Herbie, Filmstar auf vier Rädern

Ein Käfer schreibt Filmgeschichte
Weiß und Rund - Herbie ist wohl überall wiedererkennbar.
Der weiße Käfer mit der nummer 53 ist wohl auf der ganzen Welt bekannt. Cedric Weber / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 14.12.2016

Der VW Käfer gilt als eines der einflussreichsten Autos, die jemals eine Fabrikhalle verlassen haben. Kein Wunder also, dass der Volkswagen mit den charakteristischen Rundungen sowohl in der Kunst als auch in der Populärkultur immer noch häufig behandelt wird. Allen voran steht Herbie, der mit seinen erstaunlich menschlichen Zügen schon seit den Sechzigerjahren ganze Familien begeistert.

Disney sucht das Superauto

Wie bestimmt man, welches Auto die Hauptrolle in einem Film spielen soll? Ein Autocasting ist wohl eher die Ausnahme, besonders in Zeiten von Produktplatzierungen. In den Sechzigern waren solche Werbekampagnen aber noch unbekannt, und so ließ Produzent Bill Walsh mehrere Modelle auf dem Parkplatz der Produktionsfirma Disney auffahren, um die Reaktion seiner Mitarbeiter zu beobachten. Die Wahl fiel schnell auf den Käfer, als einige Passanten bei Herbies Anblick anfingen zu lächeln und den Wagen sogar streichelten.

Herbie bekommt der Herz eines Porsche

Einen normalen VW-Käfer wollte aber auch Walsh nicht auf die Leinwand bringen. Herbies Äußeres wurde für die Filme allerdings nur dezent verändert. Die Lackfarbe ist das Standard-Perlweiß von VW, die Aufkleber und Rennstreifen aber machen den Käfer unverwechselbar. Außerdem wurden vor den ersten Filmaufnahmen alle VW-Embleme entfernt. Wie viele Käfer insgesamt an den Aufnahmen zum ersten Film beteiligt waren, ist nicht bekannt, aber besonders die Autos, die für die Rennszenen eingesetzt wurden, hatten es in sich: Für den Vortrieb sorgte ein Porschemotor mit 95 PS. Zum Vergleich: Ein normaler Käfer des Baujahres 1963 war mit maximal 30 PS ausgestattet.

Volkswagen mit Eigenleben

Die Filme um den eigensinnigen Käfer und seinen Besitzer, den Rennfahrer Jim Douglas, faszinieren seit1968 ein Millionenpublikum. Nicht nur, dass Herbie, ähnlich wie sein etwas düsterer Cousin KITT, mit diversen Spezialfähigkeiten ausgestattet ist, auch seine Persönlichkeit erinnert bisweilen an den schwarzen TransAm. Herbie bringt seinen Besitzer bisweilen in arge Schwierigkeiten. So taucht der Käfer eines Nachts vor Douglas’ Wohnung auf, ohne dass dieser etwas mitbekommt. Ein übereifriger Polizist versucht prompt, den erfolglosen Rennfahrer wegen Autodiebstahles zu verhaften. Ein anderes Mal überrascht Herbie seinen neuen Besitzer mit erstaunlichen Beschleunigungswerten, als er, scheinbar ohne große Mühe einen Hot Rod an der Ampel einfach stehen lässt. Die gelegentliche Ölspur auf den Schuhen der Widersacher ist da fast schon Nebensache.

Herbie auf den Straßen der Welt

Was aber ist so faszinierend an einem VW Käfer mit einem Eigenleben? Der Volkswagen war genau das, was sein Name aussagt: ein Auto für die Masse. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Indien, Südafrika und ganz besonders in Südamerika gehörte der Käfer fest zum Straßenbild. Mit mehr als 21 Millionen verkauften Exemplaren ist er eines der meistproduzierten Autos der Geschichte. Kein Wunder also, dass Herbie bei den Zuschauern so beliebt war, hatten doch viele ihren eigenen Herbie in der Garage stehen. Der durchschlagende Erfolg von The Love Bug, wie der Film im englischen heißt, bescherte Disney Rekordeinnahmen und rechtfertigte fünf weitere Filme sowie eine TV-Serie. Die deutsche Filmreihe um den Käfer namens Dudu war klar von Herbie inspiriert und selbst für KITT soll Herbie zumindest als Vorlage gedient haben. Der Käfer ist und bleibt ein echter Star, nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der großen Leinwand.

Hier geht es zu Teil 2 unserer Serie über Filmautos: Zurück in die Zukunft - Ein DeLorean auf Abwegen

(Bildmaterial: ©Shutterstock.com)

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