Mini gibt Gas

Mit dem JCW stürmt der stärkste Mini aller Zeiten den deutschen Automarkt
Mini John Cooper Worls.
Hat mehr Power denn je: Mini John Cooper Works.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 08.05.2015

Köln, 08.05.2015 – Bei Mini ist man zur Vernunft gekommen. Zumindest etwas. Nach vielen Jahren mit vielen schrulligen Experimenten hat die 2014 gestartete dritte Generation endlich eine überzeugende Ausgewogenheit erlangt und dennoch den besonderen Charme behalten. Jetzt reicht die BMW-Tochter die John-Cooper-Works-Version nach, die ebenfalls erwachsener und reifer daherkommt. Statt des irre hochgezüchteten 1,6-Liter-Benziners kommt ein satter Zweiliter-Turbo zum Einsatz, der den Giftzwerg sehr nahe an die magischen 250 km/h führt.

Hubraumtechnisch waren beim Mini von BMW traditionell 1,6 Liter das Maß der Dinge. Im Fall der JCW-Version hat man den 1,6er mit aufwändigen Tuningmaßnahmen auf deutlich über 200 PS hochgezüchtet. Das hatte seine besonderen Reiz, denn der kleine Kreischer im Bug vermittelte ein gewisses Rennsportflair. Doch zugleich wirkte das Aggregat auch etwas überzüchtet. In Sachen Langzeitqualitäten wirkte das nicht sehr vertrauenerweckend.

Jetzt hat BMW den Mini auf eine neue Frontantriebsarchitektur gesetzt, die auch den Einsatz größerer Motoren erlaubt. Im Fall des John Cooper Works kommt künftig ein Vierzylinder-Benziner mit satten zwei Litern Hubraum zum Einsatz, der es dank TwinPower-Turbotechnologie und Direkteinspritzung auf stolze 231 PS und 320 Newtonmeter bringt. Damit ist die Leistung um 10, das Drehmoment gar um 23 Prozent im Vergleich zum Vorgänger gestiegen. Dabei sollen laut Mini weiterhin eine “performanceorientierte Kraftentfaltung” und ein “emotionsstarker Sound” dem Fahrzeug besonderen Charakter verleihen.

Deutlich schneller

Geht ab: Mini John Cooper Works
Geht ab: Mini John Cooper Works
Zumindest bei den Fahrwerten kann der neue JCW-Mini seinen wilden Vorgänger locker abhängen. In der Standardversion mit 6-Gang-Handschaltung verkürzt sich die Sprintzeit von 6,5 auf 6,3 Sekunden, mit dem sechsstufigen Selbstschaltgetriebe sind es sogar 6,1 statt bisher 6,7 Sekunden. Maximal schafft der John Cooper Works mit 246 km/h sogar 8 km/h mehr als bisher. Das Erfreuliche zudem: Der Verbrauch ging zumindest in der Automatikversion deutlich runter auf 5,7 Liter. Die Handschaltversion verharrt mit 6,7 Liter allerdings auf dem Niveau des Vorgängers.

Damit die Kraft auch besonders lustbetont auf die Straße kommt, hat Mini für den JCW das Fahrwerk deutlich umgekrempelt. Neben einem speziellen Fahrwerkssetup mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern wurde noch eine Brembo-Sportbremsanlage montiert. Ansonsten gibt es die üblichen Helfer DSC und DTC an Bord, wobei speziell für den JCW noch das elektronische Sperrdifferenzial EDLC zum Einsatz kommt. Außerdem kann man gegen Aufpreis noch die von BMW her bekannte Dynamische Dämpfer Control ordern und so per Knopfdruck spontan zwischen einer komfortableren oder einer sportlicheren Abstimmung entscheiden.

Scharfes Styling

Coole Optik, cooler Sound: Der JCW-Auspuff.
Coole Optik, cooler Sound: Der JCW-Auspuff.
Auch optisch gibt sich der Mini JCW als Performance-Fahrzeug zu erkennen. Das aerodynamisch abgestimmte Karosseriedesign bietet eine spezielle Frontschürze, die über große Luftöffnungen verfügt. Eigenständige Seitenschweller und eine Heckschürzen-Gestaltung zusammen mit einem JCW-Heckspoiler verleihen dem Fahrzeug eine angemessene Power-Optik. Seine Sonderstellung betonen außerdem LED-Scheinwerfer, speziell konturierte Radhauseinfassungen, ein eigener Kühlergrill sowie eine Sportabgasanlage mit auffälligem Doppelendrohr zentral im Heck.

Auch der Innenraum hat spezielles JCW-Flair zu bieten. So wurden Sportsitze mit integrierten Kopfstützen verbaut, die im Vergleich zu den Foltersitzen des Vorgängers auch endlich vernünftigen Komfort bieten können. Spezielle JCW-Einstiegsleisten, ein Sportlenkrad mit Multifunktionstasten, eine Pedalerie in Edelstahl-Ausführung und ein anthrazitfarbener Dachhimmel runden das Paket ab.

Viele Komfortoptionen

Endlich Sitze mit Sitzkomfort: Innenraum Mini JCW.
Endlich Sitze mit Sitzkomfort: Innenraum Mini JCW.
Wer möchte, kann sich seinen JCW noch weiter aufwerten. Optional gibt es ein Head-up-Display mit speziellen JCW-Anzeigeinhalten, Farbakzente für die Außenhaut in Chili-Red oder exklusive 18-Zoll-Räder. Und natürlich gibt es noch viele Optionen aus dem reichhalten Mini-Programm wie etwa einen Abstandstempomaten mit Kollisionswarner und -verhinderer, eine farbenreiche Ambientebeleuchtung, ein elektrisches Glasdach, Sitzheizungen vorne, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder ein Super-Navi. Wer zudem Mini Connected ordert, kann eine enorme Bandbreite an onlinebasierten Funktionen und Diensten nutzen.

Das alles hat allerdings seinen Preis. Bereits die Basis kostet 30.000 Euro, zudem wird man mit einigen Extras problemlos noch einen fünfstelligen Zusatzbetrag erwarten können. Bei einem Mini JCW sollte das Motto in jedem Fall lauten: Wenn schon, denn schon.

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(Bildmaterial: Mini)


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