BMW-7er-Prototyp.
BMW 7er noch getarnt unterwegs auf ersten Testfahrten.

Ein offenes Geheimnis

BMW lässt getarnte Neuauflage des 7er vorfahren und verrät etliche Details

Köln, 20.04.2015 – Noch dieses Jahr wird BMW die nächste 7er-Generation auf den Markt bringen. Das Flaggschiff der Münchener soll mit einer Reihe von Innovationen den Abstand zur Mercedes S-Klasse egalisieren. In der Tat macht die bayerische Oberklasse einige beachtliche Fortschritte, wie sie jetzt im Rahmen einer Pressefahrveranstaltung in Tarnfolie eingepackt demonstrieren durfte.

mario
von Mario Hommen, Redakteur*in bei PKW.de 20.04.2015

Ein besonders wichtiges Entwicklungsziel beim neuen 7er war die Gewichtsreduzierung. Hier hat sich BMW unter anderem seine Carbon-Kompetenz zunutze gemacht und diverse Elemente der Karosserie aus dem Leichtbaumaterial gefertigt. Klingt einfach, ist nach Aussage von BMW ein allerdings schwieriger Prozess. Ein weiterer Schwerpunkt beim Abspecken war der Leichtbau bei den ungefederten Massen wie etwa den Bremsen, die um etliche Kilos erleichtert wurden. Rund 200 Kilogramm ließen sich so in der Grundkonstruktion einsparen, was allerdings teilweise wieder durch neue Komfortspielereien kannibalisiert wurde. Unterm Strich vermeldet BMW eine immer noch respektable Reduzierung um 130 Kilogramm. Im Fall des 740Li sinkt das Gewicht damit von 1.920 Kilogramm auf knapp unter 1,8 Tonnen.

Neue Bedienfunktionen ergänzen das iDrive-System.
Neue Bedienfunktionen ergänzen das iDrive-System.
Bei den Bedieneinheiten im Innenraum beziehungsweise der Steuerung des Multimedia-Navisystems bleibt es im Kern bei der im Jahr 2000 eingeführten iDrive-Bedienlogik, die in ihrer jüngsten Evolutionsstufe jedoch um einige Touch- und Wischgesten erweitert wurde. So gibt es für die Klimaautomatik keine Drehknöpfe mehr, sondern einen Touchbereich zum Regulieren der Temperatur. Und es werden einige freie Handgesten von einem 3D-Sensor registriert, was berührungslose Bedienbefehle erlaubt. Lässt man den Zeigefinger kreiseln, verändert sich die Lautstärke des Audiosystems, während die Entgegennahme von Anrufen mit einer einfachen Handgeste geschieht.

Autonomes Fahren

In seiner Neuauflage wird der BMW 7er zudem die Fähigkeit besitzen, autonom zu fahren. Im Geschwindigkeitsfenster von 0 bis 210 km/h kann der 7er das Lenken, Beschleunigen und Bremsen übernehmen. Der Fahrer hat deshalb die Möglichkeit, ganz entspannt während der Fahrt auch die Hände in den Schoß zu legen. Allerdings ermahnt ihn nach kurzer Zeit der Autopilot, das Kommando wieder selbst in die Hände zu nehmen. Sogar ganz autonom fährt der 7er vorwärts in Längsparklücken. Bei einem engen Stellplatz kann der Fahrer vor dem Einparken also aussteigen und per Knopfdruck den 7er von selbst einfahren lassen. Das Problem mit einem zu engen Ausstieg erübrigt sich so.

Der 7er kann sogar autonom fahren.
Der 7er kann sogar autonom fahren.
Der jüngste Blitzmarathon hat wieder einmal gezeigt, dass einige Geschwindigkeitsübertretungen der fehlenden Übersicht über das aktuelle Tempolimit geschuldet sind. Hier unterstützt der 7er künftig in zweierlei Weise den Fahrer: So lässt sich die bereits bekannte Verkehrszeichenerkennung nicht ablenken und blendet im Head-up-Display stets die aktuell erlaubte Höchstgeschwindigkeit ein. Das System geht aber noch einen Schritt weiter und passt die Geschwindigkeit auch automatisch an dieses Limit an. Ein Toleranzbereich von bis zu 15 km/h kann dabei vom Fahrer definiert werden.

Mehr Leistung, mehr Fahrspaß, mehr Komfort

Bei den Antrieben wird sich ebenfalls einiges tun. Es wird im neuen 7er wieder Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder geben, die allesamt trotz moderater Leistungszuwächse weniger verbrauchen werden. Sehr wahrscheinlich wird es außerdem eine Plug-in-Hybridversion wie auch einen Diesel mit nur vier Zylindern geben. Angesichts der Leichtbaumaßnahmen sollte ein kräftig aufgeladener Vierzylinder-Diesel keine große Mühe mehr mit dem 7er haben und Verbrauchswerte um fünf Liter ermöglichen.

Soll noch agiler sein: Der neue BMW 7er.
Soll noch agiler sein: Der neue BMW 7er.
Trotz der klaren Ausrichtung hin zu einem geringeren CO₂-Ausstoß will BMW den 7er dennoch dynamischer und komfortabler als bisher machen. Dank einer Zweiachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung soll sich der Komfort spürbar erhöhen. Zudem ist eine Dynamische Dämpfer Control an Bord, die dank elektronisch geregelter Dämpfer den Abroll- und Aufbaukomfort sowie die Dynamik steigern soll. Letzteres verspricht auch die weiterentwickelte Integral-Aktivlenkung (auch für xDrive) im Zusammenspiel mit der erstmals elektromechanisch angetriebenen aktiven Wankstabilisierung Dynamic Drive. Neu ist außerdem der per Fahrerlebnis-Schalter aktivierbare Adaptive-Mode, bei dem das Setup adaptiv an den jeweils aktuellen Fahrstil und den Streckenverlauf angepasst wird. Klingt fast so, als müsse sich die S-Klasse bald warm anziehen.

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(Bildmaterial: BMW)


Alle Artikel in: Autonews

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