Volvo macht sich sein Viagra künftig selbst

Schweden übernehmen Kooperations-Tuner Polestar Performance zu 100 Prozent
Volvo V60 Polestar.
350 PS stark: Der Volvo V60 Polestar.
christian
Einleitung von Christian Schmid, Redakteur bei PKW.de 17.07.2015

Köln, 17.07.2015 – Wenn es um mehr Potenz geht, setzte man bei Volvo über viele Jahre auf den Rennwagen-Spezialisten Polestar. Den eher gemütlichen schwedischen Fahrzeugen hat der Tuner zum Teil mächtig Zunder eingehaucht. Jüngster Höhepunkt war eine Leistungssteigerung für V60/S60 auf 350 PS, die allerdings nicht in Deutschland angeboten wurde. Die viagrablauen Polestar-Modelle sind nicht nur schnell, sondern auch gut fürs Image der Marke Volvo, so dass sich die Schweden nun Polestar als Performance-Label einverleibt haben.

Gleich 100 Prozent der Firmenanteile von Polestar Performance hat die in chinesischem Besitz befindliche schwedische Traditionsmarke Volvo übernommen. Damit hat Volvo jetzt ebenfalls eine echte Abteilung für Hochleistungsderivate, wie das etwa bei den Premium-Mitbewerbern Audi (Quattro GmbH), BMW (M GmbH) oder Mercedes mit AMG schon seit langem üblich ist. AMG war übrigens auch zunächst eine Motorsport-Firma, die Mercedes-Modelle zu Rennwagen umbaute und später in enger Kooperation mit Mercedes auch getunte Serienmodelle fertigte, um dann letztlich von Mercedes als Submarke übernommen zu werden.

Das gleiche Schicksal trifft nun auf Polestar zu, zumindest was die Polestar Performace AB betrifft. Es wird auch weiterhin noch das Polestar Racing Team unter neuem Namen geben, welches allerdings im Besitz des Firmengründers Christian Dahl bleiben wird, der weiterhin Rennwagen auf Volvo-Basis produzieren will. Wieviel Geld der Deal mit Volvo in Dahls Taschen gespült hat, wurde von Volvo nicht genannt.

Über konkrete Pläne, welche Modelle mit welchem Performance-Potenzial angestrebt werden, hüllt sich Volvo ebenfalls noch in Schweigen. Man plant allerdings mittelfristig, die Zahl der verkauften Polestar-Fahrzeuge von jährlich derzeit 750 auf 1.000 bis 1.500 zu steigern. Es soll auch Nachrüstkits für Volvo-Modelle geben, außerdem soll die Polestar-Abteilung für Plug-in-Hybridmodelle besonders dynamisch ausgelegte Varianten entwickeln, die dann wenig Verbrauch mit starker Performance in Einklang bringen sollen.

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(Bildmaterial: Volvo)


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