Abgefahren futuristisch

Es gibt sie noch: Fahrzeugstudien mit abgedrehter SciFi-Aura. Chevrolet-FNR
Chevrolet-FNR.
Feiert in Shanghai Weltpremiere: Chevrolet-FNR Concept.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 23.04.2015

Köln, 23.04.2015 – Studien auf Automessen sind nur noch selten ein Blick in eine irrlichternde Zukunft, bei der phantasievolle Designs auf Techniklösungen treffen, die einem Science-Fiction-Roman entsprungen sein müssen. Chevrolet traut es sich doch mal wieder. Mit dem FNR zeigen sie, was nicht morgen und auch nicht übermorgen auf unsere Straßen kommt, aber vielleicht Realität wird, wenn auch das Beamen zu unserem Mobilitätsalltag gehört.

Chevrolet? Manche werden jetzt denken, da war doch was? Genau, das war die Opel-Schwester mit Ami-Image und Korea-Modellen, die auch in Deutschland einen halbseidenen Versuch startete, Fuß zu fassen. Mittlerweile ist das Deutschland-Engagement Geschichte und die Blicke der historisch so ruhmreichen US-Marke auf den Boommarkt China gerichtet.

Für die zukunftsgläubigen Chinesen bietet es sich wohl in besonderer Weise an, mit einer Studie, die sich weit jenseits aller mittelfristigen Mobilitätsszenarien bewegt, Eindruck zu schinden. Wer die Besiedelung des Mars vorantreibt, wird auch vom FNR beeindruckt sein. Entsprechend stellt die US-Marke ihre Vision dieser Tage auf der Shanghai Motorshow vor.

Sauber wie ein Staubsauger

Warum so düster? Eigentlich könnte der FNR ein leuchtendes Beispiel sein.
Warum so düster? Eigentlich könnte der FNR ein leuchtendes Beispiel sein.
Allein die Form des FNR hat nichts mit konventionellen Autodesigns gemein. Das Ding sieht eher aus wie ein Tropfen. Ein Tropfen aus kristallklarem Wasser, denn die an vielen Stellen transparente Außenhaut versprüht eine saubere Klarheit, die ein Blechklotz heutigen Zuschnitts mit stinkender, luftverpestender Wärmekraftmaschine, die ganz nebenbei noch Vortriebskraft produziert, nicht gemein hat. Nein, der FNR wirkt sogar schmutzfressend, denn eigentlich erinnert sein semitransparentes Flächenfeuerwerk mit seinen sich in alle Richtungen öffnenden Flügeltüren an einen Staubsauger von Dyson.

Und wie ein Dyson ist das FNR Concept rein elektrisch betrieben. Die vier weit an den Außenrändern der Karosserie befindlichen Räder sind auch zugleich die Vortriebsaggregate. “Kennen wir schon!”, möchte man da rufen, doch nicht ganz, denn es handelt sich eben nicht um die sonst bei vielen Studien gern verbauten Radnabenmotoren. Vielmehr kommen beim FNR nabenlose Radmotoren zum Einsatz. Hier treibt ein irgendwie magnetisch arbeitendes System quasi den Felgenrand an. Batteriegröße, Reichweiten? Wurscht! In der Zukunft, in der ein FNR Realität wird, passen Stromspeicher mit enormen Kapazitäten vermutlich in jede Hosentasche. Aufladung? Natürlich kabellos.

Selber fahren? Total oldschool!

Lädt zum Kaffeekränzchen ein: Der Innenraum des FNR.
Lädt zum Kaffeekränzchen ein: Der Innenraum des FNR.
Nicht ganz so weit weg von der realen Mobilitätszukunft ist hingegen der autonome Fahrmodus. Während das Thema autonomer Fahrzeuge so allmählich im Serienbau Fuß zu fassen scheint, ist der FNR selbstverständlich ein Auto, das sich selbst zurechtfindet. Hier hat der Rechner das Kommando, der sich den Überblick übers Verkehrsgeschehen unter anderem mit Hilfe eines auf dem Dach montierten Radarsystems verschafft. Entsprechend lassen sich auch die vorderen der vier einzelnen Schalensitze entgegengesetzt zur Fahrtrichtung drehen. Da heißt es dann Kaffeekränzchen mit der Familie halten, während der FNR ganz von selbst von Shanghai zum Ferienhaus ans Meer stromert – lautlos und mit 300 Sachen im entspannteren Panoramamodus über die Autobahn.

P.S. Bleibt noch die Frage, wofür das Kürzel FNR wohl stehen könnte? Unser Tipp: Fantasy, no reality.

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(Bildmaterial: Chevrolet)


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