20.05.2015

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Das 4.000-Euro-SUV

Renault Kwid – eine Kampfpreis-Konstruktion für Schwellenländer
Renault Kwid.
Kommt noch in diesem Jahr in Indien auf den Markt: Renault Kwid.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 20.05.2015

Köln, 20.05.2015 – Im Jahr 2014 hat Renault für den indischen Markt mit der futuristischen Studie Kwid ein Kleinwagen-SUV angekündigt. Jetzt ist die deutlich profanere Serienversion fertig, die wie eine Mischung aus neuem Twingo und Dacia Sandero wirkt – mit SUV-Designelementen verfeinert. Der Hammer: Das SÜVchen soll bereits ab 4.000 Euro zu haben sein.

In wirtschaftlich aufstrebenden Ländern wie Indien gibt es eine wachsende Mittelschicht, in der viele sich den Traum vom eigenen Auto erfüllen wollen. Allerdings ist die Kaufkraft trotz aller Wachstumssprünge im Vergleich zu deutschen Verhältnissen noch gering. Entsprechend klein und günstig müssen Autos in Indien angeboten werden.

Ein Twingo-SUV? Zumindest optisch erinnert der Kwid an den Twingo.
Ein Twingo-SUV? Zumindest optisch erinnert der Kwid an den Twingo.
Diese Bedingung erfüllt auch der nun von Renault offiziell vorgestellte Kwid, bei dem es sich mit seiner 3,68 Meter kurzen Karosserie um ein überaus kompaktes Fahrzeug handelt, welches allerdings dank seines leicht erhöhten Schlechtwegefahrwerks und einer Robustbeplankung eine gewisse Stattlichkeit vermittelt. Mit seinem frischen Design erinnert die Blechhaut des Kwid stark an den neuen Twingo, allerdings wirkt es so, als würde die Technik darunter eher vom Dacia Sandero stammen. Tatsächlich setzt der Kwid nach Aussage von Renault auf dem neuen modularen CMF-Baukasten auf. Diesen gibt es in drei Segment-Größen, die für Kleinwagen wie den Kwid heißt CMF-A.

Kleiner Dreizylinder der einfachen Art

Im Fall des Kwid wird diese Plattform in jedem Fall technisch sehr einfach aufgebaut sein. Gleiches wird auch auf den Antrieb zutreffen. Hierbei soll es sich um einen in Kooperation mit dem Allianzpartner Nissan entwickelten Dreizylinder-Benzinmmotor mit 0,8 Litern Hubraum und Vierventiltechnik handeln. Der laut Renault sparsame Antrieb wird mit einem ebenfalls einfach konstruierten Fünfgang-Handschaltgetriebe gekoppelt. Die Leistung dürfte bescheiden sein, doch selbst wenn der Motor unter 70 PS mobilisiert, hätte er leichtes Spiel, denn der Kwid wird deutlich unter einer Tonne wiegen. Beim Kwid handelt es sich allerdings nicht um Hightech-Leichtbau, sondern vielmehr um den sparsamen Einsatz von Material, der ein wichtiges Element ist, um den Preis niedrig zu halten.

Auf Wunsch mit Komfortdetails aufrüstbar: Renault Kwid.
Auf Wunsch mit Komfortdetails aufrüstbar: Renault Kwid.
Renault wird den Kunden in Indien immerhin die Möglichkeit geben, auch etwas mehr in den Komfort investieren zu können. Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder ein Navigations-Multimedia-System mit Sieben-Zoll-Touchscreen können selbst in diesem extrem preissensiblen Segment bestellt werden. Im schlimmsten Fall soll der Kwid dann 5.500 Euro kosten, was für Deutschland immer noch ein absoluter Tiefststand wäre. Ob der Kwid auch für den deutschen Markt interessant sein könnte? Wohl kaum, denn dafür wäre das Schwellenland-SUV dann doch zu einfach konstruiert. Renault hat zumindest keine Ambitionen, den Kwid nach Westeuropa zu bringen.

(Bildmaterial: Renault)


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