Edelsteine aus der Autoindustrie erobern Frauenherzen

Fordit – ein Achat setzt Trends und wird zum beliebten Edelstein
Edelsteine aus Lackabfällen liegen voll im Trend
Abfall, der wie moderne Kunst aussieht - Fordit ist In. wacomka / Shutterstokc.com
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Einleitung von Rabea Gräfe, Redakteur bei PKW.de 16.10.2017

’Diamonds are a girl‘s best friend’ sang schon Marilyn Monroe – und Recht hatte sie. Viele Frauen schmücken sich mit den Edelsteinen und lassen sich von ihrer Schönheit verzaubern. Wer hätte gedacht, dass den gleichen Effekt auch einmal ein Abfallprodukt aus der Autoindustrie haben würde? Der Achat Fordit hat das Unmögliche möglich gemacht und begeistert nicht nur die Damenwelt, sondern auch viele Modedesigner.

Geschichte eines Edelsteins – wenn Abfall zum Verkaufsschlager wird

Eins muss man dem Achat Fordit lassen: Er hat einen weiten Weg hinter sich! Der unscheinbare Edelstein ist die Karriereleiter seit seiner Entstehung in den Ford-Werken steil nach oben geklettert. Doch wie kam das eigentlich? Zunächst wollen wir einmal auf den Namen dieses bunten Steins eingehen. Fordit leitet sich nämlich tatsächlich von dem Namen des bekannten Autoherstellers Ford ab, da der Achat in den Werken des Konzerns ’produziert’ wurde – wenn auch nicht ganz absichtlich. Normalerweise beschreibt der Begriff Achat ein natürlich entstandenes Mineral oder Gestein, doch nicht mal das trifft auf den Eigenbrödler Fordit zu. Dieser Edelstein ist Abfall, im wahrsten Sinne des Wortes! In den 1940er bis 1980er Jahren wurden Autos auf Schienen geladen und dort noch per Hand lackiert. Genau auf diese Schienen tropfte der Lacküberschuss, der aufgrund der manuellen Lackierung der Autos schwer zu vermeiden war. Als die Wagen über die Schienen in den jeweiligen Brennofen gefahren wurden, um den Lack zu trocknen, härteten auch die bunten Tropfen an den Schienen aus, so bildete sich über einige Zeit hinweg ein großer, farbiger Klecks – bis jetzt noch kein Edelstein. Da die Lackreste die Arbeit erschwerten, mussten sie entfernt werden. Einige kreative und findige Mitarbeiter kratzten den Lack ab, polierten diesen und verkauften ihn in den verschiedensten Formen, um sich etwas dazu zu verdienen. Der Fordit war geboren und der Erfolg des Achats nicht mehr aufzuhalten.

Der Lack ist ab – von wegen! Der Achat Fordit ist selten und DER In-Edelstein

Böse Zungen würden nun behaupten, dass der Lack ab ist, doch darüber können Kenner der Edelsteine nur lachen! Da Autos mittlerweile nicht mehr manuell, sondern automatisiert lackiert werden, wird Fordit nicht mehr hergestellt. Genau das macht den Achat so begehrt und teilweise wirklich teuer. Wer heutzutage ein Schmuckstück aus dem original polierten Autolack der Ford-Werke haben möchte, der muss ganz schön tief in die Tasche greifen. Für diejenigen, denen einfach der farbenfrohe Look des Achats gefällt, gibt es aber auch günstigere Alternativen, die in den verschiedensten Webshops verkauft werden. Auch Modedesigner haben den Achat für sich entdeckt und nutzen Fordit in ihren Kollektionen. Wenn Sie sich also selbst belohnen wollen oder noch etwas für Ihren Wunschzettel suchen, wäre ein Schmuckstück aus Fordit vielleicht eine Idee. Ein Stück Autogeschichte am Körper tragen: Da bekommt der Begriff ’Vintage’ doch direkt eine ganz neue Bedeutung! Wer hätte gedacht, dass ein Abfallprodukt einmal den kometenhaften Aufstieg zum Edelstein schafft?

(Bildmaterial: ©Shutterstock)


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