Krasser Renner ohne Rennfahrer

Audi RS7 fährt autonom schnelle Zeiten
Audi RS7 Piloted Driving Robby.
560 PS stark und braucht keinen Fahrer: Audi RS7 Piloted Driving Robby.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 13.07.2015

Köln, 13.07.2015 – Eine der großen Momente auf dem Weg hin zu autonom fahrenden Autos war die Darpa Urban Challange im Jahr 2007. Damals fuhren die Teilnehmerfahrzeuge noch mit abenteuerlichen Apparaturen auf dem Dach bereits in einer klassischen Kreuzungssituation in den Nichts-geht-mehr-Modus. Dass man heute wesentlich weiter ist, hat soeben Audi mit einem Robby genannten Versuchs-RS7 demonstriert: Das von außen fast normal wirkende Auto konnte die 4-Kilometer-Runde auf dem Sonoma Racetrack (Kalifornien) in gut zwei Minuten absolvieren. Autonom.

Etwas über zwei Minuten für vier Kilometer sind leider keine Rekordmarke. Diese liegt für den Sonoma Racetrack mit seinen 12 Kurven gut 40 Sekunden darunter. Marco Werner hat die Bestzeit vor etlichen Jahren ebenfalls mit einem Audi aufgestellt. Er schaffte im Schnitt fast 180 km/h, der jetzt von Audi eingesetzte RS7-Umbau Robby fuhr dagegen nur gut 120 km/h. Das soll nach Aussage von Audi immerhin dem Niveau entsprechen, welches gute Sportfahrer auf dem Sonoma Racetrack mit einem RS7 erreichen können. Der Unterschied: Robby fuhr ohne einen Menschen an Bord.

Wiegt gut 400 Kilogramm mehr als Robby: Prototyp Bobby auf Basis des Audi RS7.
Wiegt gut 400 Kilogramm mehr als Robby: Prototyp Bobby auf Basis des Audi RS7.

Wenn es um autonomes Fahren geht, gibt sich Audi in jüngster Zeit unter dem Projektnamen Piloted Driving sehr umtriebig. Anfang 2015 demonstrierte ein Bobby genannter RS7-Umbau Journalisten, wie gut er sich auf der Rennstrecke in Oschersleben schlagen kann. In rund zwei Minuten soll Bobby die fast 3,7 Kilometer lange Strecke absolviert haben. Ein unerfahrener Fahrer müsste sich sehr anstrengen, um einen solchen Wert herauszufahren. Robby hat es übrigens hier schon deutlich leichter, denn im Vergleich zu Bobby bringt er 400 Kilogramm weniger auf die Waage.

Kann über 300 km/h schnell fahren: Der autonom fahrende Audi RS7 Robby.
Kann über 300 km/h schnell fahren: Der autonom fahrende Audi RS7 Robby.

Nach Bobby folgte übrigens Jack, ein A7-Prototyp, der Anfang 2015 mit Journalisten an Bord einige Langstreckenfahrten im öffentlichen Verkehr in den USA, in China und auf der deutschen Autobahn autonom absolvierte. Audi besitzt mittlerweile also bereits einen stolzen Fuhrpark an autonom fahrenden Fahrzeugen. In der Nähe von Ingolstadt könnte es daher gelegentlich passieren, dass man einen Audi sieht, dessen Fahrer während der Fahrt die Hände lässig in den Schoß legt.

Seine hochentwickelte Sensortechnik und sein riesiges Rechenzentrum sieht man dem Audi RS7 Robby nicht an.
Seine hochentwickelte Sensortechnik und sein riesiges Rechenzentrum sieht man dem Audi RS7 Robby nicht an.

Diese Testfahrten macht Audi übrigens nicht nur zum Spaß, sondern um dabei Erkenntnisse für den Serienbau zu gewinnen. Den nächsten Höhepunkt in Hinblick auf autonome Fahrkünste wird wohl die 2017 startende Neuauflage des Audi A8 bieten. Technisch könnte der nächste A8 wohl schon deutlich mehr, jedoch wird die Gesetzgebung vorläufig ein weitgehend autonomes Fahren verbieten. Wo es aber juristisch vertretbar erscheint, soll das Fahrzeug den Fahrer unterstützen, wie es zum Beispiel ab Anfang 2016 bereits die neue Mercedes E-Klasse tun wird. Zukünftig soll auch ein Audi A8 ohne Personen an Bord selbsttätig einparken oder auch Stop-and-Go-Fahrten auf verstopften Autobahnen bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h übernehmen können.

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(Bildmaterial: Audi)


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