Der neue BMW 3er

Erstmalig mit Dreizylinder, 340i, E-Antrieb und LED-Vollscheinwerfern
BMW 3er Facelift.
Auf den ersten Blick ändert sich nicht viel, doch technisch hat sich beim BMW 3er zum Modelljahr 2016 vieles getan.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 07.05.2015

Köln, 07.05.2015 – Vielen gilt der aktuelle BMW 3er eigentlich als perfektes Auto der Mittelklasse. Doch ist der Bayer schon wieder drei Jahre am Markt, und frischere Mitbewerber wie die Mercedes C-Klasse und der bald anstehende neue Audi A4 sorgen für Innovationsdruck. Diesem haben die Münchener nun nachgegeben und mit einem turnusgemäßen Facelift gekontert. Mehr Qualität, mehr Funktionen und neue, optimierte Motoren sorgen für frischen Wind.

Wie bei BMW-Facelifts meist üblich, wurde auch der 3er in den Karosserievarianten Limousine und Touring optisch nur marginal aufgefrischt. Hier hat man sich auf die Modifikation der Weichteile in Front- und Heckbereich beschränkt. Sprich: Die Schürzen betonen jetzt etwas mehr die Breite und sorgen für etwas mehr Noblesse. Augenfälliger sind die Änderungen bei den Leuchten: Vorne gibt es optional LED-Vollscheinwerfer mit Fernlichtassistent, und auch am Heck fällt eine neue, schicke Leuchtgrafik auf, die ebenfalls komplett auf LED-Technik basiert.

Deutlich umfangreicher wurde die Motorenpalette überarbeitet. Neuer Einstiegsbenziner wird statt des 316i der 318i sein, bei dem erstmalig in der 3er-Historie ein Dreizylinder-Herz zum Einsatz kommt. Das 1,5-Liter-Motörchen stemmt immerhin 136 PS und 220 Newtonmeter an die Hinterachse. Damit soll die Sprintzeit 8,9 Sekunden betragen und die Höchstgeschwindigkeit bei 210 km/h liegen. Den Verbrauch gibt BMW mit 5,1 Litern an.

Durst grundsätzlich runter, Leistung teilweise rauf

Neben der Limousine wurde auch der 3er Toruring überarbeitet.
Neben der Limousine wurde auch der 3er Toruring überarbeitet.
Einige Motoren blieben hinsichtlich Zylinderzahl, Hubraum und Leistung unverändert, obwohl sie auf einer neuen Motorgeneration basieren, die vor allem für weniger Verbrauch sorgt. Ein Beispiel ist der weiterhin 184 PS starke 320i, der statt in 7,3 nun in 7,2 Sekunden den Standardsprint abhaken kann, beim Verbrauch aber eine deutliche Reduzierung von 6,1 auf 5,5 Liter ermöglicht. Damit wird BMW allerdings das künftig niedrige Niveau des neuen Referenz-A4 mit 2.0 TFSI, der glatt fünf Liter verbrauchen soll, nicht erreichen.

Ebenfalls deutlich effizienter als bisher wird man den auf 190 PS erstarkten 320d fahren können, der künftig 4,0 statt 4,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll und mit einer verkürzten Sprintzeit von 7,5 auf 7,3 Sekunden beeindrucken kann. Sogar nur 3,9 Liter sollen es in der Efficient Dynamics Edition genannten Sparvariante des 320d mit 163 PS sein.

340i: Völlig neue Motorisierungs-Bezeichnung

Neu im Programm: der 340i.
Neu im Programm: der 340i.
Gänzlich neu in der Motoren-Nomenklatur wird sich der 340i an die Spitze setzen, der den bisherigen 335i ablösen wird. Wer jetzt die Hoffnung hat, ein V8-Motor könnte hier zum Einsatz kommen, wird allerdings enttäuscht. Tatsächlich sorgt wie beim 335i ein aufgeladener Dreiliter-Reihensechszylinder immerhin für V8-artiges Leistungsniveau: 326 PS und 450 Newtonmeter erlauben einen Sprint in 5,1 Sekunden und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Normverbrauch soll bei 7,4 Litern liegen.

Für Anfang 2016 hat BMW zudem die Einführung der Plug-in-Hybridversion 330e angekündigt. Hier kommen ein Vierzylinder-Benziner mit 184 PS und ein 80 kW leistender E-Motor zum Einsatz. Der Sprint soll hier 6,3 Sekunden dauern, der Vortrieb allerdings schon bei 225 km/h enden. Dank einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 35 Kilometern soll der Verbrauchswert nach dem besonderen Messzyklus für Plug-in-Hybride bei 2,1 Litern liegen.

Mehr Funktionen für Getriebe

Technisch aufgewertet: der Multimedia-Alleskönner.
Technisch aufgewertet: der Multimedia-Alleskönner.
Allgemein wurden für den 3er noch die Getriebe optimiert. Die großartige Achtgang-Automatik erlaubt nunmehr das Überspringen von Übersetzungsstufen, also einen spontanen Wechsel vom 8. in den 5. Gang zum Beispiel. Außerdem ist serienmäßig eine Segelfunktion dabei. Die alternativ für einige Motoren verfügbaren manuellen Sechsgang-Getriebe verfügen außerdem über eine Anschluss-Drehzahlregelung mit Zwischengas-Funktion beim Runterschalten.

Ein weiterer Überarbeitungsschwerpunkt war die Aufwertung des Innenraums. Die Architektur blieb unangetastet, doch präsentiert sich das aufgeräumte Ensemble schmucker dank einigen schickeren Oberflächen und einer verbesserten Verarbeitung. Verbessert worden ist zudem das Navi-Infotainment-System Professional, welches über einen grundsätzlich schnelleren Prozessor verfügt und zudem mit LTE-Technik einen schnelleren Datentransfer zum Internet erlaubt.

Mehr Fahrspaß, mehr Komfort

Mehr Schick bietet der Innenraum des BMW 3er.
Mehr Schick bietet der Innenraum des BMW 3er.
Überarbeitet wurde auch das optionale Head-up-Display, welches über eine vollfarbige Anzeige verfügt. Als Funktionserweiterung kann der Einparkassistent zudem das automatische Einparken in Querlücken übernehmen. Modifizierte Dämpfer, eine direktere Lenkung und ein dynamischer federndes Fahrwerk sollen zudem das Fahrspaßniveau weiter verfeinern. Darunter soll der bereits beim Vorgänger recht gute Komfort allerdings nicht leiden.

Bleibt noch die Frage nach Marktstart und Preis? Markteinführung ist bereits Ende Juli 2015. Ab dann verlangt BMW für alle Motorisierungen einen moderaten Aufschlag von einigen Hundert Euro. So auch beim neuen Einstiegsmodell 318i, welches trotz der Reduzierung von vier auf drei Zylinder im Preis von 29.650 auf 30.200 Euro steigt. Immerhin gibt es im Gegenzug statt der bisherigen 16-Zoll-Stahlfelgen nunmehr schickere 16-Zoll-Alus.

Lesen Sie hier mehr über den BMW 3er auf PKW.de

(Bildmaterial: BMW)


Weitere Artikel zu diesem Thema