. Wäre es nicht schön, wenn man sich nur einmal mit dem ganzen bürokratischen Mist herumschlagen müsste und den Rest einfach jemand anderem überlässt? Volvo hatte genau dieselbe Idee und versucht, das neue Lifestyle-SUV XC40 über ein Abomodell an Fahrerin und Fahrer zu bringen. Das Projekt soll wohl die Markteinführung des Polestar 1 vorbereiten, und tatsächlich könnte das Modell Schule machen. Ob hinter der Idee nur ein „Leasing Plus“ steckt, oder ob es tatsächlich die entspannte Alternative zum Autobesitz sein könnte, hat PKW.de für Sie herausgefunden.

Care by Volvo: Das ist drin in Volvos Abomodell

Im Kern klingt die Idee gut: Sie bekommen ein Auto, das Ihnen für die Laufzeit des Abonnements unbegrenzt zur Verfügung steht, und müssen außer der monatlichen Gebühr nichts mehr bezahlen. Wer sich die Mühe macht, das Kleingedruckte zu lesen, stößt aber bald auf einige Haken, die einem das Autofahren doch wieder madig machen könnten: Zum einen beinhaltet der Vertrag eine Klausel, die die jährliche Laufleistung auf 30.000 Kilometer beschränkt. Jeden weiteren Kilometer lässt man sich mit 25 Cent bezahlen. Außerdem ist „Ihr Auto“ nie wirklich Ihr Auto. Das Fahrzeug bleibt im Besitz des Dienstleisters und darum natürlich auch auf ihn angemeldet. Und offenbar macht der sich große Sorgen um sein automotives Kapital, denn man darf den abonnierten Volvo nicht mit in Länder nehmen, in denen die Gefahr durch Diebstahl oder Gewalt besonders groß ist. Warum die spanischen Inseln ebenfalls nicht befahren werden dürfen, erschließt sich aber nicht wirklich.

Abo oder Leasing? Es gibt kaum einen Unterschied

Soweit, so normal. Was aber unterscheidet Volvos Modell von einem normalen Leasingangebot? Bei einer der größten Leasingfirmen der Welt bekommt man zum Beispiel einen BMW X1 für 30.000 Kilometer im Jahr inklusive aller Versicherungen und Pannenservice im Notfall für ca. 600 Euro. Volvo bietet seinen Kunden pro Jahr einen kostenlosen Mietwagen für eine Woche an, aber hier hören die Unterschiede auch schon auf. Ob sich das Care by Volvo-Programm also gegen normale Leasingangebote durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Offenbar versucht der schwedische Autobauer, mit schönen Marketingworten seinen Kunden das Leasing wieder schmackhaft zu machen.

Abomodell für Autos: So könnte es funktionieren

Um den Besitz eines Autos wirklich zu verbessern und das Angebot wirklich flexibel und innovativ zu gestalten, müssten sich Leasingfirmen oder Autobauer noch einiges einfallen lassen. Praktisch wären zum Beispiel Angebote mit einer kürzeren Mindestlaufzeit. So könnte man, zum Beispiel nach einem Umzug, in der neuen Stadt für Mobilität sorgen und neue Möbel durch die Stadt kutschieren. Wirklich interessant wird es aber erst, wenn nicht ein Auto, sondern die Mobilität im Mittelpunkt des Angebots stehen würde. Carsharing ist an sich zwar eine nette Idee, aber noch will keines der Angebote so wirklich überzeugen. Die Suche nach einem Auto in der Nähe kann sich schwierig gestalten und die Benutzung für längere Fahrten ist entweder viel zu teuer oder untersagt. Die Zukunft wird, wenn man Autoherstellern glauben darf, nicht nur elektrische, sondern auch autonome Autos bringen. Diese könnte man ein paar Minuten vor Abfahrt bestellen und sich von ihnen direkt vor der Haustür abholen lassen. Ein kompetitiver Preis für ein solches Angebot könnte in einer Welt, in der das Auto immer mehr zu einem Luxusgegenstand wird, auch in Zukunft Mobilität für jeden ermöglichen.

(Bildmaterial: Shutterstock)


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