Mit E-Antrieb und Es-geht-weiter-Modus

Mercedes GLC tritt mit völlig neuer Optik die Nachfolge des GLK an
Mercedes-Benz GLC.
Kaum wiederzuerkennen: Der Mercedes GLC ist der neue GLK.
sascha
Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 18.06.2015

Köln, 18.06.2015 – GLC? Schon wieder ein neuer Mercedes? Nicht ganz, denn GLC ist nur ein neuer Name für den hinlänglich bekannten GLK. Diese Namensänderung läutet aber zugleich die zweite Auflage der auf der C-Klasse basierenden SUV-Baureihe ein, die mit den vielen Segnungen ihres Plattform-Spenders, neuer Offroad-Kompetenz und sogar einem Elektroantrieb im September an den Start geht. Besonders eindrucksvoll ist das neue Design, denn die polarisierende Kastenform mit reichlich Kante ist Geschichte. Jetzt umhüllt den Allradler ein weich fallender, rundlicher Blechfrack.

Optisch ist der seit 2008 angebotene GLK in der sich stetig wandelnden, großen Mercedes-Familie ein kauziger Exot. Lediglich die ewig gleiche G-Klasse hebt sich mit ähnlich eigenwilliger Form von der aktuellen Couture der meisten Mercedes-Modelle ab. Der jetzt vorgestellte neue GLC passt hingegen mit seinen weichen und eleganten Rundungen wunderbar ins aktuelle Portfolio. Der um 12 Zentimeter auf 4,65 Meter gewachsene C-Klasse-Abkömmling kommt unter anderem mit dem von zwei dreidimensional ausgeformten Querspangen getragenen großen Stern im Kühlergrill daher, der von schicken Leuchten mit schwungvoller LED-Tagfahrlicht-Signatur und optionaler Voll-LED-Technik flankiert wird. Am Heck fallen die ovalen, zweigeteilten und damit weit in die Heckklappe reichenden Rückleuchten auf. Vor allem durch das Heckdesign bricht der GLC mit seinem Vorgänger GLK, denn die angeschrägte seitliche Fenstergrafik und eine stärker nach vorn geneigte C-Säule sorgen für einen eher coupéartigen Charakter. Trotz dieser Bauweise ist der Kofferraum gewachsen: normal von 470 auf 550 und maximal von 1.550 auf 1.600 Liter.

Die ausgeprägte Kastenform des GLK ist mit dem Mercedes GLC Geschichte.
Die ausgeprägte Kastenform des GLK ist mit dem Mercedes GLC Geschichte.

Radikal anders präsentiert sich ebenfalls der Innenraum, der mit seiner aufgeräumten und durchgestylten Art eine besonders wohnliche Wohlfühlatmosphäre bietet. Bekannt ist dieser gediegene Stil bereits von C- und V-Klasse. Wie bei diesen, hebt sich auch im GLC die schmucke Mittelkonsole leicht ab und bietet am oberen Ende drei runde, chromglänzende Belüftungsdüsen sowie einen darüber freischwebend inszenierten Bildschirm für das Infotainment-Navisystem. Diese vielseitige, jedoch in Hinblick auf heutige Konnektivitätsansprüche nicht mehr ganz aktuelle Multimedia-Plattform wird über einen Handschmeichler-Komplex am unteren Ende der Mittelkonsole gesteuert. Hier sind Direktwahltasten, ein Dreh-Rückstellknopf sowie eine berührungsempfindliche Touchoberfläche kompakt in einem Bauteil integriert.

Deutlich abgespeckt dank Alu

Wie die C-Klasse, so kommt auch der GLC aus dem Werk Bremen. Von den dort umgesetzten Leichtbaumaßnahmen profitiert auch der SUV-Ableger der Mittelklassebaureihe, der trotz Längenzuwachs rund 80 Kilogramm im Vergleich zum GLK abspecken konnte. Unter anderem konnte durch einen verstärkten Einsatz von Bauteilen aus Aluminium der schwerere Stahl an vielen Stellen ersetzt werden.

Der Innenraum des Mercedes GLC kann sich sehen lassen.
Der Innenraum des Mercedes GLC kann sich sehen lassen.

Auf den Verbrauch hat das einen leicht positiven Einfluss, wenngleich bereits der GLK recht effizient unterwegs war. Vorläufige Basismotorisierung ist der 220d, der mit 170 PS einen Verbrauch von 5,0 bis 5,5 Liter haben soll. Das gleichstarke Pendant beim GLK wurde mit 5,5 Litern angegeben. Als weitere Dieselmotorisierung bietet Mercedes den 250d mit 204 PS und gleichem Verbrauch wie beim 220d an. 211 PS leistet der einzige reine Benziner 250, bei dem es sich um einen Zweiliter-Vierzylinder handelt. Alle drei Motoren sind mit einer neunstufigen Automatik gekoppelt. Neu im Motorenspektrum und mit einer Siebengang-Automatik verbunden ist die Plug-in-Hybridversion 350e, die neben dem Vierzylinder-Benziner mit 211 PS noch einen 116 PS starken E-Motor hat. Damit soll man bis zu 34 Kilometer weit rein elektrisch fahren können. Trotz 5,9 Sekunden für den 100-km/h-Sprint und 235 km/h Topspeed soll der Verbrauch bei 2,6 Litern liegen, was allerdings dem sehr speziellen Messzyklus für Plug-in-Hybride geschuldet ist, der einen hohen Anteil rein elektrischer Fahrweise voraussetzt. Die elektrische Reichweite erfordert eine große Batterie im Heck, die dem 350e 155 Liter vom maximalen Stauraum wegknappst und nach Ladezeiten von zwei bis vier Stunden verlangt.

Typ Motor/Getriebe Leistung Fahrleistungen Verbrauch Preis
Mercedes GLC 220d 4Matic 2,1-L-R4-Diesel/9AT 170 PS/400 Nm 8,3 s/210 km/h 5,5–5,0 l/100 km 44.863 €
Mercedes GLC 250d 4Matic 2,1-L-R4-Diesel/9AT 204 PS/500 Nm 7,6 s/223 km/h 5,5–5,0 l/100 km 46.410 €
Mercedes GLC 250 4Matic 2,0-L-R4-Benziner/9AT 211 PS/350 Nm 7,3 s/223 km/h 7,1–6,5 l/100 km 44.506 €
Mercedes GLC 350e 4Matic 2,0-L-R4-Benziner+E-Motor/7AT 211+116 PS/560 Nm 5,9 s/235 km/h 2,6 l/100 km k. A.

Mit Es-geht-weiter-Modus

Neben dem E-Antrieb hat der GLC noch eine Reihe kleinerer Innovationen zu bieten. So gibt es für den GLK-Nachfolger die Handsfree-Heckklappe, die ein Entriegeln mit einer Fußgeste erlaubt. Dem Kunden stehen zudem drei Fahrwerke zur Wahl. Neben dem Komfort- und dem Sportfahrwerk gibt es noch ein Luftfahrwerk mit elektronisch geregelten Adaptiv-Dämpfern. Mit diesem Luftfahrwerk bietet der GLC einen sogenannten Freischaukel-Fahrmodus, bei dem die 23 Zentimeter Bodenfreiheit auf 28 Zentimeter angehoben werden und der Antrieb mehr Schlupf erlaubt. Damit soll sich der GLC auch aus “festgefahrenen” Situation befreien können. Neben dieser Es-geht-weiter-Funktion bietet der GLC dank seiner Kamera- und Radarsensoren an Bord zudem eine Fülle an Assistenz- und Sicherheitssystemen, wie sie von der aktuellen C-Klasse her bekannt sind. Neu sind in diesem Zusammenhang auch eine 360-Grad-Kameraperspektive und das optionale Head-up-Display.

Auch abseits befestigter Straßen soll sich der Mercedes GLC durchsetzen können.
Auch abseits befestigter Straßen soll sich der Mercedes GLC durchsetzen können.

Marktstart für den GLC ist parallel zu seiner Weltpremiere auf der IAA im September 2015. Vorläufig werden die vier genannten Motoren angeboten, doch vermutlich wird es zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder eine Basisversion 200d mit manuellem Getriebe geben. Auch nach oben wird das Angebot wachsen. Neben einem 370 PS starken Sechszylinder (GLC 450 AMG) dürfte außerdem noch die Hochleistungsvariante GLC 63 AMG mit einem fast 500 PS leistenden Biturbo-V8 kommen. Preislich markiert zunächst der GLC 250 den Einstieg, der mindestens 44.500 Euro kosten wird.

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(Bildmaterial: Mercedes-Benz)


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