Diese Streber

Hyundai bietet mit dem ix35 Fuel Cell als erster ein Brennstoffzellen-Auto zum Kauf an
Hyundai ix35 Fuel Cell: Das erste käufliche Brennstoffzellenauto.
Saubere Technik, hoher Preis: Der Hyundai ix35 Fuel Cell.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 27.03.2015

Köln, 27.03.2015 – Seit Jahrzehnten experimentiert die Autoindustrie mit der cleveren Brennstoffzellen-Technik herum, die einen bestechend einfachen Weg weg vom Öl bieten könnte. Viele Hersteller haben in den letzten Jahren immer wieder angekündigt, bald ein solches Auto marktfähig zu machen. Doch den Worten folgten bisher keine Taten. Anders bei Hyundai: Mit dem ix35 Fuel Cell starten die Koreaner in Deutschland im Mai 2015 vor allen anderen Herstellern mit einer solchen Technik in den Markt. Die ist allerdings teuer: Über 65.000 Euro soll der Kauf kosten, rund 1.300 Euro monatlich das vierjährige Leasing.

Sieht man einmal von den zurückschreckenden Anschaffungskosten ab, bietet das Brennstoffzellenauto von Hyundai ein technisch mehr als überzeugendes Konzept: Die Brennstollzelle produziert den Strom, der den Elektromotor des Hightech-SUV mit Antriebsenergie versorgt. Insofern handelt es sich um ein sauberes, weil emissionsfreies Elektrofahrzeug, welches zudem auf schwere Batterien verzichten kann, aber ein Vielfaches an Reichweite im Vergleich zu rein batterieelektrischen Fahrzeugen bietet. 600 Kilometer soll der ix35 mit einer Wasserstofftankfüllung weit kommen. Als Treibstoff braucht die Brennstoffzelle lediglich das Gas Wasserstoff, welches in einem chemischen Prozess am Ende in Strom und harmloses Wasser gewandelt wird.

Nur 5,94 Kilogramm für 600 Kilometer Reichweite

Aus dem Auspuff kommt nur Wasser raus: Hyundai ix35 Fuel Cell.
Aus dem Auspuff kommt nur Wasser raus: Hyundai ix35 Fuel Cell.
Lediglich 5,94 Kilogramm des hochexplosiven Gases braucht der Wagen für diese stattliche Reichweite. Der Tankvorgang soll zudem nur drei Minuten dauern. Ein Haken gibt es allerdings: Die Versorgungsinfrastruktur ist quasi nicht vorhanden. Der ebenfalls schon über viele Jahre angekündigte Aufbau eines entsprechenden Tankstellennetzes in Deutschland steckt noch immer im Dornröschenschlaf. Neben einer hohen Investitionsbereitschaft sollte der Nutzer eines ix35 Fuel Cell also außerdem noch ein ganzes Stück Pioniergeist mitbringen.

Und der Fahrer darf keine allzu hohen Ansprüche an die Fahrdynamik haben: Obwohl der ix35 Fuel Cell in Richtung Zukunft weist, bietet er trotz des 136 PS starken Drehstrom-Asynchron-Motors Fahrleistungen wie in den 1970er-Jahren. Die Sprintzeit aus dem Stand auf 100 km/h wird mit 12,5 Sekunden taxiert, maximal sind 160 km/h möglich. In Hinblick auf die Ausstattung wird hingegen einiges geboten: An Bord sind eine Radio-Navi-Einheit, eine Rückfahrkamera, beheizbare Vordersitze, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Parkpiepser hinten. Zudem verfügt der Wagen über ein stufenlos variables Planetengetriebe und fährt sich also wie mit einer Automatik. Auch in Hinblick auf die Sicherheit kann sich der Zukunftsstromer sehen lassen: Acht Airbags, aktive Kopfstützen und vier Wasserstoffsensoren sorgen für allgemein gute Sicherheit. Die Sensoren erkennen, ob eventuell Wasserstoff aus dem Tank austritt. Ist dies der Fall, werden die Insassen umgehend hierüber informiert.

Hinter dieser Modellbezeichnung verbirgt sich die Autozukunft.
Hinter dieser Modellbezeichnung verbirgt sich die Autozukunft.
Vor allem die Gastanks sind ein sensibles Thema für die Sicherheit des Fahrzeug, weil Wasserstoff ein nicht ganz ungefährliches Gas ist. Hierbei handelt es sich um zertifizierte Behälter aus Aluminiumlegierung und einer Kohlenstoffverbindung, die in umfangreichen Bersttests ihre Haltbarkeit unter Beweis stellen konnten. Crashtest, Falltest und Schusswaffentest wurden bestanden – in allen Fällen sollen die Tanks stabil bleiben. Auch bei Brandschutztests kann sich der ix35 bewähren, denn registrieren seine Hitzesensoren einen Brand, kann der Wasserstoff über Sicherheitsventile kontrolliert abgelassen werden, damit es zu keiner Explosion kommt.

100.000 Kilometer Herstellergarantie

Und dann hat der SUV-Stromer noch einen ganz hyundaitypischen Luxus zu bieten: Wer den ix35 Fuel Cell kauft, erhält die bei diesem Hersteller in Deutschland übliche Fünf-Jahres-Garantie bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern. Allerdings: Wie man diese angesichts der wenigen verfügbaren Wasserstoff-Tankstellen zusammen fahren will, ist eine der großen Fragen, die sich zumindest vorläufig noch stellen. Da Hyundai nicht der einzige Anbieter eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs bleiben wird, darf man aber guter Dinge sein, dass sich in Hinblick auf das Tankstellennetz in den nächsten Jahren einiges bewegen wird.

Lesen Sie hier mehr über den Hyundai ix35 auf PKW.de

(Bildmaterial: Hyundai)


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