Der nächste Gänsehaut-Killer

Nach dem Ford Mustang folgt Chevrolets Pendant in einer Neuauflage mit Vierzylinder
Chevrolet Camaro Modelljahr 2016.
Wohl erst 2016 wird der neue Camaro auch in Deutschland zu haben sein.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 18.05.2015

Köln, 18.05.2015 – Chevrolet? Hat sich die GM-Marke nicht kürzlich vom deutschen Automarkt verabschiedet? Nicht ganz, denn über das Vertriebsnetz von Cadillac Europe werden weiterhin Corvette und Camaro hierzulande offiziell angeboten. Letzterer kommt in den USA schon bald in einer Neuauflage, die mehr Dynamik bei weniger Durst verspricht. Erstmalig im Kult-Musclecar: ein Vierzylinder.

Der Trend zu kleineren Motoren hat sich zwar allgemein durchgesetzt, dennoch gibt es Modelle, bei denen manches Downsizing-Szenario durchaus Tabubruch-Charakter bietet. Wie etwa beim Ford Mustang, der jüngst mit einer aufgeladenen Vierzylindermaschine angetreten ist, obwohl echte Mustang-Fans eigentlich nur V8-Maschinen respektieren. Hier hat die GM-Tochter Chevrolet nun gleichgezogen und bei der jetzt offiziell gezeigten Neuauflage des Camaro ebenfalls eine Downsizing-Variante für einen uramerikanischen Machotypen vorgestellt. Doch wie schon beim Mustang könnte auch beim Camaro bereits der Vierzylinder für gehobene Vortriebsfreuden stehen, denn rund 280 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment sollen hier einen Standardsprint in rund sechs Sekunden erlauben. Wichtiger allerdings: Der Verbrauch soll sich bei nur noch rund acht Litern auf 100 Kilometer bewegen. Auf der Strecke bleiben wird hier allerdings das besondere Klangerlebnis, das eben nur V8-Hubraumriesen bieten können.

Der gute alte V8 bleibt

Eleganter, sportlicher: Das Heck des neuen Chevrolet Camaro.
Eleganter, sportlicher: Das Heck des neuen Chevrolet Camaro.
Der Kunde ist zum Glück nicht zur Hubraum-Diät verdammt, denn alternativ werden die Amis auch einen 3,6-Liter-V6-Motor anbieten, der über 340 PS und 385 Newtonmeter Drehmoment verfügen wird. Top-Aggregat wird ein aus der Corvette bekannter V8 mit 6,2 Liter Hubraum sein, der mit 461 PS und 617 Newtonmeter das Muscle-Car-Thema in ungetrübt klassischer Weise transportieren wird. Verbrauchswerte werden noch keine genannt, doch sollen unter anderem eine variable Ventilsteuerung, eine Benzindirekteinspritzung und eine Zylinderabschaltung helfen, den Durst zu mäßigen. Selbst damit dürfte der Achtzylinder nicht mehr ganz zeitgemäße 12 Liter konsumieren. Immerhin voll auf der Höhe der Zeit ist die alternativ zum manuellen Sechsgang-Getriebe angebotene Achtgang-Automatik.

Top-Modern geht es auch im Innenraum des Camaro zu, denn hier sorgt feiner Chromschmuck für mehr Premium-Flair, während im Kombiinstrument ein großes Digitaldisplay zum Einsatz kommt, welches vielfältige Anzeige-Modi erlaubt. In der Mittelkonsole befindet sich ein ebenfalls großdimensionierter Touchscreen, der als Anzeige- und Bedieneinheit für den zeitgemäß aufgestellten Multimedia-Alleskönner dient. Etwas bedauerlich vielleicht: Der Handbremshebel ist Geschichte, denn fortan wird beim Camaro über einen kleinen Knopf die elektromechanische Parkbremse aktiviert. Doch keine Sorge: Als Hecktriebler hat man weiterhin die Möglichkeit, das Fahrzeug ins Übersteuern zu zwingen.

Leichter, agiler

Mehr Chromschick, größere Displays: Innenraum des Chevrolet Camaro
Mehr Chromschick, größere Displays: Innenraum des Chevrolet Camaro
Und das wird man künftig auch mit etwas mehr Leichtigkeit erleben können, denn immerhin haben einige Leichtbaumaßnahmen für ein Gewichtsverlust von bis zu 90 Kilogramm gesorgt. Im Gegenzug wurde die Karosserie im Vergleich zum Vorgänger steifer. Neue Brembo-Stopper sowie das adaptive Fahrwerk Magnetic Ride mit den vier Fahrmodi Schnee, Normal, Sport und Track versprechen mehr Alltagstauglichkeit und mehr Fahrspaß.

Auch das Auge des Betrachters darf sich am neuen Camaro mehr als bisher erfreuen, denn seine überarbeitete Blechhaut verspricht etwas mehr Leichtigkeit dank einer eleganteren Linienführung mit ausgeprägterem Sickenspiel. Letzteres sorgt für eine schlankere Taille und ein kesseres Heck, welches sich durch kräftigere Schultern und eine hübsch in den Kofferraumdeckel integrierte Spoilerkante recht sehenswert in Szene setzt. Dazu passend wurden auch die Leuchteinheiten vorne und hinten filigraner gezeichnet und mit LED-Technik aufgewertet.

Wann genau der neue Chevrolet Camaro in Deutschland angeboten wird, steht noch nicht fest. Irgendwann in der ersten Hälfte 2016 dürfte es soweit sein. Ebenfalls noch ungewiss ist sein Preis, der sich allerdings am Niveau des Vorgängers orientieren dürfte: Derzeit kostet ein Camaro mit über 400 PS starker V8-Maschine knapp unter 40.000 Euro. Vielleicht wird künftig zu diesem Kurs der Vierzylinder angeboten.

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(Bildmaterial: Chevrolet)


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