Nissan

Alle Nissan-Modelle auf einen Blick

Die Geschichte von Nissan beginnt 1911

Mit der Gründung von Kaishinsha Motorcar Works im Jahr 1911 und der Produktion des ersten Pkws 1914 – „DAT“ genannt – nimmt die erfolgreiche Firmengeschichte des japanischen Automobilherstellers Nissan Motor Co., Ltd. ihren Anfang. Zu dieser Zeit existiert noch kaum ein Markt für private Fahrzeuge. Die Existenz sichert die Herstellung subventionierter Lkw für das Militär, im Jahr 1918 folgt die Umbenennung in Kwaishinsha Motorcar. Aus der Fusion mit Jitsuyo Motors geht 1926 die Marke DAT Automobile hervor. Der „Datson 10“ kommt 1930 auf den Markt und soll in Anlehnung an die englische Sprache so viel wie „Sohn von DAT“ bedeuten. „Son“ heißt im Japanischen „Verlust“, ein schlechtes Omen, denn tatsächlich zerstört 1931 ein Hurrikan das Werk. Im Rahmen der Wiedererrichtung wird der „Datson“ in „Datsun“ umbenannt („sun“ ist eine Anspielung auf Japan als Land der aufgehenden Sonne). 1933 gründen Tobata Imono Co. und Nikon Sangyo Co. die Jidosha-Seid Ltd., die die Produktionsaktivitäten von Datsun übernimmt. 1934 wird Nikon Sangyo alleinige Firmeninhaberin und benennt diese schließlich in Nissan Motor Co., Ltd. um. Der erste Datsun-Kleinwagen verlässt dann 1935 das Werk in Yokohama.

Der Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Fertigung der Datsun-Pkws beginnt wieder 1947. Die gesammelten Erfahrungen aus dem Bau von Militärfahrzeugen führen 1951 zur Entwicklung einer Legende: Der Geländewagen Nissan Patrol übertrifft mit seinem 85 PS starken Sechs-Zylinder-Motor in puncto Leistung und Nutzlast sogar den amerikanischen Willis Jeep. Auch ist es die Zeit des ersten Elektrofahrzeugs in Japan, der „Tama“ legt die Wurzeln für die Null-Emissionen-Fahrzeuge. Bis 1950 wechseln 1.100 elektrisch angetriebene Autos den Besitzer, 1966 übernimmt Nissan schließlich die Marke Tama.

Internationales Aufsehen im Motorsport

Erste internationale Aufmerksamkeit erlangt Nissan im Jahr 1958 mit dem Sieg des Datsun 210 beim Mobilgas Round Australia Trial. Vom 1959 präsentierten Datsun Bluebird verkaufen sich in nur vier Jahren weltweit 210.000 Exemplare. Die Gründung der Nissan Motor Cooperation USA folgt 1960, zwei Jahre nach Beginn des Exports in die USA.

Im Jahr 1964 ereignet sich eine der berühmtesten japanischen Motorsportgeschichten: Die Prince Motor Company nimmt mit dem Skyline GT am zweiten Japan Grand Prix teil und tritt dabei unter anderem gegen den Porsche 904 GTS an. Für eine Runde führt der Skyline GT und endet letztlich auf dem zweiten Platz – eine Sensation! So glaubte doch der Rest der Welt zu dieser Zeit, dass Japans technisches Know-how weit hinterherhinken würde. 1966 übernimmt Nissan die Prince Motor Company und erbt dadurch die beliebten Fahrzeuge Gloria und Skyline. Zahlreiche Erfolge im Motorsport folgen.

1962: Beginn des Fahrzeugexports nach Europa

Nach dem Erfolg auf dem australischen und US-amerikanischen Automobilmarkt startet das Unternehmen 1962 den Export nach Europa. Der erste weltweite Verkaufserfolg, mit 1,3 Millionen verkauften Exemplaren in nur vier Jahren, gelingt mit dem Nissan Bluebird (Model 510). Der Nissan Sunny kommt im Frühling 1966 auf den Markt und mit seinem deutlich günstigeren Preis gegenüber dem Bluebird startet eine Verkaufsexplosion von Familienfahrzeugen in Japan. Mit dem Nissan Fairlady Z wird für viele der Traum vom eigenen Sportwagen wahr, es ist zu dieser Zeit der weltweit meistverkaufte Sportwagen mit ansprechendem Design, exzellenten Fahrleistungen und Alltagstauglichkeit zum bezahlbaren Preis. Vor dem Fairlady Z hat es solch einen Wagen für die breite Masse nicht gegeben. 1982 ist der Nissan Prairie Japans erster Minivan mit sieben Sitzen und zwei Schiebetüren. Zwar wenig erfolgreich gilt das Fahrzeug dennoch als Pionier im Segment der Minivans.

In Deutschland beginnt der Verkauf 1972, die Gründung der Nissan Motor Deutschland GmbH folgt ein Jahr später. Die US-Umweltbehörde zeichnet den Nissan Sunny 1973 mit dem ersten Platz beim Kraftstoffverbrauch aus, mitten auf dem Höhepunkt der Ölkrise erlangt der Pkw dadurch in den USA große Beliebtheit. Die Exportfahrzeuge verkauft der Automobilhersteller bis 1983 unter dem Markennamen Datsun, ab dann weltweit unter dem Markennamen Nissan. Zweigstellen in Spanien, Großbritannien und den Niederlanden folgen. 1993 erhält der Kleinwagen Nissan Micra die Auszeichnung zum „Auto des Jahres“ in Europa. Für den europäischen Markt beginnt Nissan 1993 in Spanien mit der Produktion des Allrad-Offroaders Nissan Terrano II – der Wagen wird zum weltweiten Erfolg.

Strategische Allianz mit Renault im Jahr 1999

Hohe Verluste aufgrund der japanischen Finanzkrise führen in den 90er Jahren zu einer drohenden Insolvenz. Durch einen Aktienaustausch zwischen Nissan und dem französischen Hersteller Renault entsteht die viertgrößte Automobilgruppe der Welt, mit einen Produktionsleistung von knapp fünf Millionen Fahrzeugen pro Jahr und insgesamt rund 265.000 Mitarbeitern. Beide Unternehmen behalten dabei ihre Selbstständigkeit. Durch die Kooperation basieren zum Beispiel der Nissan Primastar und der Renault Trafic sowie der Nissan Micra und Renault Clio auf den gleichen Plattformen. Der „Nissan Revival Plan“ ist ein Erfolg, 2001 gelingt Nissan Europa dadurch die Rückkehr in die Gewinnzone, die weltweit erzielte Umsatzrendite in Höhe von acht Prozent ist zu diesem Zeitpunkt die höchste der Unternehmensgeschichte. 2002 folgt ein Rekordgewinn in Höhe von 6,25 Milliarden Euro mit einer Umsatzrendite von 10,8 Prozent – das höchste Niveau der Branche. Damit ist die Nettoverschuldung getilgt. Noch besser fällt das Geschäftsjahr 2003 aus: Der Gewinn steigt auf 6,29 Milliarden Euro, die Umsatzrendite auf 11,1 Prozent und Nissan gehört jetzt zu den profitabelsten Automobilherstellern der Welt. Im August 2005 verkauft der Hersteller in Europa schließlich sein 10-millionstes Fahrzeug. Zum „Van of the year“ wird der Nissan NV200 im Jahr 2010 gekürt. Den „World Car of the year Award“ erhält der Nissan Leaf 2011 – es ist das erste Großserien-Elektroauto. 2014 führt das Unternehmen die Marke Datsun wieder ein und bietet zwei Modelle auf dem russischen Markt an.

Weitere aktuelle Modelle in Deutschland

Im Segment der Kleinstwagen vertreibt der Hersteller seit 2009 den Nissan Pixo, der weitgehend mit dem Suzuki Alto baugleich ist. Er ist mit Schalt- oder Automatikgetriebe verfügbar. Der Micra erhält 1993 als erstes japanisches Fahrzeug die Auszeichnung „Auto des Jahres“, inzwischen ist die vierte Generation auf dem Markt. Als Nachfolger des Nissan Almera folgt 2004 der Tiida. Die Produktion des Primera endet nach drei Generationen schließlich 2007. Im Segment der Minivans sind der Cube und Note zwei aktuelle Modelle. 2013 ist der Qashqai auch sechs Jahre nach seiner Einführung das meistverkaufte SUV in Deutschland. Das Crossover-SUV ist innerhalb der internen Verkaufsrangliste ebenfalls auf dem ersten Platz. In der beliebten SUV-Sparte erweitert der unterhalb des Qashqai angebotene Juke mit serienmäßigem Frontantrieb die Modellpalette. Zahlreiche Vergleichstests gewinnt der X-Trail in der ersten Generation (seit 2001), die Exemplare ab 2007 sind etwas größer. Standardmäßig mit Frontantrieb ausgestattet, ist der Allradantrieb bei sämtlichen Versionen optional. Das Segment der Geländewagen füllen die Modelle Patrol und Pathfinder. Der leistungsstärkste Sportwagen des Herstellers ist der Nissan GT-R.

In den aktuellen Euro NCAP-Crashtests ist der Hattrick gelungen: Nach dem Qashqai und X-Trail punktet auch der Nissan Pulsar mit der maximalen Wertung von fünf Sternen. Neben den hohen Sicherheitsstandards trumpfen die Fahrzeuge mit niedrigen CO2-Emissionen und geringem Spritverbrauch auf. Der japanische Automobilhersteller ist damit weltweit gut aufgestellt und die turbulenten 90er Jahre sind erfolgreich überstanden.

Zahlen und Fakten

Gemessen am Börsenwert ist Nissan der drittgrößte Automobilhersteller der Welt. 2013 hat die Allianz von Renault und Nissan mehr Fahrzeuge verkauft als jemals zuvor. Vor allem die Nachfrage aus den USA und China trugen zum Absatz von 8,3 Millionen Autos bei. Der weltweite Marktanteil bei Neufahrzeugen liegt damit etwa bei zehn Prozent, es ist der fünfte Rekord in Folge.

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