Wasser statt Benzin

Direct Water Injection (DWI) soll bei BMW für mehr PS und weniger Durst sorgen
BMW 1er mit Direct Water Injection (DWI).
Derzeit testet BMW DWI in einem 1er mit 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 02.07.2015

Köln, 02.07.2015 – Leistung rauf, Verbrauch runter. Dieses seit langem dominierende Mantra für Motorenentwickler beschert uns immer neue Techniken. Eine davon ist die DWI, die Direct Water Injection von BMW. DWI soll bei Turbobenzinern mit einer Einspritzung von Wasser in den Ansaugtrakt und in die Brennräume für mehr Leistung bei weniger Verbrauch sorgen. Dank des kühlenden Effekts von Wasser kann unter anderem die Verdichtung erhöht werden, was mit einer optimierten Verbrennung und weniger Spritbedarf einhergehen kann.

Ein Problem bei immer höherer Verdichtung ist das steigende Temperaturniveau im Verbrennungstrakt vor allem bei höherer Last. Dann zeigt sich eine Tendenz zum schädlichen Motorklopfen. Mit einer Kühlung im Zylinder kann diesem Problem entgegnet werden. Direct Water Injection, also die direkte Wassereinspritzung, soll die Temperatur im Zylinder deutlich senken können.

Noch in Erprobung: BMW 1er mit Wasserdirekteinspritzung DWI.
Noch in Erprobung: BMW 1er mit Wasserdirekteinspritzung DWI.

Getestet wird DWI derzeit am neuen 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, der in konventionelleren Varianten ohne Wassereinspritzung bereits in einigen Serienmodellen des Konzerns zum Einsatz kommt. Die DWI-Technik erlaubt im Erprobungsfahrzeug eine Anhebung der Verdichtung von 9,5:1 auf 11:1, auch der Ladedruck wurde erhöht, während der Zündzeitpunkt nach vorne verlegt wurde. Damit ein solcher Motor vor allem bei hoher Last nicht zu unkontrollierten Verbrennungen neigt, was sich in Form von Motorklopfen äußern kann, muss die Temperatur im Verbrennungsraum gesenkt werden. Ein klassischer Weg zur Kühlung sind zusätzliche Benzineinspritzungen, die den Verbrauch nach oben treiben. BMW nimmt beim DWI-Motor stattdessen Wasser.

Die blauen Leitungen versorgen in BMWs DWI-Motor die Brennräume mit kühlendem Wasser.
Die blauen Leitungen versorgen in BMWs DWI-Motor die Brennräume mit kühlendem Wasser.

Mit dieser Technik soll in einer späteren Serienversion die Leistung um zehn Prozent steigen können, während der Verbrauch um rund acht Prozent sinken soll. Im Fall eines BMW 118i mit 136 PS starkem Dreizylinder könnte das eine Steigerung auf 150 PS bedeuten, während der Normverbrauch von 5,0 auf 4,6 Liter sinken könnte.

Dieser BMW M4 fährt bereits mit DWI-Technik, braucht dafür allerdings einen zusätzlichen 5-Liter-Tank fürs Wasser.
Dieser BMW M4 fährt bereits mit DWI-Technik, braucht dafür allerdings einen zusätzlichen 5-Liter-Tank fürs Wasser.

Wann genau DWI serienreif sein wird, verrät BMW noch nicht. Zwei bis drei Jahre dürfte es aber noch dauern. Derzeit setzt BMW bereits im Moto-GP einen M4 als Safety-Car mit DWI-Technik ein, der einen Fünf-Liter-Zusatztank mit sich führt, der bei jedem Tankstopp wieder mit Wasser aufgefüllt werden muss. Damit sich der Fahrer bei einer Serienversion nicht auch noch um den Füllstand eines Wassertanks kümmern muss, plant BMW für eine Serienversion die Nutzung des Kondenswassers der Klimaanlage.

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(Bildmaterial: BMW)


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